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	<title>meine Vorfahren</title>
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	<description>ihr Einstieg in die Ahnenforschung</description>
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		<title>100 Wasser? Der Lateiner Stowasser und der Künstler Hundertwasser</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 23:51:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
		<category><![CDATA[Hundertwasser]]></category>
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					<description><![CDATA[Sto Kuna oder Sto Korun, so habe ich im Urlaub das in vielen slawischen Sprachen gültige Zahlwort für &#8222;100&#8220; wohl erstmals kennengelernt. Und in irgendeinem verschlafenen Areal meines Großhirns schlummerte noch der Hinweis, dass der berühmte österreichische Maler und Künstler Friedensreich Hundertwasser seinen bürgerlichen Namen Stowasser aus dem Slawischen &#8222;eingedeutscht&#8220; (oder sollte man sich doch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#hundertwasser-gestaltet-den-stowasser">Hundertwasser gestaltet den Stowasser</a></li><li><a href="#im-irrgarten-der-s-schreibweisen">Im Irrgarten der S-Schreibweisen</a></li><li><a href="#der-apothekersspross">Der Apothekersproß</a></li><li><a href="#ab-wann-ist-man-nicht-verwandt">Ab wann ist man nicht verwandt?</a></li><li><a href="#der-ursprung-der-familie-stowasser">Der Ursprung der Familie Stowasser</a></li></ul></nav></div>



<p><em><strong>Sto</strong> Kuna</em> oder <em><strong>Sto </strong>Korun</em>, so habe ich im Urlaub das in vielen slawischen Sprachen gültige Zahlwort für &#8222;100&#8220; wohl erstmals kennengelernt.</p>



<p>Und in irgendeinem verschlafenen Areal meines Großhirns schlummerte noch der Hinweis, dass der berühmte österreichische Maler und Künstler <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensreich_Hundertwasser" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensreich_Hundertwasser" target="_blank" rel="noopener">Friedensreich Hundertwasser</a> seinen bürgerlichen Namen <em>Stowasser</em> aus dem Slawischen <em>&#8222;eingedeutscht&#8220;</em> (oder sollte man sich doch zu dem Wortungetüm <em>&#8222;eingeösterreichischt&#8220;</em> hinreißen lassen?) hatte.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p>Bei einer Kundenrecherche im böhmischen Rattiworz/Ratiboř, in der Pfarre Udritsch/Údrč&nbsp;gelegen, bin ich vor kurzem häufiger über den Namen Sto(h)wasser gestolpert. </p>



<p>So häufig, dass die erste Assoziation, die mir in den Sinn kam, mein altes Latein-Wörterbuch war &#8211; &#8222;Der kleine Stowasser&#8220;. </p>



<p>Generationen von Schülerinnen und Schülern war dieses lateinisch-deutsche Wörterbuch an humanistischen Gymnasien oder auf dem Weg zum Latinum wertvolle und häufig genutzte Hilfe und Unterstützung, notwendiges Übel oder manchmal auch beschwerlicher Ballast, den man lieber zu Hause ließ.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Udritsch-Index-Taufen-1840-1883-Lit.-S.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="480" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Udritsch-Index-Taufen-1840-1883-Lit.-S-1024x480.png" alt="" class="wp-image-4074" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Udritsch-Index-Taufen-1840-1883-Lit.-S-1024x480.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Udritsch-Index-Taufen-1840-1883-Lit.-S-300x141.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Udritsch-Index-Taufen-1840-1883-Lit.-S-768x360.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Udritsch-Index-Taufen-1840-1883-Lit.-S.png 1114w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Udritsch/Údrč &#8211; Index Taufen 1840-1883 &#8211; Lit.S</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Der <em>kleine </em>Stowasser ist ein 1913 entstandenes Schulwörterbuch, das von Dr. Michael Petschenig nach dem Vorbild des von <strong>Josef Maria Stowasser</strong> im Jahr 1894 verfassten &#8222;großen&#8220; Buches &#8222;Der Stowasser&#8220; erstellt wurde. <sup>1) 2)</sup></p>



<h4 class="wp-block-heading" id="hundertwasser-gestaltet-den-stowasser">Hundertwasser gestaltet den Stowasser</h4>



<p>In einer Diskussion mit meinem Vater, ebenfalls humanistisch vorbelastet, kam dann auch der mögliche Bezug zwischen Stowasser und Hundertwasser ins Gespräch. </p>



<p>Wir waren natürlich nicht die ersten, die diese Spekulation anstellten &#8211; und genährt wurde die Vermutung, Hundertwasser sei ein Nachkomme Stowassers, wohl durch die Tatsache, dass Hundertwasser den farbigen Einband einer Jubiläumsausgabe des kleinen Stowasser gestaltet hatte. So findet sich diese Behauptung auch in einem ansonsten sehr guten Artikel in den Oberösterreichischen Nachrichten aus dem Jahr 2010.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Den attraktiven Einband in farblich unterschiedlichen Variationen gestaltet der Künstler Friedensreich Hundertwasser, der als Nachfahre des Wörterbuch-Schöpfers zunächst Friedrich Stowasser hieß. Die erste Namenssilbe „sto“ bedeutet in vielen slawischen Sprachen „100“.</em><sup> 4)</sup></p>
<cite><em>&#8222;Stowasser: Ein Name steht fürs Wörterbuch&#8220;,</em> <em>Oberösterreichische Nachrichten, 20. März 2010</em></cite></blockquote>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1902" height="553" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2026/03/WP-Hundertwasser-und-Stowasser.png" alt="" class="wp-image-4291" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2026/03/WP-Hundertwasser-und-Stowasser.png 1902w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2026/03/WP-Hundertwasser-und-Stowasser-300x87.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2026/03/WP-Hundertwasser-und-Stowasser-1024x298.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2026/03/WP-Hundertwasser-und-Stowasser-768x223.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2026/03/WP-Hundertwasser-und-Stowasser-1536x447.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2026/03/WP-Hundertwasser-und-Stowasser-1320x384.png 1320w" sizes="(max-width: 1902px) 100vw, 1902px" /><figcaption class="wp-element-caption"> </figcaption></figure>



<p>Doch schon ein Blick auf die Wikipedia-Seite von Josef Maria Stowasser zerstörte alle diesbezüglichen Illusionen. Hundertwasser wird darauf zitiert wie er diese Abstammung bestreitet.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;<em>Mein Großvater hieß Wenzel Stowasser und kam in jungen Jahren aus dem Gebiet der heutigen Tschechoslowakei nach Wien. Mein Vater hieß Ernst Stowasser, wurde in Wien geboren und starb 1929. Ich glaube nicht, dass ich ein naher Verwandter des Altphilologen und Wörterbuchautors bin.“</em></p>
<cite><em>Friedensreich Hundertwasser, Brief vom 24. August 1988 <sup>3)</sup></em></cite></blockquote>



<p>Doch auch Stowassers Vorfahren stammten &#8222;aus dem Gebiet der heutigen Tschechoslowakei&#8220; &#8211; das alleine wäre also noch kein Ausschlussgrund. Hundertwassers Verneinung einer Verwandtschaft wurde allerdings mit dem Taufbuch-Eintrag seines Vaters Ernst untermauert, der diesen als gebürtig in <em>Zettlitz in Böhmen</em> ausweist, während Stowassers Familie aus Mährens stammte. </p>



<p>Doch würde man vielleicht eine gemeinsame Abstammung finden, wenn man ein paar Generationen weiter in die Vergangenheit blickt? <br>Meine Neugierde war geweckt.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="im-irrgarten-der-s-schreibweisen">Im Irrgarten der S-Schreibweisen</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:45%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-05-St.-Margareten-Taufbuch-72-Ernst-STOWASSER-1894-p.5-Auszug.png"><img decoding="async" width="1024" height="456" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-05-St.-Margareten-Taufbuch-72-Ernst-STOWASSER-1894-p.5-Auszug-1024x456.png" alt="" class="wp-image-4080" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-05-St.-Margareten-Taufbuch-72-Ernst-STOWASSER-1894-p.5-Auszug-1024x456.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-05-St.-Margareten-Taufbuch-72-Ernst-STOWASSER-1894-p.5-Auszug-300x134.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-05-St.-Margareten-Taufbuch-72-Ernst-STOWASSER-1894-p.5-Auszug-768x342.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-05-St.-Margareten-Taufbuch-72-Ernst-STOWASSER-1894-p.5-Auszug.png 1213w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre St. Josef zu Margareten &#8211; Taufbuch 72 &#8211; p.5 (Auszug)</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Bemerkenswert im Taufbuch-Eintrag der Pfarre St. Josef zu Margareten ist eine im Jahr 1894 verfasste Notiz zum Nachnamen, in der nach Angaben des Magistrats Wien festgehalten wurde:<br><br><em>&#8222;Der Zuname des Vaters und des vaterlichen Großvaters lautet richtig &#8218;Stowasser&#8216; / nicht &#8218;Stowaſser&#8216; </em></p>



<p>Diese Richtigstellung klärt eine Unterscheidung, die uns heutzutage kaum mehr geläufig ist.</p>
</div>
</div>



<p>Der Name schreibt sich also korrekt mit einem doppelten runden s ,  nicht mit der Kombination &#8222;ſs&#8220; aus langem und runden s, die im 18. Jahrhundert noch durchaus gängig, im 19. Jahrhundert aber langsam im Abstieg war und immer mehr durch das ß verdrängt wurde, das aus sich aus der Ligatur von  &#8222;ſs&#8220; entwickelt hatte.</p>



<p>Vor dem 19. Jahrhundert fand das heute üblich runde s, zumeist aufwärts geschrieben, nur am Wortende (oder als Ende eines Teil-Wortes) Verwendung. Am Wortbeginn oder im Wort selbst war das lange ſ üblich, wodurch sich Schreibweisen ergaben, die für Lesende des 20. + 21. Jahrhunderts ungewohnt und verwirrend sein können, wie Waſſer, Poſtamt, Gaſtſtätte. Beim Druck wurde zwischen Fraktur und Antiqua unterschieden &#8211; während in Frakturschrift z.B. <em>Fluß </em>mit scharfem s gedruckt wurde, wurde in Antiqua <em>Fluſs</em> geschrieben. </p>



<p>Wir finden eine ähnliche Diskussion um die Schreibweise des Namens übrigens auch bei <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/johann-strauss-und-der-opernball/" data-type="post" data-id="837">Johann Strauss</a>. Bei Stowasser wurde allerdings das in Kurrent oft ident zu &#8222;<em>hs</em>&#8220; geschriebene lange s vom Magistrat verneint &#8211; es hieß also eben nicht <em>Stowaſser</em> oder <em>Stowahser </em>(das heute wohl zu Stowaßer umgewandelt würde), sondern Stowasser. </p>



<p>Die Nachkommen der Familie Strauss dagegen interpretieren das &#8222;hs&#8220; als Verdopplungszeichen, bewerten die Unterschrift<em>&#8222;Strauhs&#8220;</em>, die auf manchen Notenblättern zu finden ist, also nicht als <em>Strauſs, </em>und damit als Indiz für die Schreibweise <em>Strauß</em>, sondern beharren darauf, dass damit Johann <em>Strauss</em> gemeint sei und der Walzerkönig selbst ebenfalls immer seinen Namen mit Doppel-s geschrieben sehen wollte.        </p>



<p>Sei es wie es sei. Bei Wenzel Stowasser scheint es, als könnten wir rasch feststellen, wo die Unsicherheit herkommt. Immerhin finden wir bei der Trauung seiner Eltern in der Pfarre Gumpendorf im August 1893 <em>beide</em> Schreibweisen des Namens in einem Eintrag.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:48%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-06-Gumpendorf-Trauungsbuch-62-Wenzel-STOWASSER-1894-p.65-Nr.168-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="490" height="526" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-06-Gumpendorf-Trauungsbuch-62-Wenzel-STOWASSER-1894-p.65-Nr.168-Auszug.png" alt="" class="wp-image-4086" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-06-Gumpendorf-Trauungsbuch-62-Wenzel-STOWASSER-1894-p.65-Nr.168-Auszug.png 490w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Wien-06-Gumpendorf-Trauungsbuch-62-Wenzel-STOWASSER-1894-p.65-Nr.168-Auszug-279x300.png 279w" sizes="auto, (max-width: 490px) 100vw, 490px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Gumpendorf, Wien 6, Trauungsbuch 62, p.65 (1893)</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:52%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Zettlitz-Taufbuch-5-Wenzel-STOWASSER-1868-p.39-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="737" height="669" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Zettlitz-Taufbuch-5-Wenzel-STOWASSER-1868-p.39-Auszug.png" alt="" class="wp-image-4087" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Zettlitz-Taufbuch-5-Wenzel-STOWASSER-1868-p.39-Auszug.png 737w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Zettlitz-Taufbuch-5-Wenzel-STOWASSER-1868-p.39-Auszug-300x272.png 300w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Zettlic (Sedlec), Trauungsbuch 5, p.39 (1868)</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Doch auch in der Generation davor finden wir das gleiche Bild. Hundertreichs Urgroßvater Anton Stowasser heiratete im Jahr 1868 in der Pfarre Zettlic (Sedlec) die Gastwirtstochter Anna Schwengsbier. Und auch bei seiner Trauung finden wir einleitend seinen Namen als <em>Stowahser (Stowaſser)</em> <em>Anton</em>, den seines Vaters Andreas allerdings klar erkennbar als <em>Stowasser</em>.   </p>



<h4 class="wp-block-heading" id="der-apothekersspross">Der Apothekersproß</h4>



<p>Wenden wir uns dem Lateiner zu. Der Geburtsort von Joseph Maria Stowasser war Troppau, und 360 km Luftlinie wirft mir Google Earth als Distanz zwischen Troppau (Opava) und Karlsbad (Karlovy Vary) aus. Eine erhebliche Distanz im Jahre 1854, dem Jahr seiner Geburt. Und doch strömten mit Beginn des 19. Jahrhunderts Hunderttausende aus allen Winkeln der habsburgischen Kronländer und den entlegensten Rändern des Vielvölkerstaates nach Wien. Es wäre also wohl doch eine überwindbare Entfernung gewesen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p><em>&#8222;Er kommt in Troppau (Österreichisch-Schlesien/ heute Tschechien) als Sohn eines Apotheken-Provisors zur Welt&#8220;</em>, <br>schreibt die OÖN korrekterweise &#8211; und liefert dankenswerterweise die Information mit, dass damit die Rolle eines Stellvertreters des Apothekers gemeint und verbunden war. </p>



<p>Bei der Geburt seines älteren Bruders <em>Eugen Sigmund Josef</em> im Jahr 1853 wird einiges Interessantes festgehalten. Zum einen wird eben jener Beruf des Vaters dokumentiert, wir erfahren auch, dass er in der <em>Apotheke zum Mohren</em> tätig war. Zum anderen erkennen wir die gerne gepflogene Tradition, der männlichen Vornamen in direkter Linie weiter zu geben. </p>



<p>Beim Bruder unseres Lateiners hatte man kreativerweise vom väterlichen <em>Sigmund Eugen </em>Stowa<em>ſ</em>ser auf die vielleicht modernere Interpretation <em>Eugen Sigmund Josef</em> geschwenkt. In der Generation zuvor musste die dezente Abwandlung von <em>Eugen Johann</em> Stowasser ausreichend sein. Wie bei ihren böhmischen Verwandten gibt es auch hier die beiden Schreibeweisen in einem Taufbucheintrag.  </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Troppau-Taufbuch-21-Eugen-Sigmund-Josef-STOWASSER-1853-p.124-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="827" height="721" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Troppau-Taufbuch-21-Eugen-Sigmund-Josef-STOWASSER-1853-p.124-Auszug.png" alt="" class="wp-image-4099" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Troppau-Taufbuch-21-Eugen-Sigmund-Josef-STOWASSER-1853-p.124-Auszug.png 827w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Troppau-Taufbuch-21-Eugen-Sigmund-Josef-STOWASSER-1853-p.124-Auszug-300x262.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Troppau-Taufbuch-21-Eugen-Sigmund-Josef-STOWASSER-1853-p.124-Auszug-768x670.png 768w" sizes="auto, (max-width: 827px) 100vw, 827px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Troppau &#8211; Taufbuch 21 &#8211; p.124</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Der Dienstort des Vaters, die Mohrenapotheke, lag auf dem &#8222;Zwischenmärkten&#8220; genannten Straßenabschnitt (Mezi Trhy) zwischen dem Oberen Ring und dem Niederen Ring. Auf alten Postkarten und Fotografien ist das gelbe, sog. <a href="https://cs.wikipedia.org/wiki/D%C5%AFm_U_Mou%C5%99en%C3%ADna_(Opava)" data-type="link" data-id="https://cs.wikipedia.org/wiki/D%C5%AFm_U_Mou%C5%99en%C3%ADna_(Opava)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">maurische Herrenhaus</a> mit den Köpfen von Pallas Athene und Ares sowie zweier maurischer Frauen am Giebel gut erkennbar.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:52%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Troppau-Zentrum-2.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="567" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Troppau-Zentrum-2-1024x567.png" alt="" class="wp-image-4171" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Troppau-Zentrum-2-1024x567.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Troppau-Zentrum-2-300x166.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Troppau-Zentrum-2-768x425.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Troppau-Zentrum-2-1536x850.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Troppau-Zentrum-2-2048x1134.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Troppau-Zentrum-2-1320x731.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Franciszäischer Kataster &#8211; Stadtzentrum Troppau</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:45%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Staraopava-Mezitrhy-Zwischenmaerkten-mit-Mohrenhaus.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="572" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Staraopava-Mezitrhy-Zwischenmaerkten-mit-Mohrenhaus.jpg" alt="" class="wp-image-4170" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Staraopava-Mezitrhy-Zwischenmaerkten-mit-Mohrenhaus.jpg 900w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Staraopava-Mezitrhy-Zwischenmaerkten-mit-Mohrenhaus-300x191.jpg 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Staraopava-Mezitrhy-Zwischenmaerkten-mit-Mohrenhaus-768x488.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Staraopava &#8211; MeziTrhy</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Nach längerer, vergeblicher Suche nach der Trauung von Sigmund Eugen und Anna Kunz stoße ich auf die Geburt von <em>Sigmund Eugen</em>, Sohn der ledigen Anna Kunz am 23.03.1849. Als Eintrag zum Vater wurde vermerkt: <em>&#8222;Zu diesem Kinde erklärt sich als Vater und verlangt als solcher vor dem Protocollführer [&#8230;] in die Matrik eingetragen zu werden. Sigmund Stowaſser, Provisor in der Mohren Apotheke in Troppau, Sohn des Sigmund Stowasser, Häusler in Hennersdorf&#8220;</em>.</p>



<p>Noch hilfreicher wird es allerdings in der letzten Spalte, die mir mit den Worten <em>&#8222;Legitimatum per subsequens matrimonium initum Fulneca 27 Octobris 1851&#8220;</em> den direkten Verweis zur nachträglichen Trauung liefert. Fulnek ist ein dankbarer Ort, weil es in allen Sprachen gleich genannt wurde, ganz im Unterschied zu Hennersdorf, woher die Stowassers zu kommen scheinen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Hennersdorf bei Wien? Unwahrscheinlich.</li>



<li>Hennersdorf / Dolní Branná, das 200 km entfernt nahe des Skiortes Spindlermühle am Fuße des Riesengebirges liegt? Auch sehr weit entfernt.</li>



<li>Jindřichov bei Krnov, nur wenige Kilometer von der polnischen Grenze entfernt? Am Naheliegendsten.</li>
</ul>



<p>Doch zuerst nach Fulnek, 30 km südlich von Troppau, wo wir die Trauung letztlich auch finden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Fulnek-Trauungsbuch-27-Sigmund-STOWASSER-p.62.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1667" height="525" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Fulnek-Trauungsbuch-27-Sigmund-STOWASSER-p.62.png" alt="" class="wp-image-4114" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Fulnek-Trauungsbuch-27-Sigmund-STOWASSER-p.62.png 1667w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Fulnek-Trauungsbuch-27-Sigmund-STOWASSER-p.62-300x94.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Fulnek-Trauungsbuch-27-Sigmund-STOWASSER-p.62-1024x322.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Fulnek-Trauungsbuch-27-Sigmund-STOWASSER-p.62-768x242.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Fulnek-Trauungsbuch-27-Sigmund-STOWASSER-p.62-1536x484.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Fulnek-Trauungsbuch-27-Sigmund-STOWASSER-p.62-1320x416.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1667px) 100vw, 1667px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Fulnek, Trauungsbuch 27 &#8211; p.62 (1851)</em></figcaption></figure>



<p>Wir sehen die Weitergabe des Vornamens Sigmund bestätigt und Hennersdorf als Herkunft der Familie Stowasser. Zeit also, das richtige Hennersdorf zu finden. Natürlich wäre es spannend, an dieser Stelle eine interessante Suche nach dem Ort zu präsentieren, doch in aller Regel darf man davon ausgehen, dass die Mobilität der meisten Menschen limitiert war und dass daher der nächstgelegene Ort mit dem korrekten Namen auch der richtige ist. Irreführend ist es zumeist, wenn ein wesentlich bekannterer Ort gleichen Namens etwas weiter entfernt liegt. In diesem Fall besteht die Gefahr, lokale Ortsteile mit dem korrekten Namen zu übersehen. </p>



<p>Im vorliegende Fall gilt die Regel, nicht die Ausnahme. Die nächsten Vorfahren der Familie Stowasser stammten aus dem heutigen Jindřichov bei Krnov. Die Taufbücher der Pfarre Hennersdorf zeigen uns die Geburten von zumindest 5 Kindern von Sigmund und Theresia Stowasser, und ihre Trauung im Jahr 1809 verrät uns, dass Sigmund aus dem schlesischen Giersdorf abstammt und Theresia aus dem mährischen Freiwaldau (Freiwaldov).</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h4 class="wp-block-heading" id="ab-wann-ist-man-nicht-verwandt">Ab wann ist man nicht verwandt?</h4>



<p>Die Suche nach den Stowassers in Schlesien führt uns zum einen in ein neues Suchgebiet, wo die Matriken wieder in anderen Archiven gesucht werden müssen, zum anderen aber auch weiter nach Osten, also immer weiter weg von den Vorfahren von Friedensreich Hundertwasser. </p>



<p>Mit den bestehenden Recherchen konnten wir den Betrachtungszeitraum um ca. hundert Jahre ausdehnen. Wenn es also gemeinsame Vorfahren zwischen dem Künstler und dem Lateiner gibt, dann müssen sie wesentlich weiter in der Vergangenheit liegen.  </p>



<p>Biologisch gesehen gibt es eigentlich keine Grenzen für Verwandtschaft, egal wie viele Generationen ein gemeinsamer Ursprung zurück liegen mag. In der umgangssprachlichen und rechtlichen Praxis wird der Begriff der Verwandtschaft aber kaum über den 4. Grad (Cousinen/Cousins) hinaus verwendet<sup>5)</sup>. Wenn also nicht einmal gemeinsame Urgroßeltern gefunden werden können, dann dürfen wir nach normalem Ermessen auch davon ausgehen, dass zwischen den beiden tatsächlich keine Verwandtschaft vorliegt.   </p>



<h4 class="wp-block-heading" id="der-ursprung-der-familie-stowasser">Der Ursprung der Familie Stowasser</h4>



<p>Doch wenn wir einen gemeinsamen historischen Ursprung annehmen, wo könnte er zu finden sein? Bei genauerer Recherche finden wir Interessantes zum Namen Stowasser. Das Forum OÖ Geschichte verweist die Interpretation, dass das &#8222;Sto&#8220; im Namen Stowasser auf das Zahlwort &#8222;Hundert&#8220; verweisen würdeins Reich der Mythen.  </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Der Künstler, der seinen Familiennamen „Sto-wasser” in zwei Bestandteile zerlegte, übersetzte den ersten Teil ins Deutsche (in den slawischen Sprachen bedeutet sto „hundert”) und gewann so seinen Künstlernamen. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit handelt es sich aber beim Namen „Stowasser“ um eine&nbsp;<strong>Herkunftsbezeichnung</strong>: „Stabosser“ (oder „Stobosser”) hießen die aus der – bis 1945 bestehenden – bäuerlichen Siedlung Stabossen (bei Mühlessen nordöstlich von Eger; heute: Milhostov bei Cheb) stammenden Sudetendeutschen</em></p>
<cite><em>Forum OÖ Geschichte &#8211; Zwei Mythen&#8230;</em><sup>6)</sup></cite></blockquote>



<p>Die Heimat-/Familienforschung im Egerland bzw. im Sudetenland bietet uns noch detailliertere Interpretationen über die Herkunft des Namens.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>In Egerer Urkunden wird die Örtlichkeit 1301 als &#8222;villa stopico&#8220;, 1392 und 1395 als &#8222;Stabossen&#8220; bezeichnet, so auch 1401 und 1450. Im Jahre 1626 wird erstmalig die Bezeichnung &#8222;Stobitzerhof&#8220; angeführt.<br>[&#8230;]<br>Der Version von Schwarz und Profous schließt sich auch Willibald Roth in seinem Beitrag in Schreiners Heimatbuch über Stadt und Kreis Eger an und ergänzt: &#8222;STOBITZHOF, mundartlich &#8218;Schtåuwatshuaf&#8216;, schon die ersten Schreibungen wiechen voneinander ab, meinen aber die gleiche Aussprache: 1392 und 1395 &#8218;Staboßon&#8216; im Kreisheimatbuch, &#8218;Stobaßen&#8216; bei Sturm (Distr. Egr.), &#8218;Staboßen&#8216; bei Fischer. Alle drei Formen müssen zu der Zeit &#8218;Schtåuwasn&#8216; (aus slaw. &#8218;Stobošín&#8216;) ausgesprochen worden sein, oder besser, sie sind Rückbildungen für die Schrift aus einer Mundartform&#8220;. Daraus wurde der Haus und Familienname &#8218;<strong>Schtåuwas&#8216;</strong>,&#8217;Schtåuwats&#8216; gebildet, der in die Schrift mit &#8218;Stobitz&#8216; übernommen wurde.</em> <sup>7)</sup></p>
</blockquote>



<p>Die Übersichtskarten der Franziszäischen Landesaufnahme zeigen uns Mühlessen (Milhostov) nur wenige Kilometer entfernt von Königsberg und Franzensbad, mit einer kleinen Ansammlung von Häusern etwas nördlich davon, deren Beschreibung etwas schwer lesbar ist und etwas mehr wie &#8222;Hobitzhof&#8220; aussieht denn als &#8222;Stobitzhof&#8220;.   </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Franzensbad-Koenigsberg.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="348" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Franzensbad-Koenigsberg-1024x348.png" alt="" class="wp-image-4139" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Franzensbad-Koenigsberg-1024x348.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Franzensbad-Koenigsberg-300x102.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Franzensbad-Koenigsberg-768x261.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Franzensbad-Koenigsberg-1536x521.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Franzensbad-Koenigsberg-2048x695.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Franzensbad-Koenigsberg-1320x448.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:30%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="968" height="776" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof.png" alt="" class="wp-image-4140" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof.png 968w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-300x240.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-768x616.png 768w" sizes="auto, (max-width: 968px) 100vw, 968px" /></a></figure>
</div>
</div>



<p>Doch in den Detailmappen des Franziszäischen Katasters können wir sehr klar den Weiler Stobitzhof / Stabossen erkennen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-scaled.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="700" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-scaled.png" alt="" class="wp-image-4178" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-scaled.png 2560w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-300x82.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-1024x280.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-768x210.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-1536x420.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-2048x560.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/FK-Muehlessen-Stobitzhof-1-1320x361.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Franziszäischer Kataster &#8211; Mühlessen (Milhostov) &#8211; Ausschnitt Stobitzhof </em></figcaption></figure>



<p>Der Name der Familie Stowasser stammt also aus dem Egerland bzw. dem Elbogener Kreis. Ein Stowasser hatte es schon recht früh zu Amt und einem böhmischen Adelsprädikat gebracht. Ein Johann August Stowasser erhielt 1668 einen Adelsbrief und wurde 1687 in seinem Adelsstand durch Leopold I. 1687 bestätigt &#8211; offenbar für tapferen Einsatz bei der Verteidigung gegen die Türken. <sup>8)</sup>  </p>



<p><em>„Hat Eyfrige Dienste zu Nutzen des Vaterlandes im jüngsten Türkischen Einfall geleistet, indem er nemlich nicht allein etliche Türkhen und Tataren im freien Veldt erleget, sondern auch als er nach empfangenen 3 gefährlichen Wundten gefangen, zweymahl verkauffet und endlichen durch den Wallachischen Fürsten widerumb erlöset worden, noch andere 38 Christliche Sklaven erröttet, nicht weniger von beiden feindtlichen confoederierten Wallach undt Moldauischen Fürsten sonderbahre geheime Botschaft zurückgebracht.“</em></p>



<p>Doch auch zu diesem Vertreter des Namens gibt es bislang weder einen Bezug vom Lateiner Stowasser noch von der Familie des Künstlers Hundertwasser. </p>



<p>Die Stowassers dürften sich von ihrem Stammhof aus im umliegenden Raum verbreitet haben. Auf den Egerländer Forschungsseiten werden etliche Vorkommen dieses Namens östlich von Mühlessen erwähnt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Das Untertanenverzeichnis aus dem Jahr 1651 weist &#8211; nach den Umwälzungen des 30jährigen Krieges eine Häufung der Stowasser-Familien in der Herrschaft Hartenberg auf (F: Familie; #: Einzelperson):</em></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Hartenberg 1 #</em></li>



<li><em><strong>Gossengrün</strong>: 2 F</em></li>



<li><em>Loch: 2 F</em></li>



<li><em><strong>Plumberg</strong>: 3 F, 1 #</em></li>



<li><em>Werth: 2 F</em></li>



<li><em>Robesgrün: 1 F, 1 #</em></li>
</ul>
</blockquote>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Die Suche nach den Vorfahren von Friedensreich Hundertwasser war in Janessen (Jenisov) bei Zettlitz (Sedlec) ins Stocken geraten. Aufgrund des Hinweises zu Ursprung des Namens hatte ich daher die Suche schon nach Westen ausgedehnt, jedoch ohne Erfolg.</p>



<p>Ein zufälliger Fund in einem der Genealogieportale führte mich jedoch zu einem Martin Stowasser, der am 08.06.1826 in der Alservorstadt eine Barbara Bachler geheiratet hatte. Seine Eltern: Matthes Stowasser und Anna Maria Dörfler aus Plumberg in der Pfarre Gossengrün &#8211; genau die letzten Vorfahren, die ich in Janessen noch identifizieren konnte! Es handelte sich also um einen Bruder von Hundertreichs Ururgroßvater.</p>



<p>Damit liegt die Herkunft der hundertwasserschen Vorfahren in Gossengrün und später Zettlitz bei Karlsbad sehr nahe am Ursprung des Familiennamens, deutlich näher als die mährischen Vertreter zu finden sind. </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Gossengruen-Plumberg-Trauungsbuch-3-Matthes-STOWASSER-1766-p.146-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="862" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Gossengruen-Plumberg-Trauungsbuch-3-Matthes-STOWASSER-1766-p.146-1-1024x862.png" alt="" class="wp-image-4151" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Gossengruen-Plumberg-Trauungsbuch-3-Matthes-STOWASSER-1766-p.146-1-1024x862.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Gossengruen-Plumberg-Trauungsbuch-3-Matthes-STOWASSER-1766-p.146-1-300x253.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Gossengruen-Plumberg-Trauungsbuch-3-Matthes-STOWASSER-1766-p.146-1-768x647.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Gossengruen-Plumberg-Trauungsbuch-3-Matthes-STOWASSER-1766-p.146-1-1536x1294.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Gossengruen-Plumberg-Trauungsbuch-3-Matthes-STOWASSER-1766-p.146-1-1320x1112.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Pfarre-Gossengruen-Plumberg-Trauungsbuch-3-Matthes-STOWASSER-1766-p.146-1.png 1831w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Gossengrün (Krajková) &#8211; Trauungsbuch 3 &#8211; p.146</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Aus der Trauung von Matheus (und auch der seines Bruders Johann Anton) erfahren wir, dass er seine Familie in Plumberg (südwestlich von Gossengrün) gegründet hatte, die Eltern jedoch aus dem kleinen Dorf Liebenau, nordwestlich davon gelegen, abstammten.</p>



<p>Und auch die Stowassers in dem von mir beforschten Rattiworz (Ratiboř), in der damaligen Herrschaft Udritsch (Údrč) gelegen, sind weniger als 50 km Luftlinie von Mühlessen entfernt.   </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots"/>



<p>Bei einem Namen, der anscheinend auf eine sehr lokalspezifische Ortsbezeichnung zurückgeht, erscheint es durchaus denkbar, dass dieser Name nicht an fünf weiteren Orten ebenfalls unabhängig geprägt wurde. (anders als bei den unzähligen Familiennamen, die auf Funktionsbezeichnungen zurückzuführen sind)</p>



<p>So bleibt es durchaus im Rahmen des Möglichen, dass auch zur mährischen Familie des Lateiners Stowasser Vorfahren aus dem Egerland gefunden werden könnten. </p>



<p>Doch den wirklichen Zusammenschluss bzw. gemeinsamen Ursprung zweier Familien gleichen Namens zu finden scheitert &#8211; wenn er nicht nur wenige Generationen oder Jahrzehnte zurückliegt &#8211; zumeist an fehlenden oder kaum mehr zu ermittelnden Quellen.  </p>



<p>In Gossengrün, auf der böhmischen Seite, wäre dieses Unterfangen vielleicht noch bis ca. 1643 verfolgbar &#8211; zumindest existieren in der Gegend Trauungsbücher aus dieser Zeit, bei den Taufbüchern könnte es sogar noch bis 1616 zurück gehen. </p>



<p>Doch auf der mährischen Seite gestaltet sich schon der nächste Schritt herausfordernd &#8211; von den mährischen Matriken in Hennersdorf den Schritt über die Grenze zu den schlesischen Kirchenbüchern zu schaffen. Und der Weg von Schlesien ins böhmische Gossengrün ist weit&#8230;</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Maria_Stowasser" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Joseph Maria Stowasser – Wikipedia</a></li>



<li class="has-small-font-size">Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_kleine_Stowasser" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der kleine Stowasser – Wikipedia</a></li>



<li class="has-small-font-size">Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Maria_Stowasser" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Joseph Maria Stowasser – Wikipedia</a>, ebd.</li>



<li class="has-small-font-size">OÖN: <a href="https://www.nachrichten.at/anzeigen/karriere/campus/Stowasser-Ein-Name-steht-fuers-Woerterbuch;art121,353711" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stowasser: Ein Name steht fürs Wörterbuch | Nachrichten.at</a></li>



<li class="has-small-font-size">Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Verwandtschaftsbeziehung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verwandtschaftsbeziehung</a></li>



<li class="has-small-font-size">Forum OÖ Geschichte: <a href="https://www.ooegeschichte.at/ausstellungen/130-jahre-stowasser/zwei-mythen-um-stowasser-hundertwasser" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zwei Mythen um Stowasser – Hundertwasser</a></li>



<li class="has-small-font-size">Gerhard Pecher: <a href="https://gpecher.de.tl/Stowasser-_-ein-egerl.ae.nder-Familienname-und-seine-Ableitung-vom-Stobitzhof.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stowasser &#8211; ein Egerländer Familienname und seine Ableitung vom Stobitzhof</a></li>



<li class="has-small-font-size">Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stowasserhttps://de.wikipedia.org/wiki/Stowasser" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stowasser</a></li>



<li class="has-small-font-size">Bildmaterial: 
<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Portrait Friedensreich Hundertwasser, 1989, Zündel Rudolf</li>



<li>Kuchelbauer Turm, 2013, Heribert Pohl</li>



<li>&#8222;Der kleine Stowasser&#8220;, 1913, J.M. Petschenig, <a href="https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/verlag=Tempsky+%26+G+Freytag+Verlag" target="_blank" rel="noopener">Tempsky &amp; G. Freytag Verlag</a></li>
</ul>
</li>
</ol>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die zweite Wiener medizinische Schule</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 01:04:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
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					<description><![CDATA[Beginn der Reformen &#8211; Erste Wiener medizinische Schule Erste entscheidende Reformen auf dem Gebiet der Medizin initiierte Erzherzogin Maria-Theresia bereits ab dem Jahr 1745. Sie berief den Niederländer Gerard van Swieten als Leibarzt an ihren Hof, der 1754 eine neue Klinik ins Leben rief. Namhafte Mediziner wie Leopold Auenbrugger, Anton Freiherr von Störck und Maximilian [&#8230;]]]></description>
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<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#beginn-der-reformen-erste-wiener-medizinische-schule">Beginn der Reformen &#8211; Erste Wiener medizinische Schule</a></li><li><a href="#zweite-wiener-medizinische-schule">Zweite Wiener medizinische Schule</a><ul><li><a href="#carl-von-rokitansky">Carl von Rokitansky</a></li><li><a href="#josef-von-skoda">Josef von Škoda</a></li><li><a href="#ferdinand-von-hebra">Ferdinand von Hebra</a></li></ul></li><li><a href="#militante-mediziner">Militante Mediziner?</a></li><li><a href="#der-kampfgegen-cholera-typhus-und-ruhr">Der Kampf gegen Cholera, Typhus und Ruhr</a></li></ul></nav></div>



<h4 class="wp-block-heading" id="beginn-der-reformen-erste-wiener-medizinische-schule">Beginn der Reformen &#8211; Erste Wiener medizinische Schule</h4>



<p>Erste entscheidende Reformen auf dem Gebiet der Medizin initiierte Erzherzogin Maria-Theresia bereits ab dem Jahr 1745. Sie berief den Niederländer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerard_van_Swieten" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerard_van_Swieten" target="_blank" rel="noopener">Gerard van Swieten</a> als Leibarzt an ihren Hof, der 1754 eine neue Klinik ins Leben rief. Namhafte Mediziner wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Auenbrugger" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Auenbrugger" target="_blank" rel="noopener">Leopold Auenbrugger</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_St%C3%B6rck" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_St%C3%B6rck" target="_blank" rel="noopener">Anton Freiherr von Störck</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Stoll" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Stoll" target="_blank" rel="noopener">Maximilian Stoll</a> wirkten an dieser Klinik.</p>



<p>Joseph II. gründete im Jahr 1784 das erste Wiener Allgemeine Krankenhaus, das unter der Leitung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Peter_Frank" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Peter_Frank" target="_blank" rel="noopener">Johann Peter Frank</a> der medizinischen Forschung neuen Auftrieb geben sollte. Kliniken für Ophtalmologie und Geburtshilfe wurden an der Universität Wien gegründet und ein Wandel hin zu naturwissenschaftlichen Methoden setzte ein. Diese Zeit wird gerne die erste Wiener medizinische Schule genannt.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:30%">
<p>Ebenfalls im Jahr 1784 wurde von Joseph II. das Wiener <a href="https://www.josephinum.ac.at/" data-type="link" data-id="https://www.josephinum.ac.at/" target="_blank" rel="noopener">Josephinum</a> als <em>k.k. medizinisch-chirurgische Josephs-Academie</em> ins Leben gerufen. Es sollte der Ausbildung von Militärärzten dienen. </p>



<p>Zu diesem Zweck ließ Joseph II. unglaubliche 1192 Wachsmodelle in Italien anfertigen, die von einzelnen Muskelpartien bis hin zu Ganzkörperdarstellungen höchst präzise den Aufbau des menschlichen Körpers vermittelten. Sechs Jahre wurde an den unglaublich fein ausgearbeiteten Modellen gearbeitet. </p>



<p>Im Sinne der Aufklärung waren die Wachsmodelle auch der Öffentlich zugänglich &#8211; auch heute sind sie im Rahmen einer <a href="https://www.josephinum.ac.at/sammlungen/detail/wachsmodelle/" data-type="link" data-id="https://www.josephinum.ac.at/sammlungen/detail/wachsmodelle/" target="_blank" rel="noopener">Dauerausstellung</a> z.T. in ihren originalen Vitrinen aus Rosenholz zu besichtigen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Jospehinum.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="815" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Jospehinum-1024x815.png" alt="Josephinum - Fotografie eines Wachsmodelles Darstellung des Lymphsystems im Kopfbereich" class="wp-image-4061" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Jospehinum-1024x815.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Jospehinum-300x239.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Jospehinum-768x612.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Jospehinum-1320x1051.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Jospehinum.png 1419w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>
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<h4 class="wp-block-heading" id="zweite-wiener-medizinische-schule">Zweite Wiener medizinische Schule</h4>



<p>Im 19. Jahrhundert setzte sich der Paradigmenwechsel hin zu einer naturwissenschaftlich begründeten Medizin fort. An die Stelle des bis in die Antike zurückgehenden Erklärungsmodells<sup>1)</sup>, das Krankheiten auf falsche Zusammensetzung oder Mischung von Körpersäften zurückführte, traten modernere Krankheitskonzepte.</p>



<p>Wien bildete dabei &#8211; neben Berlin, wo Rudolf Virchow an der Charité die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zellularpathologie" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Zellularpathologie" target="_blank" rel="noopener">Zellularpathologie</a> begründete &#8211; ein Zentrum des medizinischen Fortschrittes in Europa. Als Begründer der zweiten Wiener medizinischen Schule gelten dabei <strong>Carl von Rokitansky</strong>, <strong>Josef von Škoda</strong> und <strong>Ferdinand von Hebra</strong>.</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="carl-von-rokitansky">Carl von Rokitansky</h5>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<p>In Wien prägte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Rokitansky" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Rokitansky" target="_blank" rel="noopener">Carl von Rokitansky</a> die Einführung einer wissenschaftlich begründeten Diagnostik, obwohl er anfänglich mit seiner <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krasenlehre" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Krasenlehre" target="_blank" rel="noopener">Krasenlehre</a> eine Weiterentwicklung der Humoralpathologie propagierte.</p>



<p><em>Carl Joseph Wenzel Prokop Rokitansky</em> wurde 1804 als Sohn eines Kreiskanzlisten in Königgrätz (Hradec Králové) geboren. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Koeniggraetz-Taufbuch-51-13-Carl-ROKITANSKY-1804-p.249.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="366" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Koeniggraetz-Taufbuch-51-13-Carl-ROKITANSKY-1804-p.249-1024x366.png" alt="" class="wp-image-3417" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Koeniggraetz-Taufbuch-51-13-Carl-ROKITANSKY-1804-p.249-1024x366.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Koeniggraetz-Taufbuch-51-13-Carl-ROKITANSKY-1804-p.249-300x107.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Koeniggraetz-Taufbuch-51-13-Carl-ROKITANSKY-1804-p.249-768x275.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Koeniggraetz-Taufbuch-51-13-Carl-ROKITANSKY-1804-p.249-1536x549.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Koeniggraetz-Taufbuch-51-13-Carl-ROKITANSKY-1804-p.249-2048x732.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Koeniggraetz-Taufbuch-51-13-Carl-ROKITANSKY-1804-p.249-1320x472.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Taufbuch Königgrätz (sig. 51-13) &#8211; 1804 &#8211; p.249</em></figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:30%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kriehuber-Joseph-Rokitansky-1839.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kriehuber-Joseph-Rokitansky-1839-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3415" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kriehuber-Joseph-Rokitansky-1839-683x1024.jpg 683w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kriehuber-Joseph-Rokitansky-1839-200x300.jpg 200w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kriehuber-Joseph-Rokitansky-1839-768x1152.jpg 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kriehuber-Joseph-Rokitansky-1839.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Carl von Rokitansky<br>Lithografie von Joseph Kriehuber &#8211; 1839</em></figcaption></figure>
</div>
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<p>Königgrätz (Hradec Kralove) wurde von Joseph II, ähnlich dem nördlich von Prag gelegenen Theresienstadt (Terezín), um 1780 zur Festung erklärt. Bereits zuvor wurden umfangreiche Festungsbauten begonnen. Zur Zeit von Rokitanskys Geburt war die Besiedelung der heute 93.000 Einwohner zählenden Stadt im Wesentlichen noch auf den Bereich innerhalb der Festungsmauern konzentriert, die (wie in anderen Städten) gegen Ende des 19. Jahrhundert geschliffen wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2458" height="783" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Koeniggraetz.png" alt="" class="wp-image-3771" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Koeniggraetz.png 2458w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Koeniggraetz-300x96.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Koeniggraetz-1024x326.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Koeniggraetz-768x245.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Koeniggraetz-1536x489.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Koeniggraetz-2048x652.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Koeniggraetz-1320x420.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2458px) 100vw, 2458px" /></figure>



<p>Die Familie stammte aus dem 40 km entfernt gelegenen Gitschin (Jičín). Seine Eltern, Prokop Joseph Rokitansky und Gattin Theresia Anna mussten den Wohnort immer wieder den Dienstorten des k.&amp;k. Beamten anpassen. </p>



<p>Auch die Mutter, stammte aus einer Beamtenfamilie. Wikipedia und das Wien Geschichte Wiki weisen ihren Namen als eine geborene <em>&#8222;Lodgman von Auen&#8220;</em> aus, Tochter des Kreiskommisärs <strong>Wenzel Lodgman Ritter von Auen</strong>.</p>



<p>Ihr Familienname taucht allerdings in den Kirchenbüchern häufig als &#8222;Logdmann&#8220; auf &#8211; Bei der Trauung von Prokop &amp; Theresia genauso wie bei der Geburts späteren Mediziners. Auch im Taufbuch der Mutter finde ich &#8222;Logdmann&#8220;. So halte ich es für möglich, dass &#8222;Lodgmann&#8220; ein Schreibfehler ist, der sich durchgesetzt hat. Hier wäre wohl noch ein wenig Forschung nötig um Klarheit zu erlangen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="409" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Theresia-Logdmann-von-Auen-1024x409.png" alt="" class="wp-image-3993" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Theresia-Logdmann-von-Auen-1024x409.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Theresia-Logdmann-von-Auen-300x120.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Theresia-Logdmann-von-Auen-768x307.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Theresia-Logdmann-von-Auen-1536x614.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Theresia-Logdmann-von-Auen-2048x818.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Theresia-Logdmann-von-Auen-1320x527.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Die jüngste Tochter der Rokitanskys wurde 1812 in Leitmeritz geboren, wo der Vater &#8211; im Rank eines k.&amp;k. Kreiskommissärs &#8211; im Jahr darauf verstarb, als Karl erst 9 Jahre alt war. Die Mutter schaffte es dennoch, dass Karl das Gymnasium in Königgrätz besuchen und schließlich in Prag studieren konnte. <sup>2)</sup></p>



<p>1824 wechselte er nach Wien &#8211; und dort sollte nach der Promotion 1828 ein stetiger Aufstieg im Umfeld der pathologischen Anatomie beginnen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Ab 1830 war er Assistent an der Pathologisch-Anatomischen Prosektur. 1832 supplierender außerordentlicher Professor, wurde er ab 1834 außerordentlicher Professor der pathologischen Anatomie an der Universität Wien und Kustos des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pathologisch-Anatomisches_Museum" target="_blank" rel="noopener">Pathologisch-Anatomischen Museums</a>. 1844 ordentlicher Professor, erhielt er in Wien das erste Ordinariat für pathologische Anatomie im deutschsprachigen Raum. 1849/50, 1856/57, 1859/60, und 1862/63 Dekan der Medizinischen Fakultät, wurde er 1852/53 erster frei gewählter Rektor der Universität Wien.</em> <sup>3)</sup></p>
</blockquote>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:60%">
<p>In Königgrätz, also der Heimat Carl Rokitanskys, wurde 1866 in einer blutigen Schlacht der Preußisch-Österreichische Krieg zu Gunsten Preußens entschieden &#8211; Rokitansky leitete zu diesem Zeitpunkt (nachdem er 1844 bereits das Ordinariat für pathologische Anatomie erhalten hatte) schon seit mehr als 10 Jahren als erster frei gewählter Rektor die Universität Wien und amtierte als Präsident der &nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_der_%C3%84rzte_in_Wien" target="_blank" rel="noopener">Gesellschaft der Ärzte in Wien</a>. </p>



<p>Darüber hinaus wurde er als Liberaler zum Medizinalreferenten im Innenministerium bestellt, wo er Einfluss auf die Universitätsorganisation nehmen konnte und die Inhalte des Medizinstudiums in Richtung interdisziplinärer Ansätze zu gestalten versuchte. Vielleicht waren es nicht nur seine medizinischen Meriten sondern auch diese Verdienste in der k.&amp;k. Administration, die den Kaiser bewogen, ihn im Jahr 1867 auf Lebzeiten ins Herrenhaus des Reichsrats zu berufen und 1874, vier Jahre vor seinem Ableben, auch in den Freiherrenstand zu erheben.</p>



<p>Rokitansky hatte mit Maria Anna Weiss eine international erfolgreiche Konzertsängerin und Schülerin Salieris geheiratet, die für die Familie allerdings ihre Karriere aufgab. Die vier Kinder, die das Erwachsenenalter erlebten, sollten sich schließlich als Hofopernsänger, Konzertsänger sowie Ordinarii für innere Medizin und Gynäkologie paritätisch auf die Berufszweige der Eltern verteilen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Freiherr_von_Rokitansky_1874_–_Gerd_Hruska.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="813" height="832" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Freiherr_von_Rokitansky_1874_–_Gerd_Hruska.png" alt="" class="wp-image-4004" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Freiherr_von_Rokitansky_1874_–_Gerd_Hruska.png 813w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Freiherr_von_Rokitansky_1874_–_Gerd_Hruska-293x300.png 293w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Freiherr_von_Rokitansky_1874_–_Gerd_Hruska-768x786.png 768w" sizes="auto, (max-width: 813px) 100vw, 813px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wappen des Mediziners und Politikers Dr. Carl von Rokitansky (1804–1878). Zeichnung von Gerd Hruška </em>(<a href="http://ghruska.weebly.com/" target="_blank" rel="noopener">http://ghruska.weebly.com/</a>)</figcaption></figure>
</div>
</div>



<p></p>



<h5 class="wp-block-heading" id="josef-von-skoda">Josef von Škoda</h5>



<p>Auch Josef von Škoda stammte aus dem heutigen Tschechien. Er erblickte keine 2 Jahre nach Carl von Rokitansky in Pilsen das Licht der Welt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Taufbuch-6-Josef-SKODA-1805-p.400.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1440" height="123" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Taufbuch-6-Josef-SKODA-1805-p.400.png" alt="" class="wp-image-3790" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Taufbuch-6-Josef-SKODA-1805-p.400.png 1440w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Taufbuch-6-Josef-SKODA-1805-p.400-300x26.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Taufbuch-6-Josef-SKODA-1805-p.400-1024x87.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Taufbuch-6-Josef-SKODA-1805-p.400-768x66.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Taufbuch-6-Josef-SKODA-1805-p.400-1320x113.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Pilsen I &#8211; Taufbuch 6 &#8211; p.400</em></figcaption></figure>



<p>Während in Königgrätz die Matriken in lateinischer Sprache geführt wurden (und in weiten Teilen Böhmens auf deutsch) finden wir den Eintrag im Pilsener Taufbuch, aber auch die Ehe der Eltern im Jahr 1799, in tschechischer Sprache festgehalten.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:19%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Josef_Skoda_1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="730" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Josef_Skoda_1-730x1024.jpg" alt="" class="wp-image-4031" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Josef_Skoda_1-730x1024.jpg 730w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Josef_Skoda_1-214x300.jpg 214w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Josef_Skoda_1-768x1078.jpg 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Josef_Skoda_1.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Josef von Skoda<sup>5)</sup></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:81%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Trauungsbuch-24-Jan-SKODA-1799-p.77.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="334" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Trauungsbuch-24-Jan-SKODA-1799-p.77-1024x334.png" alt="" class="wp-image-3793" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Trauungsbuch-24-Jan-SKODA-1799-p.77-1024x334.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Trauungsbuch-24-Jan-SKODA-1799-p.77-300x98.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Trauungsbuch-24-Jan-SKODA-1799-p.77-768x251.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Trauungsbuch-24-Jan-SKODA-1799-p.77-1320x431.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Pilsen-Trauungsbuch-24-Jan-SKODA-1799-p.77.png 1421w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Pilsen I &#8211; Trauungsbuch 24 &#8211; p.77</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Bei der Geburt von Josef ist der Beruf seines Vaters Jan als <em>Zámečník</em> angegeben, also der eines Schlossers. Als Sohn eines Handwerker waren die Ressourcen seiner Familie naturgemäß begrenzt. Dennoch schafften es seine Eltern Jan + Anna, dass er in Wien ein Medizinstudium beginnen konnte, das er 1831 auch (nur 3 Jahre nach Rokitansky) mit seiner Promotion abschließen konnte.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-default"/>



<p>Rokitansky entwickelte sich in dieser Zeit zum führenden Pathologen Wiens. Der Kliniker Josef von Škoda lernte bei ihm und spezialisierte seine physikalischen Untersuchungsmethoden der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perkussion_(Medizin)" target="_blank" rel="noopener">Perkussion</a>&nbsp;(mit den Händen) und&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Auskultation" target="_blank" rel="noopener">Auskultation</a>&nbsp;(mit dem&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stethoskop" target="_blank" rel="noopener">Stethoskop</a>). Im <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_von_Wurzbach" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_von_Wurzbach" target="_blank" rel="noopener">Wurzbach</a> </em>erfahren wir, welchen Stellenwert Škodas Methodiken im Jahr 1877 bereits für die Diagnostik hatten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Auf den Werth dieser physikalischen Hilfsmittel (Percussion und Auscultation) hatten schon vor Škoda die Franzosen Laennec und Piorrh aufmersam gemacht, aber S. hat die von beiden gemachten Beobachtungen, als in manchen Fällen theils irrthümlich, theils unvollkommen, berichtigt und wesentlich ergänzt, und die durch oberwähnten  Untersuchungen zu ermittelnden Erscheinungen in einer so vollkommenen Weise erklärt, dass seine Lehrsätze in Deutschland fast allgemein als unwandelbar angenommen werden.</em></p>
<cite>Wurzbach, C. &#8211; Biografisches Lexikon des Kaisertums Österreich &#8211; Fünfundreißigster Teil</cite></blockquote>



<p>Bevor Rokitansky diesen Ruhm erreichen konnte, waren seine Ansichten unter seinen Kollegen aber durchaus umstritten, was zu einer Versetzung an die &#8222;Irrenanstalt&#8220; des AKH führte. Im Jahr 1840 konnte er allerdings an die neu gegründete Abteilung für Brustkrankheiten zurückkehren. 1841 wurde er zum Primararzt ernannt und stand neben der Abt. für Brustkranke einer Abt. für interne Krankheiten und für Hautkrankheiten vor. <sup>4)</sup> Dort begann unter ihm das Licht eines weiteren Vertreters der zweiten Wiener medizinischen Schule zu strahlen, der sich um die systematische Beschreibung von Hautkrankheiten verdient machte: Ferdinand Hebra.</p>



<p>&nbsp;  </p>



<h5 class="wp-block-heading" id="ferdinand-von-hebra">Ferdinand von Hebra</h5>



<p>Ferdinand von Hebra wurde am 07.09.1816 in Brünn als uneheliches Kind der Aloysia Schwarzmann geboren. Sein Vater war Johann Hebra, ein k.k. Zivilbeamter im Offiziersrang. <sup>6)</sup> Die Mutter lebte von ihrem Mann getrennt, und im Taufbuch wurde der Vater nachträglich geschwärzt und die Eintragung auf &#8222;unehelich&#8220; korrigiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Bruenn-Sv.-Janu-Minoriten-Ferdinand-SCHWARZMUeLLER-1816-p.892.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1865" height="380" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Bruenn-Sv.-Janu-Minoriten-Ferdinand-SCHWARZMUeLLER-1816-p.892.png" alt="" class="wp-image-3812" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Bruenn-Sv.-Janu-Minoriten-Ferdinand-SCHWARZMUeLLER-1816-p.892.png 1865w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Bruenn-Sv.-Janu-Minoriten-Ferdinand-SCHWARZMUeLLER-1816-p.892-300x61.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Bruenn-Sv.-Janu-Minoriten-Ferdinand-SCHWARZMUeLLER-1816-p.892-1024x209.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Bruenn-Sv.-Janu-Minoriten-Ferdinand-SCHWARZMUeLLER-1816-p.892-768x156.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Bruenn-Sv.-Janu-Minoriten-Ferdinand-SCHWARZMUeLLER-1816-p.892-1536x313.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/09/Pfarre-Bruenn-Sv.-Janu-Minoriten-Ferdinand-SCHWARZMUeLLER-1816-p.892-1320x269.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1865px) 100vw, 1865px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Brünn &#8211; Pfarre Sv. Janu (Minoriten) &#8211; Taufbuch 2 &#8211; p.892</em></figcaption></figure>



<p>Etliche Biografien weisen darauf hin, dass es sein Verdienst war, dass die Dermatologie als eigenständige medizinische Fachrichtung existiert:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Es gelang ihm durch eine Reihe von schriftstellerischen Leistungen und wesentlichen Neuerungen das Gebiet der Dermatologie derartig zu erweitern und umzugestalten, daß es durch seinen Einfluß zum Rang einer Specialdisciplin mit einem eigenen Lehrer erhoben wurde. Es wurde für die Hautkranken eine selbständige Abtheilung 1845 gebildet und an die Spitze derselben H. gestellt, seit 1849 als außerordentlicher, seit 1869 als ordentlicher Professor. Diese Stellung behielt H. bis zu seinem Lebensende. [&#8230;] Es ist sein Verdienst, der Dermatologie, die vor ihm kaum besondere Beachtung und eine wissenschaftliche Bearbeitung nur in vereinzelten Versuchen erfahren hatte, allgemeine Geltung als einer den übrigen Fächern der Medicin durchaus ebenbürtigen Disciplin verschafft zu haben.</em></p>
<cite>Julius Pagel in: <a href="https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Hebra,_Ferdinand_Ritter_von" data-type="link" data-id="https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Hebra,_Ferdinand_Ritter_von" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Allgemeine Deutsche Biografie&#8220; (1905)</a> </cite></blockquote>



<p>Die einstmals jungen Wilden erarbeiteten sich Rang und Namen und so wurde auch Josef Skoda im Jahr 1846 der Professoren-Titel verliehen. Im Jahr 1848 wurde er in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen, 1856 auch in die Leopoldina, die älteste naturwissenschaftlich-medizinische&nbsp;Gelehrtengesellschaft&nbsp;im&nbsp;deutschsprachigen Raum&nbsp;und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:25.1%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="597" height="474" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Haeuserverzeichnis-1861-Josef-SKODA-Wien-VIII-Plan-p.77.png" alt="" class="wp-image-4036" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Haeuserverzeichnis-1861-Josef-SKODA-Wien-VIII-Plan-p.77.png 597w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Haeuserverzeichnis-1861-Josef-SKODA-Wien-VIII-Plan-p.77-300x238.png 300w" sizes="auto, (max-width: 597px) 100vw, 597px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:35%">
<p>Das schlug sich auch in einem entsprechendem Einkommen nieder und so finden wir Josef Skoda im Jahr 1861 im großartigen Häuserverzeichnis von Anton Ziegler auch als Hausbesitzer an der <a href="https://meinevorfahren.at/quellen/adresse-und-hausnummern/" target="_blank" data-type="post" data-id="949" rel="noreferrer noopener">Konskriptionsnummer</a> 132 in der damaligen &#8222;Hauptstraße&#8220; im <em>kaiserlich-königlichen Polizei Bezirk Josephstadt mit den Vorstadt-Gemeinden Alt=Lerchenfeld, Josephstadt, Strozzengrund und Breitenfeld</em>. </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:32%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="298" height="233" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/12/Haeuserverzeichnis-1861-Josef-SKODA-Wien-VIII-S.-6-p.73.png" alt="" class="wp-image-4037"/></figure>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading" id="militante-mediziner">Militante Mediziner?</h4>



<p>Es mag aus heutiger Sicht wenig überraschend sein, dass Menschen, die sich der Erforschung neuer wissenschaftlichen Methoden widmeten, auch politisch einer &#8222;progressiven&#8220; Weltanschauung zuzurechnen waren. Mit dem zunehmenden Wissen über die Ursachen und Ursprünge von Erkrankungen und den Erkenntnissen, wie diese diagnostiziert werden konnten wuchs auch das Engagement der Ärzte in sozialpolitischer Hinsicht, um die Auswüchse der industriekapitalistischen Entwicklungen zu bekämpfen oder zumindest in Grenzen zu halten. In vielen Themen rund um Wohnungs- und Ernährungssituation, Trinkwasserversorgung und Kanalisation engagierte sich akademisches Personal für Verbesserungen.</p>



<p>Viele der besten wissenschaftlichen Köpfe der damaligen Zeit unterstützten als Folge dieses Engagements die revolutionären Bestrebungen. Es war ein selbst-bestimmter und solidarischer Schulterschluss einer bürgerlichen, akademischen und politisch liberalen Bewegung mit der ausgebeuteten Arbeiterschaft, die in den Metropolen des 19. Jahrhunderts rasant anwuchs. Die geistige Elite des Landes forderte Pressefreiheit, Lern- und Lehrfreiheit und verbündete sich mit den unterdrückten Massen in einer Form, die die radikaleren Revolutionen des folgenden Jahrhunderts nie zustande bringen sollten.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>In Wien lagen an der alten Prosektur die Ursprünge der Märzrevolution von 1848. Die sogenannte „Doktoren-Revolution“ wurde in Rokitanskys Sezierbaracke von 40 Medizinern vorbereitet, da diese zur Zeit des Metternichschen Systems nicht unter Polizeiüberwachung stand <sup>3)</sup></li>



<li>Auch Rokitanskys Kritiker Rudolf Virchow stand in Berlin auf der Seite der Revolutionäre. Während der Märzrevolution 1848 kämpfte Virchow auf Seiten der Demokraten und nahm an politischen Kundgebungen für die Demokratie teil. Sein politisches Engagement führte dazu, dass er seine Stelle an der Charité verlor. <sup>7) 8)</sup> <br>Sein Bericht über eine in Oberschlesien grassierende Typhus-Epidemie (deren Erreger noch nicht bekannt waren) legte klar die Verbindung der sozialen und der medizinischen Dimension offen:<br><em>„Aller Wahrscheinlichkeit nach sind es die lokalen Verhältnisse der Gesellschaft welche die Form der Erkrankung bestimmen und wir können bis jetzt als ziemlich allgemeines Resultat hinstellen, dass die einfache Form umso häufiger ist, je armseliger und einseitiger die Nahrungsmittel und je schlechter die Wohnungen sind“</em>. <sup>9)</sup></li>



<li>Inmitten der Wirren des Revolutionsjahre 1848 überzeugten Ärzte den Kaiser, dass eine Bewaffnung der Studenten als Bürgermiliz ein Ausufern der Gewalt in der Konfrontation mit dem Proletariat verhindern könnte. In der bald darauf als Teil der Nationalgarde gebildeten „Akademischen Legion“ waren die Mediziner die stärkste Gruppierung. Dieser Gruppe gehörten auch Kapazitäten der Medizinischen Fakultät an, wie Carl Rokitansky, Josef Skoda und Ferdinand Hebra. <sup>10) 11)</sup></li>
</ul>



<p>Nicht nur Ärzte gehörten der akademischen Legion an. Auch ein Technikercorps bildete einen Teil dieses bis zu 6.000 Mann starken Teils der Nationalgarde, die ursprünglich mit kaiserlicher Billigung für Ruhe und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sorgen sollte. Auch der Geograf und Geologe <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/dr-eduard-suess/" data-type="post" data-id="2549">Eduard Suess</a> war Teil dieser Einheit. </p>



<h4 class="wp-block-heading" id="der-kampfgegen-cholera-typhus-und-ruhr">Der Kampf gegen Cholera, Typhus und Ruhr</h4>



<p>Suess konnte später, im Jahr 1864, auf tatkräftige Unterstützung der Professoren Rokitansky und Škoda zählen, als er gegen teils zähen Widerstand eine der größten Errungenschaften der angehenden Millionenstadt mit ihrem gewaltigen Zustrom an Menschen durchsetzte: <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/dr-eduard-suess/" data-type="post" data-id="2549">Den Bau der Wiener Hochquellwasserleitung</a>, die neben dem Ausbau der Kanalisation den wohl größten Beitrag gegen die früheren Cholera-Epidemien leistete.</p>



<p>Škoda unterstützte vor allem in seiner Funktion als Vorsitzender der k. k. Gesellschaft der Ärzte bei der Auswahl des am besten geeigneten Wasserreservoirs &#8211; eine Diskussion, die über Jahre hinweg mit Leidenschaft geführt wurde. Die k. k. Gesellschaft der Ärzte erstellte mehrere Gutachten (vor allem 1862, 1864), in denen die Hochquellen des Schneeberg-Gebietes, allen voran Kaiserbrunnen und Stixenstein, klar als qualitativ und quantitativ beste Optionen benannt wurden. <sup>12)</sup></p>



<p>Nach langem Bemühen wurde die I. Wiener Hochquell-Leitung 1873 eröffnet &#8211; und sie verbesserte die Trinkwasserversorgung der Großstadt erheblich, auch wenn sie die letzte (mit Ausnahme des WK I) Cholera-Epidemie nicht verhindern konnte. Der Mediziner Anton Drasche war ab 1867 bis 1877 als Primararzt im sogenannten „städtischen Choleraspital“ &#8211; der ersten medizinischen Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung -tätig<sup> 13)</sup>. In dieser Funktion untersuchte er akribisch die 1873 in Wien ausbrechende Choleraepidemie, um diese zu bekämpfen. Doch wenige Jahre darauf zeichnete sich ab, dass die Kapazität dieser hochqualitativen Wasserversorgung den stetig wachsenden Durst der Großstadt einfach nicht stillen konnte.</p>



<p>Die Diskussionen um die am besten geeigneten Optionen begannen daher erneut, und sie waren nicht weniger zeitraubend und ermüdend als bei der ersten Leitung und wurde mit Leidenschaft geführt. Als erweiterte Komplexität kam hinzu, dass &#8211; im Vorfeld ihrer Eingemeindung auch die Wasserversorgung der Wiener Vororte zur Debatte stand. Die Diskussion drehte sich auch dieses Mal um 3 Optionen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Versorgung durch Hochquellen (aus dem Schneeberg &amp; Raxgebiet)</li>



<li>Versorgung durch Tiefquellen (vor allem der Fischa-Dagnitz aus dem Steinfeld bei Wiener Neustadt)</li>



<li>Versorgung durch Oberflächenwasser (z.B. aus der Donau oder aus dem Wiental)</li>
</ol>



<p>Aus ärztlicher Sicht war genau dies die Reihenfolge ihrer Präferenzen &#8211; und so kam für Skoda und seine Kollegen nur die Option 1 in Frage. Dies gaben sie auch klar zu verstehen &#8211; und ihrer Standfestigkeit und dem Einsatz von Eduard Suess ist es wohl zu verdanken, dass Wien heute die vielleicht beste Wasserversorgung einer Millionenstadt hat. <sup>14)</sup></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Die Liste der weiteren namhaften Vertreter dieser wissenschaftlichen Blütezeit in der k.&amp;k. Metropole &#8211; die bis zum Niedergang durch den ersten Weltkrieg andauerte &#8211; ist zu lange, als dass ich all ihren Vorfahren sozusagen auf den Zahn hätte fühlen können. Allein die Nobelpreisträger <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Landsteiner" target="_blank" rel="noopener">Karl Landsteiner</a>&nbsp;(Serologe) und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B3bert_B%C3%A1r%C3%A1ny" target="_blank" rel="noopener">Róbert Bárány</a> (Physiologe) wären hier stellvertretend noch zu nennen.</p>



<p>Es ist spannend zu sehen, dass viele dieser hervorragenden Wissenschaftler nicht nur Beeindruckendes auf ihrem jeweiligen Fachgebiet leisteten, sondern sich teils auch sehr aktiv um gesellschaftlichen, sozialen und humanitären Fortschritt bemühten.</p>



<p>Wie bei vielen meiner Beiträge finden wir auch hier wieder viele familiäre Ursprünge in den Kronländern des ehemaligen Habsburger-Reiches. Es mag daher verlockend sein, diesen Blick auf die Familien und Geschichten der Größen der zweiten Wiener Medizinischen Schule als Beleg für die Vielfältigkeit und die Entwicklungschancen im k.&amp;k. Universum zu deuten. Doch darf man dabei nicht vergessen, dass viele der späteren Prominenten, deren Wurzeln wir in Böhmen, Mähren, Ungarn oder Schlesien finden, zumindest dem Beamtentum oder dem ökonomisch erfolgreichen Bürgertum entsprangen. Die Beispiele, in denen wir soziale Durchlässigkeit &#8222;von der Scholle bis in den (erhobenen) Adelsstand&#8220; finden, sind wohl tatsächlich mit den Fingern abzählbar &#8211; und der Anpassungsdruck der vielen, die nach Wien kamen um den Aufstieg zu schaffen, muss enorm gewesen sein.</p>



<p></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Humoralpathologie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Humoralpathologie</a></li>



<li>ÖAW &#8211; Österreichisches Biografisches Lexikon: <a href="https://www.oeaw.ac.at/de/acdh/oebl/biographien-des-monats/2020/jaenner" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.oeaw.ac.at/de/acdh/oebl/biographien-des-monats/2020/jaenner" rel="noreferrer noopener">Carl von Rokitansky</a></li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Rokitansky" target="_blank" rel="noopener">Carl von Rokitansky</a> </li>



<li>ÖAW &#8211; Österreichisches Biografisches Lexikon: <a href="https://www.biographien.ac.at/oebl?frames=yes" data-type="link" data-id="https://www.biographien.ac.at/oebl?frames=yes" target="_blank" rel="noopener">Ferdinand von Hebra</a></li>



<li>WikiCommons: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Josef_Skoda_1.jpg" data-type="link" data-id="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Josef_Skoda_1.jpg" target="_blank" rel="noopener">Josef von Skoda</a></li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Hebra" target="_blank" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Hebra" rel="noreferrer noopener">Ferdinand von Hebra</a></li>



<li>Geschichte Wiki: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rudolf_Virchow" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rudolf_Virchow" rel="noreferrer noopener">Rudolf Virchow</a></li>



<li>Universität Würzburg &#8211; Institut für Pathologie: <a href="https://www.pathologie.uni-wuerzburg.de/geschichte/virchow-in-wuerzburg/von-berlin-nach-wuerzburg/revolutionaer-in-berlin/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Revolutionär in Berlin &#8211; Pathologisches Institut</a></li>



<li>TATRA, Gerhard: 2020, &#8222;Der Wandel der sozialpolitischen Rolle der Wiener Ärzte 1848 &#8211; 1914&#8220;, <a href="https://services.phaidra.univie.ac.at/api/object/o:1267226/get" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dissertation</a></li>



<li>TATRA, Gerhard, p.19, ebd. </li>



<li>GeschichteWiki Wien: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Akademische_Legion_(1848)" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Akademische_Legion_(1848)" rel="noreferrer noopener">Akademische Legion</a></li>



<li>ANNO: <a href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&amp;datum=18651024&amp;seite=7&amp;zoom=33&amp;query=%22Skoda%2BWasserleitung%22~20&amp;ref=anno-search" target="_blank" data-type="link" data-id="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&amp;datum=18651024&amp;seite=7&amp;zoom=33&amp;query=%22Skoda%2BWasserleitung%22~20&amp;ref=anno-search" rel="noreferrer noopener">Neue Freie Presse &#8211; 24.10.1865</a> </li>



<li>Med Uni Wien: <a href="https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=27960" target="_blank" data-type="link" data-id="https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=27960" rel="noreferrer noopener">Anton Drasche</a></li>



<li>apa science: <a href="https://science.apa.at/power-search/3495266436398509999" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wasser für die Großstadt</a></li>
</ol>



<p></p>
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		<title>Egon Schiele</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2025 23:18:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
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					<description><![CDATA[Halloween 1918 &#8211; der Horror der spanischen Grippe Der Oktober 1918 bildete den Höhepunkt der spanischen Grippe. Alleine in Wien starben im vierten Quartal über 3900 Menschen an und nach der Grippeinfektion. Sie erhielt ihren Namen, weil im nicht kriegführenden Spanien über die sich rasant verbreitende Krankheit berichtet werden konnte, während in den Nationen, die [&#8230;]]]></description>
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<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#halloween-1918-der-horror-der-spanischen-grippe">Halloween 1918 &#8211; der Horror der spanischen Grippe</a></li><li><a href="#kindheit-am-bahnhof">Kindheit am Bahnhof</a></li><li><a href="#aus-den-bohmischen-wirtshausern">Aus den böhmischen Wirtshäusern</a></li><li><a href="#immigrant-in-der-leopoldstadt">Immigrant in der Leopoldstadt</a></li><li><a href="#der-ingenieur-aus-ballenstedt">Der Ingenieur aus Ballenstedt</a></li><li><a href="#die-pfarrerskinder">Die Pfarrerskinder</a></li><li><a href="#paten-zum-abwinken">Paten zum Abwinken</a></li><li><a href="#kunstlerische-bedeutung">Künstlerische Bedeutung von Egon Schiele</a><ul><li><a href="#bewertung-ihrer-kunstlerischen-bedeutung">Bewertung ihrer künstlerischen Bedeutung</a></li><li><a href="#kunstlerische-relevanz-im-vergleich">Künstlerische Relevanz im Vergleich</a></li><li><a href="#wer-ist-der-wichtigste-kunstler-osterreichs">Wer ist der &#8222;wichtigste&#8220; Künstler Österreichs?</a></li></ul></li></ul></nav></div>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading" id="halloween-1918-der-horror-der-spanischen-grippe">Halloween 1918 &#8211; der Horror der spanischen Grippe </h4>



<p>Der Oktober 1918 bildete den Höhepunkt der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Grippe" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Grippe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">spanischen Grippe</a>. Alleine in Wien starben im vierten Quartal über 3900 Menschen an und nach der Grippeinfektion. Sie erhielt ihren Namen, weil im nicht kriegführenden Spanien über die sich rasant verbreitende Krankheit berichtet werden konnte, während in den Nationen, die in den I. Weltkrieg involviert waren, die Zensur kein Interesse daran hatte, zu den tausenden Kriegstoten auch noch die Opfer einer Pandemie zu diskutieren.</p>



<p>Auch in den Wiener Totenbeschauprotokollen dieser Zeit finden sich reihenweise Einträge, die auf &#8222;Lungenentzündung&#8220;, &#8222;Grippe&#8220; oder auch &#8222;Lungenentzündung nach Grippe&#8220; lauten. In der Totenbeschau hatte der Begriff &#8222;Spanische Grippe&#8220; noch keinen Niederschlag gefunden. </p>



<p>Im besagten Oktober finden wir auf zwei Seiten hintereinander den Namen <strong>Schiele</strong>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="2444" height="544" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE.png" alt="" class="wp-image-3851" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE.png 2444w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE-300x67.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE-1024x228.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE-768x171.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE-1536x342.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE-2048x456.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Stadt-Wien-Totenbeschauprotokoll-Edith-Egon-SCHIELE-1320x294.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2444px) 100vw, 2444px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Stadt Wien &#8211; Totenbeschauprotokolle 1918 (SCH) &#8211; p.214+215</em></figcaption></figure>



<p>Nur drei Tage voneinander getrennt verstarben am 28.10. und 31.10.1918 Edith (geb. Harms) und Egon Schiele.</p>



<p>Damit endete das kurze Leben des vielleicht schillerndsten Vertreters der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Moderne" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Moderne" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wiener Moderne</a>. Über das Leben und die künstlerische Bedeutung von Egon Schiele gibt es wesentliche kompetentere Beiträge, als ich hier beizusteuern könnte. Ich möchte meinen Blick daher auf die Abstammung und die Vorfahren der Familie Schiele richten. </p>



<h4 class="wp-block-heading" id="kindheit-am-bahnhof">Kindheit am Bahnhof</h4>



<p>Geboren wurde <em>Egon Leo Adolf Ludwig Schiele</em> am 12.06.1890 als Sohn eines Bahnhofsvorstandes der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_Franz_Josephs-Bahn" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_Franz_Josephs-Bahn" target="_blank" rel="noopener">Kaiser Franz-Josefs-Bahn</a>, im damaligen und heutigen <a href="https://www.tulln.at/erleben/stadt-kultur/egon-schiele/schiele-geburtshaus" data-type="link" data-id="https://www.tulln.at/erleben/stadt-kultur/egon-schiele/schiele-geburtshaus" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tullner Bahnhof</a> (wo dem großen Sohn Tullns heute auch eine &#8222;Erlebniswelt&#8220; gewidmet ist).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-scaled.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="293" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-scaled.png" alt="" class="wp-image-3868" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-scaled.png 2560w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-300x34.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-1024x117.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-768x88.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-1536x176.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-2048x235.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Tulln-Taufbuch-13-Egon-SCHIELE-1890-p.284-1320x151.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Tulln &#8211; Taufbuch 13 &#8211; p.284</em></figcaption></figure>



<p>Der Vergleich historischer Karten zeigt uns die Lage der &#8222;E.St.&#8220; (Eisenbahn-Station) außerhalb der Stadt und den Verlauf der Franz-Josefs-Bahn Richtung Wien. Wir können aber auch gut erkennen, wie Tulln seit der Donauregulierung vor dem frei fließenden Strom geschützt wurde.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:46%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Scheda-Joseph-Ritter-1847-Wien-und-die-Naehe-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1149" height="804" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Scheda-Joseph-Ritter-1847-Wien-und-die-Naehe-1.png" alt="" class="wp-image-3864" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Scheda-Joseph-Ritter-1847-Wien-und-die-Naehe-1.png 1149w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Scheda-Joseph-Ritter-1847-Wien-und-die-Naehe-1-300x210.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Scheda-Joseph-Ritter-1847-Wien-und-die-Naehe-1-1024x717.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Scheda-Joseph-Ritter-1847-Wien-und-die-Naehe-1-768x537.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1149px) 100vw, 1149px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Tulln 1847 &#8211; Joseph Ritter von Scheda</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:58%">
<figure class="wp-block-image size-large wp-duotone-unset-1"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Tulln-k.-k.-Militaer-Geografisches-Institut-1892.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="566" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Tulln-k.-k.-Militaer-Geografisches-Institut-1892-1024x566.png" alt="" class="wp-image-3863" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Tulln-k.-k.-Militaer-Geografisches-Institut-1892-1024x566.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Tulln-k.-k.-Militaer-Geografisches-Institut-1892-300x166.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Tulln-k.-k.-Militaer-Geografisches-Institut-1892-768x424.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Tulln-k.-k.-Militaer-Geografisches-Institut-1892-1320x729.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Tulln-k.-k.-Militaer-Geografisches-Institut-1892.png 1334w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Tulln 1892 &#8211; k.&amp;k. Militär-Geografisches Institut</em></figcaption></figure>
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</div>



<p>Tulln war jedoch nicht der erste Dienst- und Wohnort des Eisenbahn-Stationsvorstandes. Denn die Pfarre Launsdorf in der Diözese Gurk verzeichnete an der Anschrift <em>Launsdorf 19</em> in den Jahren 1880, 1881 und 1882 je ein totgeborenes Kind der Eltern Adolf Schiele und Maria Soukup.</p>



<p>Trotz dieser Schicksalsschläge wuchs Egon mit drei Schwestern auf. Elvira wurde 1883 in Tulln geboren &#8211; sie verstarb allerdings ebenfalls bereits 1893, als Egon erst 3 Jahre alt war. Melania Louise kam 1886 zur Welt und die jüngste, Gertrude, im Jahr 1894.</p>



<p>Egons Vater verstarb in der Silvesternacht von 1904 auf 1905 an Syphilis<sup>1)</sup>, er muss bereits von der Krankheit gezeichnet gewesen sein, denn bereits im Oktober 1904 vermeldet das <em>Verordnungs- und Anzeige-Blatt der k.k. General-Direction der österr. Staatsbahnen</em> die Versetzung des Oberoffizials vom Vorstandsposten in Tulln &#8222;aus Gesundheitsrücksichten&#8220; <sup>2)</sup>.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="aus-den-bohmischen-wirtshausern">Aus den böhmischen Wirtshäusern </h4>



<p>Im Unterschied zu seinem späteren Förderer <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/gustav-klimt/" data-type="post" data-id="1042" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gustav Klimt</a> sind es bei Egon Schiele die mütterlichen Vorfahren, die aus Böhmen abstammen. Die Mutter, Maria Soukup, entstammt einer wohlhabenden Familie von Wirthausbesitzern, wie wir ihrem Taufbuch-Eintrag aus Krumau (Český Krumlov) entnehmen können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2158" height="673" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Krumau-Taufbuch-18-Maria-SOUKUP-1862-p.18.png" alt="" class="wp-image-3873" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Krumau-Taufbuch-18-Maria-SOUKUP-1862-p.18.png 2158w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Krumau-Taufbuch-18-Maria-SOUKUP-1862-p.18-300x94.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Krumau-Taufbuch-18-Maria-SOUKUP-1862-p.18-1024x319.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Krumau-Taufbuch-18-Maria-SOUKUP-1862-p.18-768x240.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Krumau-Taufbuch-18-Maria-SOUKUP-1862-p.18-1536x479.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Krumau-Taufbuch-18-Maria-SOUKUP-1862-p.18-2048x639.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/10/Pfarre-Krumau-Taufbuch-18-Maria-SOUKUP-1862-p.18-1320x412.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2158px) 100vw, 2158px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Krumau &#8211; Taufbuch 18 &#8211; p.18</em></figcaption></figure>



<p>In der Beschreibung des Tullner Schieleweges liest sich das so:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Es ist eine Hausgeburt &#8211; sein Vater ist Bahnhofsvorsteher und hat dort eine große Dienstwohnung. Adolf Schiele ist ein imposanter Mann in Uniform mit Degen und Federhut. Seine Frau Marie stammt aus einer wohlhabenden Familie. Sie leistet sich eine Magd und führt einen herrschaftlichen Haushalt. Herrschaftlich erzieht sie auch ihre Kinder. Doch Egon ist ein kleiner Rebell. Kaum aus den Windeln, greift er zum Griffel. Zeichnet. Pinselt. Malt. Das Talent dafür scheint ihm in die Wiege gelegt.</em></p>
<cite><a href="https://www.tulln.at/erleben/qr/schiele-weg-bahnhof" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.tulln.at/erleben/qr/schiele-weg-bahnhof" rel="noreferrer noopener">Tulln.at &#8211; Egon Schiele Weg. &#8222;Geburtshaus oder: Egon und die alten Dampfloks&#8220;</a></cite></blockquote>



<p>Opa und Oma Soukup, sozusagen zwei Wirtshauskinder, fanden sich in Krumau. Franz stammte aus dem kleinen Ort Mirkovice, Luftlinie weniger als 10 km von Krumau entfernt. Aloisia finden wir bei der Trauung mit Franz als <em>&#8222;Tochter des Franz Poferl, Wirtshausbesitzers in Krumau Nr. 40&#8220;</em> schon an der mutmaßlichen Adresse &#8222;Fischergasse 40&#8220; (heute wohl die &#8222;Rybářska&#8220; Gasse, die sich südlich der Altstadt ab der Kajovska-Brücke der Moldau entlang erstreckt) die als Geburtsort von Egon Schieles Mutter zu vermerken war.</p>



<p>Geheiratet wurde in Priethal (Přídolí), einer Pfarre etwas südlich von Krumau. Vielleicht war es der halbe Weg aus der Stadt Krumau ins Dorf Mirkovice &#8211; was weiß man. Franz war 19 Jahre jung, bei Aloysia findet man erst gar kein Alter im Trauungsbuch, nur den Vermerk &#8222;mit Einwilligung des Brautvaters&#8220;. Das Taufbuch von Krumau zeigt uns, dass das Mädchen 17 Jahre alt war.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="immigrant-in-der-leopoldstadt">Immigrant in der Leopoldstadt</h4>



<p>Egon Schieles väterliche Familie dagegen scheint auf den ersten Blick aus Österreich zu kommen. Der Taufbuch-Eintrag Egons verrät uns eine Trauung der Eltern in Wien Währing im Jahr 1879. Dort sieht man, dass der Vater aus dem zweiten Bezirk, aus der Pfarre St. Johann Nepomuk, stammt.</p>



<p>Der zweite Bezirk war nach heutigen Begriffen ein &#8222;Stadtentwicklungsgebiet&#8220;. Im Jahr 1850 war die Donau noch unreguliert, große Teile des heutigen Bezirks waren Grünland, die gesamt Achse vom Augarten über den Praterstern bis zum Lusthaus im Prater unverbautes Gebiet. Der Nordbahnhof der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn lag auf freier Fläche unweit eines ungezähmten Donau-Armes, den die Bahnstrecke sogleich zu queren hatte.</p>



<p>Doch ähnlich wie die &#8222;Vorstadt&#8220; in den heutigen Bezirken XVI &#8211; XVIII wuchs die bebaute Fläche rasant und die Leopoldstadt hatte einen gewaltigen Bevölkerungszustrom aufzunehmen. So wurde dieser Bezirk die erste Heimat für viele Zuwanderer aus den Kronländern im Osten &#8211; und wir finden darunter viele spätere Berühmtheiten (oder deren Eltern) aus Kunst, Wissenschaft, Politik &amp; Wirtschaft. Darunter <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/sigmund-freud/" data-type="post" data-id="1755">Sigmund Freud</a> und Lise Meitner, um nur wenige zu nennen.</p>



<p>Und so ist ist es vielleicht nicht überraschend, dass wir auch bei den väterlichen Vorfahren von Egon Schiele plötzlich Verweise nach Böhmen, Mähren und dem heutigen Sachsen-Anhalt finden.</p>



<p>Das Taufbuch von Schieles Vater Adolf aus dem Jahr 1850 nennt Ludwig Schiele und Aloisia Schimak als Eltern. Ludwig Schiele war Ingenieur der zuvor erwähnten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_Ferdinands-Nordbahn" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_Ferdinands-Nordbahn" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kaiser Ferdinand Nordbahn</a> und stammte aus Ballenstedt im Herzogtum Anhalt. Aloisia Schimak hingegen war gebürtige Böhmin. Auch bei Adolf Schieles Geburt hilft uns das Taufbuch, die Trauung der Eltern zu finden. Im böhmischen (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bechyn%C4%9B" target="_blank" rel="noopener">Bechyně</a>), dem Geburtsort der Mutter, werden wir fündig.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2383" height="684" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Ludwig-SCHIELE-Trauungsbuch-Bechin-Taufbuch-Sohn-Wien-02-3.png" alt="" class="wp-image-3903" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Ludwig-SCHIELE-Trauungsbuch-Bechin-Taufbuch-Sohn-Wien-02-3.png 2383w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Ludwig-SCHIELE-Trauungsbuch-Bechin-Taufbuch-Sohn-Wien-02-3-300x86.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Ludwig-SCHIELE-Trauungsbuch-Bechin-Taufbuch-Sohn-Wien-02-3-1024x294.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Ludwig-SCHIELE-Trauungsbuch-Bechin-Taufbuch-Sohn-Wien-02-3-768x220.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Ludwig-SCHIELE-Trauungsbuch-Bechin-Taufbuch-Sohn-Wien-02-3-1536x441.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Ludwig-SCHIELE-Trauungsbuch-Bechin-Taufbuch-Sohn-Wien-02-3-2048x588.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Ludwig-SCHIELE-Trauungsbuch-Bechin-Taufbuch-Sohn-Wien-02-3-1320x379.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2383px) 100vw, 2383px" /></figure>



<p>Bei der Trauung 1844 wird als Wohnort des Bräutigams vermerkt &#8222;Weißkirchen, Prerauer Kreis, Mähren&#8220;. Wir dürfen wohl annehmen, dass es sich um den Dienstort des Eisenbahn-Ingenieurs gehandelt hat.</p>



<p>Die Einträge zu Braut und Mutter Aloisia Schimak sind ebenfalls interessant. Im Taufbuch des Sohnes lese ich <em>&#8222;Tochter des Wenzl Schimak, <strong>Burggrafen </strong>und d. Aloisia geb. Rebentisch&#8220;</em>. Das Trauungsbuch verzeichnet <em>&#8222;Aloisia, ehel Tochter des Wenzl Schimak, <strong>Fürst ~Paarsche Burggrafen</strong> in Bechin und dessen Ehegattin Aloisia, geb. Rebentisch aus Prachatic&#8220;</em>. Dazu passt die Aloisias Anschrift &#8222;Bechin No. 1&#8220;, die wohl dem Schloss zuzuordnen ist.</p>



<p>Nachdem Schloss Bechin allerdings im Besitz der Herrschaft der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paar_(Adelsgeschlecht)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Paar_(Adelsgeschlecht)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Grafen von Paar</a> stand und keine adelige Abstammung der Familie Schimak bekannt ist, darf angenommen werden, dass Aloisias Eltern in den Diensten der Herrschaft von Bechin stand. </p>



<h4 class="wp-block-heading" id="der-ingenieur-aus-ballenstedt">Der Ingenieur aus Ballenstedt</h4>



<p>Bevor wir uns auf die Suche nach Luwig Schieles Geburt machen lohnt sich ein Blick auf die Landkarte. Wir erkennen Anhalt als eines der vielen kleineren und kleinsten Herzogtümer des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bund" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bund" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deutschen Bundes</a>, in dem sich &#8222;die souveränen Fürsten und freien Städte Deutschlands unter Einschluss des Kaiserreichs Österreich und des Königreichs Preußen&#8220; <sup>3)</sup> zu einer Art bundesstaatlichen Staatenbund zusammengeschlossen hatten.</p>



<p>Als Adolf Schiele 1850 in Wien geboren wurde, war dieser Bund aufgrund zunehmender Spannungen zwischen Preußen und Österreich bereits kurz vor dem Zerfall. 1866 zerbrach der Deutsche Bund endgültig im Preußisch-Österreichischen oder Deutsche Krieg, der am 3. Juli 1866 in der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_K%C3%B6niggr%C3%A4tz" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schlacht bei Königgrätz</a> gipfelte. Die preußische Armeen rückten in Folge bis Bratislava vor, wo die Kämpfe durch einen Waffenstillstand beendet wurden.</p>



<p>Bismarcks Verzicht darauf, preußische Armeen gegen Wien vorrücken zu lassen und die österreichische Hauptstadt anzugreifen bildeten die Grundlage für spätere deutsch-österreichische Allianzen. Ob diese Haltung auch einen Einfluss darauf hatte, dass Angehörige des mit Preußen verbündeten Herzogtums Anhalt weiter in Österreich leben konnten? Es erscheint mir durchaus naheliegend. </p>



<p>Die Niederlage bei Königgrätz (Hradec Kralove) beendete jedenfalls die habsburgischen Ambitionen, im Zuge einer &#8222;großdeutschen Lösung&#8220; die Führung aller deutschsprachigen Lande zu übernehmen. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Der-Deutsche-Bund-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="885" height="748" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Der-Deutsche-Bund-Auszug.png" alt="" class="wp-image-3913" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Der-Deutsche-Bund-Auszug.png 885w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Der-Deutsche-Bund-Auszug-300x254.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Der-Deutsche-Bund-Auszug-768x649.png 768w" sizes="auto, (max-width: 885px) 100vw, 885px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bund" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bund" target="_blank" rel="noopener"><em>Der Deutsche Bund (1815-1866)</em></a></figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:59%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Herzogtum_anhalt_1863-1918.svg_.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="591" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Herzogtum_anhalt_1863-1918.svg_.png" alt="" class="wp-image-3914" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Herzogtum_anhalt_1863-1918.svg_.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Herzogtum_anhalt_1863-1918.svg_-300x173.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Herzogtum_anhalt_1863-1918.svg_-768x443.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Ballenstedt in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anhalt" target="_blank" rel="noopener">Anhalt</a>&nbsp;zwischen 1863 und 1918</em> <sup>4)</sup></figcaption></figure>
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</div>



<p>Ballenstedt liegt im heutigen Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt und gilt als die Wiege der &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Askanier" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Askanier" target="_blank" rel="noopener">Askanier</a>&#8222;, des Stammhauses von Anhalt. </p>



<p>Nachdem uns das Trauungsbuch aus Bechin auch verrät, dass Schieles Großvater &#8222;augsburgischer Confession&#8220; war, beschränkt sich die Suche in Ballenstedt auf die protestantischen Pfarren. Der Geburten-Index der Schlosskirche zeigt uns eine ganze Menge Schieles &#8211; alle mit mindestens drei, zumeist vier Vornamen. Einzig der gesuchte Ludwig Schiele findet sich nicht darunter. So wendet sich die Suche der Pfarrkirche St. Nikolai zu, und hier werden wir unter dem Namen <em>Karl Ludwig Wilhelm</em> fündig.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="2124" height="801" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217.png" alt="" class="wp-image-3917" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217.png 2124w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217-300x113.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217-1024x386.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217-768x290.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217-1536x579.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217-2048x772.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Ballenstedt-St.-Nikolai-Taufbuch-1801-1839-Karl-Ludwig-Wilhelm-SCHIELE-1817-p.217-1320x498.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2124px) 100vw, 2124px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Ballenstedt St. Nikolai &#8211; Taufbuch 1801-1839 &#8211; p.217</em></figcaption></figure>



<p>Wir können nur mutmaßen, wo Ludwig seine technische Ausbildung absolvierte, bevor er in die Dienste Rothschilds als Eisenbahn-Ingenieur trat. Möglicherweise in Prag, wo er im Jahr 1862 verstarb.</p>



<p>Egon Schieles Urgroßvater Friedrich Karl war als Justizamtmann in herzoglichen Diensten, als er im Jahr 1813 die 21 Jahre junge Amalie Wilhelmine Albertine von Besser aus Berlin ehelichte, Tochter eines <em>&#8222;gewesenen Hauptmanns in dem königlich preussischen Infanterie Regiment von Winning&#8220;</em>, die er im Jahr 1836 bereits begraben musste. Er war Sohn eines evangelischen Pfarrers. Das Trauungsbuch gibt den Beruf seines Vaters als &#8222;Oberprediger von Schönebeck&#8220; an.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="die-pfarrerskinder">Die Pfarrerskinder</h4>



<p>Friedrich Karls Vater Justus war zumindest seit dem Jahr 1800 &#8222;wohlverdienter Diaconus&#8220; in Schönebeck an der Elbe. In diesem Jahr finden wir erstmals sein Kürzel &#8222;JBGSchiele&#8220; unter der jährlichen Konfirmandenliste, allerdings ist kein früheres Konfirmandenbuch verfügbar.</p>



<p>Er heiratete im Jahr 1779 Euphrosine Sophie Clauswitzin. Sein Trauungsbuch Eintrag verweist auf eine mögliche Herkunft aus Magdeburg, während seine künftige Frau Tochter eines hochfürstlich anhaltischen Hofpredigers war. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Koethen-St.-Agnus-Trauungsbuch-1771-1791-Justus-SCHIELE-1779-A.22-Nr.-14.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="555" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Koethen-St.-Agnus-Trauungsbuch-1771-1791-Justus-SCHIELE-1779-A.22-Nr.-14-1024x555.png" alt="" class="wp-image-3920" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Koethen-St.-Agnus-Trauungsbuch-1771-1791-Justus-SCHIELE-1779-A.22-Nr.-14-1024x555.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Koethen-St.-Agnus-Trauungsbuch-1771-1791-Justus-SCHIELE-1779-A.22-Nr.-14-300x163.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Koethen-St.-Agnus-Trauungsbuch-1771-1791-Justus-SCHIELE-1779-A.22-Nr.-14-768x416.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Koethen-St.-Agnus-Trauungsbuch-1771-1791-Justus-SCHIELE-1779-A.22-Nr.-14.png 1104w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Köthen St. Agnus &#8211; Trauungsbuch 1771-1791, Nr. 14/1779</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:48%">
<p><em>14. d. 4 Jul. sind auf Sr. Hochfürstl. Durchl. unseres Gnädigsten <br>Fürsten und Herrscher Concession ein für allemal proclamiert<br>und den 6ten. huj. im Hause um 12 Uhr copuliert worden<br>Herr Just Bernhard Gottfried Schiele, wohlverdienter<br>Diaconus bei der Kirche zu St. Jacobi zu Schönebeck<br>Weyl. Herrn Michael Gottfried Schieles, wohlverdienten<br>Compastors der St. Catharinen Kirche zu Magdeburg<br>hinterlaßener eheleibl. einziger Herr Sohn  mit,<br>Jgfr. Euphrosine Sophie Clauswitzin, Herrn Daniel<br>Gottlieb Clauswitzens, hochfürstl. Anhalt-[Cöthenl]<br>Hofpredigers und Pastors der evangel. luther. Gemeine<br>alhier eheleibl. einzigen jgfr. Tochter.</em>   </p>
</div>
</div>



<p>Beim Namen Clauswitz klingelten sofort die Alarmglocken, stammte doch <strong>Carl Philipp Gottlieb Clauswitz</strong> (später &#8222;von Clausewitz&#8220;) aus Burg bei Magdeburg ab, nicht direkt in Anhalt gelegen, aber nahe genug für mögliche verwandtschaftliche Verstrickungen.</p>



<p>Doch bislang konnte ich keinen verwandtschaftlichen Bezug zu dem bekannten preussischen Generalmajor, Heeresreformer und Verfasser des einschlägigen Werkes über Strategie &#8222;Vom Kriege&#8220;, feststellen. <sup>5) 6)</sup></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<p>Das Köthener Trauungsbuch von St. Agnus bietet uns jedenfalls keinerlei Hinweis auf die Geburt von Justus.</p>



<p>Doch im Sterbebuch der Pfarre St. Jakobi in Schönebeck, in der Justus Schiele fast sein ganzes Leben gearbeitet hatte, finden wir einen Nachruf, der uns fast einen gesamten Lebenslauf bietet.</p>



<p>Wir erfahren den 10.07.1744 als Geburtsdatum, Michael als Namen des Vaters, den Besuch eines  &#8222;Altstädter Gymnasiums&#8220; sowie weitere Lebensstationen wie ein Pädagogium, ein &#8222;Closter&#8220; und einen Dom, die erst noch zu verorten sind. </p>



<p>Im Jahr 1744 wurde Justus Schiele in Schönebeck <em>&#8222;als Diakonus eingeführt&#8220;</em> und 1796 übernahm er das Pastorat.  </p>



<p>Der Eintrag schließt mit einer sehr persönlichen Würdigung von 18 1/2 Jahren Zusammenarbeit und dem Wunsch <em>&#8222;Sit illi terra levis&#8220;</em> &#8211; also &#8222;möge ihm die Erde leicht sein&#8220;.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:60%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Schoenebeck-St.-Jakobi-Sterbebuch-1808-1815-Justus-SCHIELE-1814-Nr.-231-p.99.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1014" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Schoenebeck-St.-Jakobi-Sterbebuch-1808-1815-Justus-SCHIELE-1814-Nr.-231-p.99-1014x1024.png" alt="" class="wp-image-3949" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Schoenebeck-St.-Jakobi-Sterbebuch-1808-1815-Justus-SCHIELE-1814-Nr.-231-p.99-1014x1024.png 1014w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Schoenebeck-St.-Jakobi-Sterbebuch-1808-1815-Justus-SCHIELE-1814-Nr.-231-p.99-297x300.png 297w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Schoenebeck-St.-Jakobi-Sterbebuch-1808-1815-Justus-SCHIELE-1814-Nr.-231-p.99-150x150.png 150w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Schoenebeck-St.-Jakobi-Sterbebuch-1808-1815-Justus-SCHIELE-1814-Nr.-231-p.99-768x775.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Schoenebeck-St.-Jakobi-Sterbebuch-1808-1815-Justus-SCHIELE-1814-Nr.-231-p.99.png 1062w" sizes="auto, (max-width: 1014px) 100vw, 1014px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Schönebeck &#8211; Sterbebuch 1808-1815 &#8211; p.99 &#8211; Nr.231</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>So bleibt es mir erspart, mich in diesem Falle an Sekundärliteratur über Schiele zu halten, die mir ebenfalls verraten hätte, dass Vater und Großvater von Justus Schiele Prediger in Hadmersleben waren.<sup>7)</sup> Aber wo haben wir schon Sekundärliteratur und Forschung zur Verfügung, wenn es schwierig wird mit der Forschung? Diesen Luxus gibt es zumeist nur bei Prominenten!</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="paten-zum-abwinken">Paten zum Abwinken</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<figure class="wp-block-image size-large has-custom-border"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Hadmersleben-Taufbuch-1731-1766-Justus-Bernhard-Gottfried-SCHIELE-1744-p.229.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="672" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Hadmersleben-Taufbuch-1731-1766-Justus-Bernhard-Gottfried-SCHIELE-1744-p.229-1024x672.png" alt="" class="wp-image-3956" style="border-radius:5px" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Hadmersleben-Taufbuch-1731-1766-Justus-Bernhard-Gottfried-SCHIELE-1744-p.229-1024x672.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Hadmersleben-Taufbuch-1731-1766-Justus-Bernhard-Gottfried-SCHIELE-1744-p.229-300x197.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Hadmersleben-Taufbuch-1731-1766-Justus-Bernhard-Gottfried-SCHIELE-1744-p.229-768x504.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Hadmersleben-Taufbuch-1731-1766-Justus-Bernhard-Gottfried-SCHIELE-1744-p.229-1536x1008.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Hadmersleben-Taufbuch-1731-1766-Justus-Bernhard-Gottfried-SCHIELE-1744-p.229-1320x866.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/11/Pfarre-Hadmersleben-Taufbuch-1731-1766-Justus-Bernhard-Gottfried-SCHIELE-1744-p.229.png 1684w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Hadmersleben &#8211; Kichenbuch 1731-1766 &#8211; p.228</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:30%">
<p>Das Kirchenbuch von Hadmersleben zeigt uns etwas, das wir in der mehrheitlich katholisch geprägten österreichischen Ahnenforschung kaum jemals zu  Gesicht bekommen. </p>



<p>Einen Taufbuch-Eintrag, der vom Vater des geborenen und getauften Kindes selbst verfasst wurde!</p>



<p>Auffällig ist auch hier die lange Liste an Taufpaten, die wir schon bei den Söhnen von Justus Bernhard Schiele beobachten konnten: Friedrich Carl Schiele, Egon Schieles Urgroßvater, brachte es auf 8 Paten. Doch meinen persönlichen Rekord hält sein Bruder Justus Carl Wilhelm: Satte <strong>14 Paten</strong> zieren seinen Taufbuch-Eintrag!</p>
</div>
</div>



<p>Michael Gottfried Schiele hinterlässt uns ein Dokument, das in berührender Art und Weise einen liebevollen väterlichen Stolz mit der präzisen, sachlich-nüchternen Pflichterfüllung des evangelischen Diakons verbindet. </p>



<p>Es existieren im Internet weitere auffindbare Spuren in die Vergangenheit der Familie Schiele. Bislang konnte ich jedoch kein davon mit Quellen nachvollziehen und belegen. Damit beende ich hier die Spurensuche nach den Wurzeln des wohl größten österreichischen Expressionisten.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="kunstlerische-bedeutung">Künstlerische Bedeutung von Egon Schiele</h4>



<p>Nachdem ich mir keinerlei Urteil über die künstlerische Bedeutung Egon Schiele anmaßen kann und eine Recherche über die künstlerische Relevanz meine Möglichkeiten bei weitem übersteigt, habe ich mich mit dieser Frage an Perplexity gewandt. Ich fand die Antwort nicht unbedingt überraschend, doch hätte ich mir so ein Statement nicht zugetraut. Feedback zur Einschätzung der KI ist herzlich willkommen.</p>



<p><strong>Meine Frage: </strong></p>



<p>Wie wird die künstlerische Relevanz von Schiele, Klimt und Kokoschka bewertet? <br>Um es trivial zu formulieren: wer von den dreien ist der &#8222;wichtigste&#8220; Künstler Österreichs?&#8220;</p>



<p><strong>Antwort der KI: </strong></p>



<p><em>Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka gelten alle drei als zentrale Vertreter der Wiener Moderne und haben jeweils eine bedeutende künstlerische Relevanz, die unterschiedlich gewichtet wird.</em></p>



<h5 class="wp-block-heading" id="bewertung-ihrer-kunstlerischen-bedeutung"><em>Bewertung ihrer künstlerischen Bedeutung</em></h5>



<ul class="wp-block-list">
<li><em><strong>Gustav Klimt</strong>&nbsp;ist vor allem für seine symbolistischen Gemälde und seine Rolle im Wiener Jugendstil bekannt. Seine Werke sind international hoch angesehen und prägend für die Wiener Kunstszene des frühen 20. Jahrhunderts.</em><a href="https://www.belvedere.at/klimt-schiele-kokoschka-und-die-frauen" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a>​</li>



<li><em><strong>Egon Schiele</strong>&nbsp;wird speziell für seine expressionistische und oft ekspressive Darstellung der menschlichen Figuren, Sexualität und Tod hervorgehoben. Seine Werke gelten als Meilenstein des österreichischen Expressionismus und haben eine enorme emotionale und innovative Bedeutung.</em><a href="https://www.galerie-albertina.at/kuenstler/13593/egon-schiele/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a>​</li>



<li><em><strong>Oskar Kokoschka</strong>&nbsp;wird vor allem für seine expressiven, oft leidenschaftlichen Gemälde und die Betonung des individuellen Ausdrucks gewürdigt. Er ist eine der herausragenden Figuren des frühen Expressionismus.</em><a href="https://www.albertina.at/site/assets/files/20539/pm_boeckl_final-1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a>​</li>
</ul>



<h5 class="wp-block-heading" id="kunstlerische-relevanz-im-vergleich"><em>Künstlerische Relevanz im Vergleich</em></h5>



<p><em><strong>Klimt</strong>&nbsp;war durch seine dekorativen und symbolischen Werke wegweisend für den Jugendstil und die moderne Kunst, wobei seine Bedeutung kulturell und künstlerisch hoch eingeschätzt wird.</em><a href="https://aos-magazine.com/2015/10/26/klimtschielekokoschka-und-die-frauen-im-belvedere-in-wien/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a>​</p>



<p><em><strong>Schiele</strong>&nbsp;gilt als besonders innovativ, da er neue Wege im Ausdruck menschlicher Sexualität, Leiden und Tod beschritt. Seine Werke beeinflussten zahlreiche nachfolgende Künstler und gelten heute als Höhepunkt des österreichischen Expressionismus.</em></p>



<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Schiele" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a><em>​<strong>Kokoschka</strong>&nbsp;ist für seinen leidenschaftlichen Ausdruck und seine impulsive Malweise bekannt. Er beeinflusste die europäische Moderne maßgeblich, ist aber im öffentlichen Bewusstsein oft hinter Klimt und Schiele zurückgeblieben, während Kunstkritiker seine Bedeutung hoch einschätzen.</em><a href="https://onlinemerker.com/wien-belvedere-klimt-schiele-kokoschka-und-die-frauen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a>​</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="wer-ist-der-wichtigste-kunstler-osterreichs"><strong><em>Wer ist der &#8222;wichtigste&#8220; Künstler Österreichs?</em></strong></h5>



<p><em>Es ist schwierig, eine eindeutige Rangfolge zu bestimmen, da jede Figur auf ihre Weise prägend ist. Klimt wird oft als der bedeutendste nationale Künstler gesehen, weil er das internationale Ansehen Österreichs in der Kunstwelt maßgeblich prägte. Schiele gilt jedoch als künstlerisch radikaler und innovativer, während Kokoschka für seine expressiven Inszenierungen und seinen Einfluss auf die europäische Kunstszene bekannt ist.</em><a href="https://www.belvedere.at/klimt-schiele-kokoschka-und-die-frauen" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a>​</p>



<p><strong><em>Fazit:</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em><strong>Klimt</strong> wird häufig als der &#8222;wichtigste&#8220; gesehen <sup>8)</sup>, weil er den Jugendstil maßgeblich prägte und international bekannt ist.</em>​</li>



<li><em><strong>Schiele</strong>&nbsp;gilt als radikaler, innovativer und künstlerisch bedeutender innerhalb der österreichischen Kunstgeschichte.</em></li>



<li><em><strong>Kokoschka</strong>&nbsp;ist bedeutend für die Expressionismus-Bewegung und europäische Kunst, wird aber im nationalen Kontext oft weniger hervorgehoben.</em><a href="https://www.galerie-albertina.at/kuenstler/13593/egon-schiele/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a>​</li>
</ul>



<p><em>Insgesamt wird&nbsp;<strong>Gustav Klimt</strong>&nbsp;oft als der ikonischste und am weitesten bekannte österreichische Künstler angesehen, jedoch ist&nbsp;<strong>Egon Schiele</strong>&nbsp;in der Kunstwelt mit Blick auf Innovation und Einfluss kaum zu übertreffen.&#8220;</em></p>



<p>Hm&#8230; ist das jetzt computer-generiertes Blabla &#8211; oder doch eine fundierte und nicht von der Hand zu weisende Zusammenfassung, die Perplexity hier binnen Sekunden auswirft? </p>



<p>Alles in allem eine weitere spannende Familiengeschichte, die uns nicht nur das unvermeidliche und unauflösliche Erbe unserer österreichischen Identität mit den ehemaligen habsburgischen Kronländern vor Augen führt, sondern auch zeigt, um wie vieles transparenter und flexibler die damalige Welt mit unterschiedlichen Staatszugehörigkeiten und Abstammungen umzugehen wusste, auch wenn die Bedingungen für die Zuwanderer aus den Kronländern unfassbar hart gewesen sein müssen, wenn sie nicht zumindest dem k.&amp;k. Beamtenstand, dem wirtschaftlich gut gestellten Bürgertum oder dem Adel zugehörig waren.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Schiele" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Schiele" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Egon Schiele</a></li>



<li>ONB &#8211; ANNO: <a href="http://data.onb.ac.at/ANNO/bah19041001?query=%22Adolf+Schiele%22%7E20&amp;ref=anno-search" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verordnungs- und Anzeige-Blatt der k.k. General-Direction der österr. Staatsbahnen 1. Oktober 1904</a></li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bund" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deutscher Bund</a></li>



<li>Alexrk: Eigenes Werk, in: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ballenstedt" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Ballenstedt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ballenstedt</a></li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Clausewitz" target="_blank" rel="noopener">Carl von Clausewitz – Wikipedia</a></li>



<li>Clausewitz-Gesellschaft e.V.: <a href="https://www.clausewitz-gesellschaft.de/wp-content/uploads/2014/12/VomKriege-a4.pdf" data-type="link" data-id="https://www.clausewitz-gesellschaft.de/wp-content/uploads/2014/12/VomKriege-a4.pdf" target="_blank" rel="noopener">Vom Kriege</a></li>



<li>Egon Schiele Jahrbuch 2011, Band 1, S. 35</li>



<li>die KI meinte an dieser Stelle &#8222;<em>geworden&#8220; </em>wäre der richtige Ausdruck. <br>Ich konnte mich ihrer Formulierung &#8222;wird häufig als [&#8230;] geworden, weil&#8230;&#8220;  nicht anschließen und habe mir erlaubt, <br>meine eigenen Formulierung zu verwenden.</li>
</ol>



<p></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Anton Peter Piringer &#8211; Künstler im Talar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jul 2025 17:45:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Anton Peter Piringer]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenbücher]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer Anton Peter Piringer kennt, ist vermutlich schon ein Feinspitz in Sachen Ahnenforschung. Oder zufällig in der kleinen Gemeinde Arnsdorf, in der Wachau südlich der Donau gelegen, zu Hause. Geburt in Traismauer Antonius Piringer wurde am 10. März 1679 in Traismauer geboren. Das Verdienst, seine Geburt recherchiert zu haben, gebührt allerdings nicht mir, sondern dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#geburt-in-traismauer">Geburt in Traismauer</a></li><li><a href="#amtsantritt-1712-das-arnsdorfer-taufbuch">Amtsantritt 1712 &#8211; das Arnsdorfer Taufbuch</a></li><li><a href="#heiteres-berufraten">Heiteres Beruferaten</a></li><li><a href="#ein-ahnenforscher">Ein Ahnenforscher</a></li></ul></nav></div>



<p>Wer Anton Peter Piringer kennt, ist vermutlich schon ein Feinspitz in Sachen Ahnenforschung. <br>Oder zufällig in der kleinen Gemeinde Arnsdorf, in der Wachau südlich der Donau gelegen, zu Hause.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="geburt-in-traismauer">Geburt in Traismauer</h4>



<p><em>Antonius Piringer</em> wurde am 10. März 1679 in Traismauer geboren. Das Verdienst, seine Geburt recherchiert zu haben, gebührt allerdings nicht mir, sondern dem User <em>Herbert</em> aus dem Forum Ahnenforschung Österreich <sup data-fn="bee75d10-3f10-4c7a-b721-faf28b294c15" class="fn"><a href="#bee75d10-3f10-4c7a-b721-faf28b294c15" id="bee75d10-3f10-4c7a-b721-faf28b294c15-link">1</a></sup></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Traismauer-Taufbuch-2-Anton-Peter-PIRINGER-1679-p.193.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="281" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Traismauer-Taufbuch-2-Anton-Peter-PIRINGER-1679-p.193-1024x281.png" alt="Pfarre Traismauer - Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 2 - p.193" class="wp-image-3700" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Traismauer-Taufbuch-2-Anton-Peter-PIRINGER-1679-p.193-1024x281.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Traismauer-Taufbuch-2-Anton-Peter-PIRINGER-1679-p.193-300x82.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Traismauer-Taufbuch-2-Anton-Peter-PIRINGER-1679-p.193-768x211.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Traismauer-Taufbuch-2-Anton-Peter-PIRINGER-1679-p.193.png 1282w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Traismauer &#8211; Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 2 &#8211; p.193</em></figcaption></figure>



<p>Aber was macht ihn &#8211; unter hunderten Klerikern, die uns Matriken-Einträge in tausenden Kirchenbüchern hinterlassen haben &#8211; so besonders? Es ist die Form seiner Einträge, insbesonders in den Trauungsbüchern. </p>



<p>Wer sich mit Ahnenforschung intensiver befasst, vermeint irgendwann, alle Arten von Einträgen gesehen zu haben: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Fleckige Sauklauen mit verblassender Tinte.</li>



<li>Pfarrer, bei denen man das Gefühl hat, man könne ihren physischen Verfall anhand des immer schlechter werdenden Schriftbildes quasi live miterleben.</li>



<li>Einträge, die eher an ein Stenoprotokoll erinnern und nur die allernötigsten Informationen dokumentieren &#8211; aber auch umfangreiche Angaben z.B. zu den Eltern, die einem die weitere Recherche deutlich erleichtern </li>



<li>Handgezeichnete Tabellen, die nach der Reform der Matrikenführung 1771 schlechter lesbar waren als die Freitexte, die seit dem Beginn der Kirchenbuchführung an die zweihundert Jahre zuvor üblich waren.</li>



<li>Aber auch gestochen klare Handschriften, die wunderschön zu lesen sind &#8211; wenn auch zuweilen in einer extrem ausgeprägten Kurrentschrift, mit der man auch erst klar kommen muss. </li>
</ul>



<p>Doch wenn man im Taufbuch der Pfarre Arnsdorf das Jahr 1712 erreicht, erkennt man den Amtsantritt eines Pfarrers mit einer besonderen künstlerischen Ader. Anders als andere Kleriker, die ihre Einträge eher kalligrafisch verschönerten, entfaltete Anton Piringer ein zeichnerisches Talent.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="amtsantritt-1712-das-arnsdorfer-taufbuch">Amtsantritt 1712 &#8211; das Arnsdorfer Taufbuch</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:20%">
<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><br>Catalogus<br><br><br>Nomina Eorum qui sub <br>me Antonio Petro Piringer<br>Austriaco Trasimurano<br>Parocho in Arnstorff<br>de anno salutis domini<br>MDCC XII,<br>mense que Februario <br>continuo<br>ex sacro fonte Baptismum<br>suscepere</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:64%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Antonius-Petrus-Piringer-p.75-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="977" height="711" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Antonius-Petrus-Piringer-p.75-1.png" alt="Pfarre Arnsdorf - Taufbuch 2 - p.74/75
Amtsantritt vom ANton Peter Piringer" class="wp-image-3731" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Antonius-Petrus-Piringer-p.75-1.png 977w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Antonius-Petrus-Piringer-p.75-1-300x218.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Antonius-Petrus-Piringer-p.75-1-768x559.png 768w" sizes="auto, (max-width: 977px) 100vw, 977px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Arnsdorf &#8211; Taufbuch 2 &#8211; p.74/75</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:18%">
<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><br>Verzeichnis<br><br><br>Die Namen derer, die durch mich, Anton Peter Piringer, einen Österreicher aus Traismauer, <br>ab dem Jahr des Herren 1712, in den Monaten die dem Februar folgen, aus der heiligen Quelle die Taufe empfingen</p>
</div>
</div>



<p>Sein Taufbuch ist in den ersten Jahren durch den Einsatz von sehr viel Tinte eher dunkel gehalten und durch die vielen Verschattungen von den jeweiligen Rückseiten in manchen Teilen auch nicht ganz einfach zu lesen. </p>



<p>Jedes Jahr wird mit einer ganzseitigen Zeichnung begonnen, wobei ich in den Jahren vor 1716 keine Jahreszahlen erkennen konnte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-2.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="523" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-2-1024x523.png" alt="Jahres-Deckblätter des Taufbuches der Pfarre in Hofarnsdorf (1713, 1714, 1716)" class="wp-image-3736" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-2-1024x523.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-2-300x153.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-2-768x392.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-2-1320x674.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-2.png 1354w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Jahres-Deckblätter des Taufbuches der Pfarre in Hofarnsdorf (1713, 1714, 1716)</em></figcaption></figure>



<p>Ab dem Jahr 1716 wird die Tinte sparsamer und das Bild klarer, doch mit dem Jahr 1720 beendete Piringer die Praxis, jedes Jahr mit einer großformatigen Zeichnung zu beginnen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-II-2.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="503" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-II-2-1024x503.png" alt="Jahres-Deckblätter des Taufbuches der Pfarre in Hofarnsdorf (1718, 1719, 1720)" class="wp-image-3737" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-II-2-1024x503.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-II-2-300x147.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-II-2-768x377.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-II-2-1320x648.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Jahres-Seiten-II-2.png 1399w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Jahres-Deckblätter des Taufbuches der Pfarre in Hofarnsdorf (1718, 1719, 1720)</em></figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading" id="heiteres-berufraten">Heiteres Beruferaten</h4>



<p>Ein besonderes Schmuckkästchen ist allerdings das Trauungsbuch der Pfarre Arnsdorf. Der Eröffner des Buches, der Italiener Antonius Thamé, verwendete ab 1694 ein schlichtes Format, wie es in vielen Kirchenbüchern zu finden ist. Jahre wurden mit einer einfachen, zentrierten Überschrift gekennzeichnet. Der einzelne Eintrag, in lateinischer Sprache verfasst, begann mit dem Datum (<em>&#8222;27:mo, Januarius&#8220;</em>) und der Standardformel <em>&#8222;copulatus est &#8230;&#8220;</em>, gefolgt von den üblichen Angaben zu Bräutigam, Braut und Zeugen.</p>



<p>Der Belgier <em>Johann Matthias Jakobi</em> führte 1698 in Tauf- und Trauungsbuch ein neues Format ein: In einer mit einem vertikalen Strich klar getrennten Spalte wurde der Name separat und gut lesbar hervorgehoben. Dafür rückte das Datum in den Fließtext. </p>



<p>Nur zwei Jahre später wurde er allerdings &#8211; aufgrund des Ablebens des dortigen Pfarrers <em>Cajus Tibali</em> &#8211; in die Pfarre Traismauer berufen, wo man wenig später sein Format im Taufbuch vorfindet.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Matthias-Jakob-Limburger-p.22.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="997" height="425" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Matthias-Jakob-Limburger-p.22.png" alt="" class="wp-image-3715" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Matthias-Jakob-Limburger-p.22.png 997w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Matthias-Jakob-Limburger-p.22-300x128.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Amtsantritt-Matthias-Jakob-Limburger-p.22-768x327.png 768w" sizes="auto, (max-width: 997px) 100vw, 997px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Arnsdorf &#8211; Taufbuch 3 &#8211; p.22</em></figcaption></figure>



<p>Sein Nachfolger, der Elsässer <em>Franziskus Reiss</em>, räumte nur 2 Jahre später mit dem modernen Schnick-Schnack wieder auf und kehrte zu einer traditionellen Schreibweise zurück.</p>



<p>Piringer schließlich vereinte die beiden Formate und schuf daraus etwas Besonderes: Er zog es bis in sein letztes Lebensjahr konsequent durch, den Namen in der ersten Spalte jedes einzelnen Trauungseintrages mit einer kleinen Darstellung des Berufes des Bräutigams zu schmücken.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-p.81.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="951" height="730" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-p.81.png" alt="Pfarre Arnsdorf - Trauungsbuch 2 - 1723 - p.81" class="wp-image-3709" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-p.81.png 951w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-p.81-300x230.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-p.81-768x590.png 768w" sizes="auto, (max-width: 951px) 100vw, 951px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Arnsdorf &#8211; Trauungsbuch 2 &#8211; 1723 &#8211; p.81</em></figcaption></figure>



<p>Es würde den Rahmen sprengen, hier alle Berufe wiederzugeben &#8211; daher anbei ein kleiner exemplarischer Auszug:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Trauungsbuch-Arnsdorf-Tom.-II-1694-1784-Berufe-II-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="726" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Trauungsbuch-Arnsdorf-Tom.-II-1694-1784-Berufe-II-1-1024x726.png" alt="" class="wp-image-3751" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Trauungsbuch-Arnsdorf-Tom.-II-1694-1784-Berufe-II-1-1024x726.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Trauungsbuch-Arnsdorf-Tom.-II-1694-1784-Berufe-II-1-300x213.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Trauungsbuch-Arnsdorf-Tom.-II-1694-1784-Berufe-II-1-768x544.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Trauungsbuch-Arnsdorf-Tom.-II-1694-1784-Berufe-II-1.png 1178w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Trauungsbuch 2 &#8211; Auszug aus den Berufsbildern  </em></figcaption></figure>



<p>Anton Piringer wartet noch mit einer weitere Besonderheit auf, die ich noch in keinem anderen Kirchenbuch gesehen habe. </p>



<p>Eine wichtige Aufgabe des trauenden Pfarrers ist es, das Vorliegen möglicher Ehehindernisse auszuschließen. Eine Heirat unter Verwandten kann zum Beispiel ein solches Hindernis darstellen &#8211; das <em>&#8222;impedimentum consanguinitatis&#8220;</em>. (Mehr dazu findet sich in <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/leopold-figl-kontinuitat-vom-land/" data-type="post" data-id="563">diesem Beitrag</a>). Dieses Ehehindernis konnte bei Verwandtschaften ab dem 3. Grad durch einen erzbischöflichen Dispens umgangen werden. Das Vorliegen eines Dispenses wurde auch beim Eintrag der Trauung im Kirchenbuch dokumentiert.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="ein-ahnenforscher">Ein Ahnenforscher</h4>



<p>Was ich aber noch in keinem Trauungsbuch gesehen habe: Anton Piriniger ergänzte diese Vermerke um kleine Stammbäume, die das Verwandschaftsverhältnis darstellten und dokumentierten:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-Eintrag-mit-Stammbaum-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="959" height="741" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-Eintrag-mit-Stammbaum-1.png" alt="" class="wp-image-3755" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-Eintrag-mit-Stammbaum-1.png 959w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-Eintrag-mit-Stammbaum-1-300x232.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Trauungsbuch-3-Eintrag-mit-Stammbaum-1-768x593.png 768w" sizes="auto, (max-width: 959px) 100vw, 959px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Arnsdorf &#8211; Trauungsbuch 3 &#8211; p.91</em></figcaption></figure>



<p>So heiratete zum Beispiel am 20. November 1725 der Wittwer, Bürger und Weinbauer Jakob König die Tochter seines Großcousins Matthias Neiwirth.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:62%">
<p>Natürlich ist auch im Sterbebuch sein Amtsantritt im Februar 1712 mit einer Zeichnung dokumentiert.</p>



<p>Das Sterbebuch führte er ebenso wie das Taufbuch in einer einfachen tabellarischen Form. </p>



<p>Seine Einträge waren inhaltlich nicht notwendigerweise sehr viel gehaltvoller als die seines Vorgängers, doch gegenüber dessen teilweise radikaler Schlichtheit <br>(<em>&#8222;Gregorius Wagner vir. 60 ann. civis hic&#8220;</em>) <br>sprachlich und optisch deutlich opulenter ausgeführt: </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/grafik.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="203" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/grafik-1024x203.png" alt="" class="wp-image-3743" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/grafik-1024x203.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/grafik-300x59.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/grafik-768x152.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/grafik.png 1299w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Arnsdorf &#8211; Sterbebuch 3 &#8211; p.46</em></figcaption></figure>



<p><em>(&#8222;Laurentius Paur, filius legit: Matthias Paur, textoris in Schenkhebrun, et Elisabetha uxoris, infans 5 Septimanarum.&#8220;)</em></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:38%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Amtsantritt-Piringer-1712.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="563" height="761" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Amtsantritt-Piringer-1712.png" alt="Pfarre Arnsdorf - Sterbebuch 3 - p.44" class="wp-image-3742" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Amtsantritt-Piringer-1712.png 563w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Amtsantritt-Piringer-1712-222x300.png 222w" sizes="auto, (max-width: 563px) 100vw, 563px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Arnsdorf &#8211; Sterbebuch 3 &#8211; p.44</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Auch die Sterbebücher pflegte Piringer mit Deckblättern zu versehen, die zum Teil Referenzen auf prominente Personen und ihr Ableben oder wichtige Ereignisse darstellten.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Im Jahr 1713 war dies das Ableben des Passauer Fürstbischofs <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Philipp_von_Lamberg_(Bischof)&amp;ved=2ahUKEwiS1ILxwLSOAxVVc_EDHSM4KaYQFnoECBcQAQ&amp;usg=AOvVaw2sqoodez5YrcqigMs6Xc1c" data-type="link" data-id="https://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Philipp_von_Lamberg_(Bischof)&amp;ved=2ahUKEwiS1ILxwLSOAxVVc_EDHSM4KaYQFnoECBcQAQ&amp;usg=AOvVaw2sqoodez5YrcqigMs6Xc1c" target="_blank" rel="noopener">Johann Philipp von Lamberg</a>.<br>Im Sockel würdigte er auch dessen Nachfolger, den &#8222;hochwürdigsten und erlauchtesten Herrn Raymund Ferdinand Graf von Rabatta&#8220; </li>



<li>1715 war dem Tod Ludwig XIV gewidmet.</li>



<li>Für das Jahr 1716 wählte er die siegreiche Schlacht <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_VI._(HRR)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_VI._(HRR)" target="_blank" rel="noopener">Karls VI</a> bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Peterwardein" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Peterwardein" target="_blank" rel="noopener">Peterwardein</a> gegen das osmanische Heer</li>



<li>Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friede_von_Passarowitz" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Friede_von_Passarowitz" target="_blank" rel="noopener">Frieden von Passarowitz</a> zwischen Karl VI und Sultan Ahmed III bildete das Motiv im Jahr 1718</li>



<li>Das Highlight des Jahres 1721 war die Wahl von Michelangelo Conti di Poli zum Papst <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Innozenz_XIII." data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Innozenz_XIII." target="_blank" rel="noopener">Innozenz XIII</a>.</li>



<li>Auch im Jahr 1723 war ein Passauer Fürstbischof sein &#8222;man of the year&#8220;: der bisherige Bischof von Seckau, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Dominikus_von_Lamberg" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Dominikus_von_Lamberg" target="_blank" rel="noopener">Joseph von Lamberg</a>, Neffe seines Vorvorgängers Johann Philipp von Lamberg.</li>



<li>Das letzte Ereignis, das ihm als Jahres-Motiv diente, war der Tod des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XIII._(Papst)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XIII._(Papst)" target="_blank" rel="noopener">Papstes Benedikt XIII</a></li>



<li>weitere Zeichnungen hatte er vorgesehen, wenn auch bereits in reduzierter Größe, doch sie blieben unvollendet.</li>
</ul>



<p>Das Gedenken an die verstorbenen Passauer Fürstbischofe, bleibt interessant. Die Kirche St. Rupert in Hofarnsdorf unterstand dem Patrozinium des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rupert_von_Salzburg" target="_blank" rel="noopener">Rupert von Salzburg</a>. Das Gebiet rund um Arnsdorf gehörte zu dieser Zeit auch dem Erzbistum Salzburg. Aber es darf spekuliert werden, ob Piringer im Zuge seines Studiums in Passau gewesen sein könnte?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Deckblaetter.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="706" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Deckblaetter-1024x706.png" alt="" class="wp-image-3722" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Deckblaetter-1024x706.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Deckblaetter-300x207.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Deckblaetter-768x529.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Deckblaetter-1320x910.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Deckblaetter.png 1348w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Deckblätter aus dem Sterbebuch 2</em></figcaption></figure>



<p>Anton Piringer muss beinahe bis zum letzten Atemzug gearbeitet haben, denn noch wenige Wochen vor seinem Ableben findet sich sein letzter Eintrag im Sterbebuch. Sein eigener Tod wurde mit dem 27.02.1742 verzeichnet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Anton-Peter-Piringer-p.153.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="346" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Anton-Peter-Piringer-p.153-1024x346.png" alt="Pfarre Arnsdorf - Sterbebuch 2 - p.153" class="wp-image-3719" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Anton-Peter-Piringer-p.153-1024x346.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Anton-Peter-Piringer-p.153-300x101.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Anton-Peter-Piringer-p.153-768x260.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Sterbebuch-2-Anton-Peter-Piringer-p.153.png 1106w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Arnsdorf &#8211; Sterbebuch 2 &#8211; p.153</em></figcaption></figure>



<p>Der provisorisch bestellte Pfarrer Franziscus Wazinger hatte die Aufgabe, Piringers Sterbebuch-Eintrag zu verfassen. In diesem wies er darauf hin, dass er in der Kirche, wie in ihrem Schoße, höchst feierlich begraben sei. In Folge widmete er ihm auch im Trauungsbuch einen Nachruf:</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:55%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1017" height="535" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Nachruf-Antonius-Petrus-Piringer-p.186.png" alt="" class="wp-image-3703" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Nachruf-Antonius-Petrus-Piringer-p.186.png 1017w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Nachruf-Antonius-Petrus-Piringer-p.186-300x158.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/07/Pfarre-Arnsdorf-Taufbuch-3-Nachruf-Antonius-Petrus-Piringer-p.186-768x404.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1017px) 100vw, 1017px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-ast-global-color-2-color has-text-color has-link-color wp-elements-d523f7fefdef9d7492a564c16f126eaf">&#8222;<em>Nachdem Petrus Antonius Püringer allen, die Sie über dreißig Jahre hinweg in diesem Buch eingeschrieben sehen, entweder selbst oder durch andere als Pastor und geistlicher Vater geistliches Leben geschenkt hatte, überließ er, selbst zum ewigen Leben berufen, den Folgenden die Erneuerung</em>&#8222;</p>



<p class="has-small-font-size">Mein Latein ist reichlich eingerostet &#8211; man möge mir die Zuhilfenahme von Google verzeihen. Ich hoffe aber, den rohen Auswurf der Maschine doch noch etwas besser hinbekommen zu haben.</p>
</div>
</div>



<p>An der Kirchenmauer von Arnsdorf befindet sich auch der Grabstein dieses Künstlers im Talar.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="bee75d10-3f10-4c7a-b721-faf28b294c15"><a href="http://www.forum-ahnenforschung.eu/t1369f31-Antonius-Petrus-Piringer.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forum Ahnenforschung Österreich: Antonius-Petrus-Piringer.html</a> <a href="#bee75d10-3f10-4c7a-b721-faf28b294c15-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/21a9.png" consent-required="824" consent-by="services" consent-id="825"/>︎</a></li></ol>


<p></p>
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		<title>Papst Franziskus &#8211; Jorge Mario Bergoglio</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Apr 2025 23:38:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
		<category><![CDATA[Jorge Mario Bergoglio]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Franziskus]]></category>
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					<description><![CDATA[Vatikanisches Hofzeremoniell &#8222;Alle ore 7:35 di questa mattina il Vescovo di Roma è tornato alla casa del Padre. La sua vita tutta intera è stata dedicata al servizio del Signore e della Chiesa&#8220; Auch wenn der moderne Vatikanstaat nur mehr wenig mit der Pracht vergangener Päpste zu tun hat &#8211; das Ableben eines Papstes löst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#vatikanisches-hofzeremoniell">Vatikanisches Hofzeremoniell</a></li><li><a href="#geburt-in-argentinien">Geburt in Argentinien</a></li><li><a href="#wurzeln-im-piemont">Wurzeln im Piemont</a></li><li><a href="#der-onkel-aus-argentinien">Reicher Onkel aus Übersee?</a></li><li><a href="#registri-dello-stato-civile">Registri dello stato civile</a></li><li><a href="#stammbaum">Stammbaum</a></li><li><a href="#trivia">Trivia</a></li></ul></nav></div>



<h4 class="wp-block-heading" id="vatikanisches-hofzeremoniell">Vatikanisches Hofzeremoniell</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>&#8222;Alle ore 7:35 di questa mattina il Vescovo di Roma è tornato alla casa del Padre. La sua vita tutta intera è stata dedicata al servizio del Signore e della Chiesa&#8220;</em></p>
<cite><em>Camerlengo Farrell da Casa Santa Marta, 21.04.2025</em></cite></blockquote>



<p>Auch wenn der moderne Vatikanstaat nur mehr wenig mit der Pracht vergangener Päpste zu tun hat &#8211; das Ableben eines Papstes löst ein minutiös festgelegtes Zeremoniell aus, das dem Hofzeremoniell europäischer Renaissance-Höfe kaum nachsteht.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:30%">
<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Coat-of-arms-of-Jorge-Mario-BERGOGLIO.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="772" height="819" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Coat-of-arms-of-Jorge-Mario-BERGOGLIO.png" alt="" class="wp-image-3586" style="width:302px;height:auto" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Coat-of-arms-of-Jorge-Mario-BERGOGLIO.png 772w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Coat-of-arms-of-Jorge-Mario-BERGOGLIO-283x300.png 283w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Coat-of-arms-of-Jorge-Mario-BERGOGLIO-768x815.png 768w" sizes="auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px" /></a></figure>
</div>
</div>



<p>Nach überraschenden, letzten öffentlichen Auftritten und einem letztmaligen Spenden des Segens <em>&#8222;Urbi et Orbi&#8220;</em> gab der Vatikan, in Person des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Camerlengo" target="_blank" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Camerlengo" rel="noreferrer noopener">Camerlengo</a>, am Ostermontag das Ableben von Papst Franziskus, mit bürgerlichem Namen <strong>Jorge Mario Bergoglio</strong> bekannt.</p>



<p>Der im Kardinalsrang stehende Camerlengo nimmt eine zentrale Rolle in der Sedisvakanz, also der Zeit zwischen dem Ableben und der Wahl eines neuen Papstes ein. Das früher benutzte Hämmerchen, mit dem der Camerlengo dem Verstorbenen dreimal auf die Stirn zu klopfen hatte, um den Tod festzustellen, ist auch in einer sehr konservativen Institution wie der katholischen Kirche nicht mehr en vogue. </p>



<p>Daher verließ man sich auf die Diagnose eines Arztes und nicht mehr auf das Ritual, den Verstorbenen bei seinem Taufnamen zu rufen und ihn zu fragen, ob er schlafe. Also kein „Jorge, dormisne?“ („Jorge, schläfst du?“)&nbsp;mehr&#8230;</p>



<p>Während die katholische Welt auf das Konklave und die Bestellung eines neuen Papstes wartet, haben wir Gelegenheit, einen Blick auf die Herkunft und die Vorfahren von Franziskus zu werfen.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="geburt-in-argentinien">Geburt in Argentinien</h4>



<p>Papst Franziskus war in vielen Dingen der erste Papst der Welt. Unter anderem war er der erste Papst, der in der neuen Welt geboren wurde. Ich konnte noch keine argentinischen Regelungen über die Personenstands-Führung eruieren. Es wäre aber nicht außergewöhnlich, wenn die argentinischen Sperrfristen den europäischen Vorgaben ähneln würden. Zu einer Geburt im Jahr 1936 dürfen wir uns nicht unbedingt öffentliche, online zugängliche Quellen erwarten.</p>



<p>Wir können aber die Geburten der Eltern, Mario Giuseppe Francesco BERGOGLIO (1908) und Maria SIVORI (1913) nachvollziehen. Die Mutter war argentinischen Ursprungs. Ihre Taufe ist in den argentinischen Kirchenbüchern der Kirche San Carlo Borromeo in Buenos Aires zu finden.</p>



<p>Franziskus Vater entstammte dagegen einer italienischen Familie, die sich vor dem Faschismus in Sicherheit brachte.<sup>1)</sup> In Italien wurde die offizielle Personenstandsführung (je nach Region) bereits Ende des 19. Jahrhunderts in die Hände des Staates übergeben. Wir finden daher die Geburt von Franziskus Vater <em>Mario Giuseppe</em> im <em>&#8222;Registro dello stato civile di Torino&#8220;</em>.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:28%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-San-Carlos-Borromeo-Taufbuch-Regins-SIVORI-GOGNA-1913-a.68-p.120-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-San-Carlos-Borromeo-Taufbuch-Regins-SIVORI-GOGNA-1913-a.68-p.120-Auszug-819x1024.png" alt="" class="wp-image-3575" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-San-Carlos-Borromeo-Taufbuch-Regins-SIVORI-GOGNA-1913-a.68-p.120-Auszug-819x1024.png 819w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-San-Carlos-Borromeo-Taufbuch-Regins-SIVORI-GOGNA-1913-a.68-p.120-Auszug-240x300.png 240w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-San-Carlos-Borromeo-Taufbuch-Regins-SIVORI-GOGNA-1913-a.68-p.120-Auszug-768x960.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-San-Carlos-Borromeo-Taufbuch-Regins-SIVORI-GOGNA-1913-a.68-p.120-Auszug.png 889w" sizes="auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre San Carlo Borromeo<br>Buenos Aires</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:72%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Mario-BERGOGLIO-1908-nr.1301-a.1944-p.70.jpg-Auszug-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="506" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Mario-BERGOGLIO-1908-nr.1301-a.1944-p.70.jpg-Auszug-1-1024x506.png" alt="" class="wp-image-3577" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Mario-BERGOGLIO-1908-nr.1301-a.1944-p.70.jpg-Auszug-1-1024x506.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Mario-BERGOGLIO-1908-nr.1301-a.1944-p.70.jpg-Auszug-1-300x148.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Mario-BERGOGLIO-1908-nr.1301-a.1944-p.70.jpg-Auszug-1-768x379.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Mario-BERGOGLIO-1908-nr.1301-a.1944-p.70.jpg-Auszug-1-1320x652.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Mario-BERGOGLIO-1908-nr.1301-a.1944-p.70.jpg-Auszug-1.png 1436w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Registro dello stato civile di Torino &#8211; Atto di Nato (1908)</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading" id="wurzeln-im-piemont">Wurzeln im Piemont</h4>



<p>Die Heirat von Franziskus Eltern ist im Taufbuch-Eintrag seiner Mutter belegt und mit dem 12. Dezember 1935 datiert. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:60%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Matrimoni-Giuseppe-BERGOGLIO-1907-nr.841-a.1252-p.102-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="770" height="1095" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Matrimoni-Giuseppe-BERGOGLIO-1907-nr.841-a.1252-p.102-Auszug.png" alt="" class="wp-image-3594" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Matrimoni-Giuseppe-BERGOGLIO-1907-nr.841-a.1252-p.102-Auszug.png 770w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Matrimoni-Giuseppe-BERGOGLIO-1907-nr.841-a.1252-p.102-Auszug-211x300.png 211w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Matrimoni-Giuseppe-BERGOGLIO-1907-nr.841-a.1252-p.102-Auszug-720x1024.png 720w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Matrimoni-Giuseppe-BERGOGLIO-1907-nr.841-a.1252-p.102-Auszug-768x1092.png 768w" sizes="auto, (max-width: 770px) 100vw, 770px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Stato civile di Torino &#8211; Matrimoni &#8211; 1907 &#8211; Nr. 841</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<p>Am 06. April 1908 gibt der 23-jährige <strong>Giovanni Bergoglio</strong>, der Großvater des späteren Papstes, auf dem Standesamt Turin bekannt, dass seine Frau Rosa Vassallo am 02.04.1908 um 16h in der Via Santa Teresa 20 einen Sohn mit Namen <em>Mario Giuseppe Francisco</em> geboren hat.</p>



<p>Giovanni hatte Rosa im Jahr 1907 geheiratet. Auch diese Trauung finden wir im <em>Registro dello stato civile di Torino</em> &#8211; der Eintrag umfasst eine ganz Seite. Wir erfahren, dass Giovanni ein &#8222;<em>liquorista nato in Asti</em>&#8220; war, also ein Likörmacher, während Rosa Margherita aus dem kleinen Dorf <em>Piana Crixia</em> am Nordrand des Apennin abstammte und als &#8222;<em>sarta</em>&#8222;, also als Näherin geführt wird.</p>



<p>Ab 1910 wohnen Giuseppe und Rosa in der Via Garibaldi, wo 1910 und 1913 die Töchter Giuseppina und Maria zur Welt kommen. Giuseppe ist zu dieser Zeit &#8222;<em>caffettiere</em>&#8222;.</p>



<p>Giuseppina verstirbt bereits 1913 wieder. </p>



<p>Im Jahr 1917 erblickt eine weitere Tochter das Licht der Welt, Bianca Maria &#8211; doch sie verstirbt im gleichen Jahr. 1919 komm </p>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading" id="der-onkel-aus-argentinien">Reicher Onkel aus Übersee?</h4>



<p>Während Franziskus Vater in Turin aufwuchs, war sein Onkel Albino, ein Jahr vor Giovanni ebenfalls in Asti geboren, bereits nach Argentinien ausgewandert und heiratete dort in Cordoba. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Cordoba-ARG-Nuestra-Senora-de-Asuncion-Albino-BERGOGLIO-1912-a.176-p.344.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="511" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Cordoba-ARG-Nuestra-Senora-de-Asuncion-Albino-BERGOGLIO-1912-a.176-p.344-1024x511.png" alt="" class="wp-image-3617" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Cordoba-ARG-Nuestra-Senora-de-Asuncion-Albino-BERGOGLIO-1912-a.176-p.344-1024x511.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Cordoba-ARG-Nuestra-Senora-de-Asuncion-Albino-BERGOGLIO-1912-a.176-p.344-300x150.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Cordoba-ARG-Nuestra-Senora-de-Asuncion-Albino-BERGOGLIO-1912-a.176-p.344-768x383.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Pfarre-Cordoba-ARG-Nuestra-Senora-de-Asuncion-Albino-BERGOGLIO-1912-a.176-p.344.png 1026w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Nuestra Señora de la Asunción, Kathedrale von Cordoba, Argentinien &#8211; Libro de Matrimonios (1912) &#8211; p.344</em></figcaption></figure>



<p>Wikipedia berichtet, dass Franziskus Familie um dem aufkommenden Faschismus zu entgehen, zu vermögenden Verwandten nach Argentinien zog. </p>



<p><em>&#8222;Seine Familie zog jedoch nach&nbsp;Turin, wo Bergoglios Großeltern eine Konditorei führten, während sein Vater eine Anstellung als Buchhalter in einer Bank fand. Weil dessen Mutter eine Gegnerin des&nbsp;Faschismus&nbsp;war, wanderte die Familie nach Argentinien aus, wo ein Onkel eine Pflastersteinfabrik betrieb und es zu beachtlichem Wohlstand gebracht hatte. Während der Wirtschaftskrise 1932 ging der Betrieb bankrott und Bergoglios Großeltern und sein Vater zogen nach Buenos Aires, wo sie einen Lebensmittelhandel eröffneten.&#8220;</em> <sup>2)</sup></p>



<p>Die Geschwister von Franziskus Vater Mario starben alle im Kindesalter, aber neben dem Onkel Albino Bergoglio kommen noch die jüngeren Brüder von Giovanni, Vittorio und Eugenio in Frage, erste Anlaufstation für die Auswanderer gewesen zu sein. Während Albino in Argentiniens drittgrößter Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/C%C3%B3rdoba_(Argentinien)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/C%C3%B3rdoba_(Argentinien)" target="_blank" rel="noopener">Córdoba</a> heiratete (österreichischen Fußball-Fans seit der WM 1978 bestens bekannt!), hatten sich die die jüngeren Brüder über 400 km entfernt in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paran%C3%A1_%28Entre_R%C3%ADos%29" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Paran%C3%A1_%28Entre_R%C3%ADos%29" target="_blank" rel="noopener">Paraná</a>, der Provinzhauptstadt von Entre Rios angesiedelt und dort 1926 bzw. 1921 geheiratet.</p>



<p>Francesco Bergoglio, der Vater der vier Brüder, starb 1903 in Asti. Er war daher nicht unter den Auswanderern und im <em>Libro de Matromonios</em> der Trauung von Eugenio 1921 finden wir ihn auch als <em>&#8222;fallecido&#8220; </em>angegeben.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="registri-dello-stato-civile">Registri dello stato civile</h4>



<p>Die Einführung der staatlichen Personenstandsführung geht im Piemont bereits auf Napoleon Bonaparte zurück. Im Zuge der Ausrufung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Piemontesische_Republik" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Piemontesische_Republik" target="_blank" rel="noopener">Piemontesischen bzw. Subalpinischen Republik</a> wurden zunehmend napoleonische Gesetze eingeführt, darunter die Zivilregistrierung. So finden wir in den Archiven der piemontesischen Provinzen Alessandria und Asti unter den Beständen &#8222;<a href="https://antenati.cultura.gov.it/search-registry/?lang=en&amp;localita=Alessandria&amp;s_facet_query=conservatore_s%3A%22Archivio%20di%20Stato%20di%20Alessandria%22%252Cprimo_livello_label_s%3A%22Stato%20civile%20napoleonico%22#" target="_blank" rel="noopener">Stato civile napoleonico</a>&#8220; Einträge ab dem Jahr 1802 bis zum Ende der napoleonischen Herrschaft 1813.</p>



<p>Danach variiert die Verfügbarkeit leider beträchtlich. Während in der Provinz Alessandria nahezu durchgängig Register auffindbar sind, klafft in Asti eine Lücke bis 1866, die vermutlich nur durch Recherchen in den Kirchenbüchern vor Ort geschlossen werden kann. </p>



<p>Gemein ist diesen Registern eine mir bislang noch nicht näher zugängliche Untergliederung in &#8222;Commune&#8220;, &#8222;Ufficio&#8220;, &#8222;Parte&#8220; &amp; &#8222;Serie&#8220;, die z.B. auf Familysearch in einem Film mehrfach abwechselnd vorkommen können, allerdings dann mit steigender Ordnungsnummer. </p>



<p>Wo die Schwierigkeit bei Kirchenbüchern oft darin besteht, die richtige Pfarre zu finden, liegt es hier zumeist daran, die richtige Sektion unter tausenden Seiten aufzuspüren. Wenn vorhanden, können allerdings gut geführte Indizes große Hilfe leisten, die neben der laufenden Ordnungsnummer &#8211; die nur innerhalb von Ufficio + Parte gilt &#8211; oft auch Ufficio und Parte angeben.</p>



<p>Eine sehr nützliche Besonderheit sind nach Familiennamen gegliederte zehnjährige Indizes, die sog. <em>Indici decennali</em>, die eine gute Übersicht über ganze Familien geben können, sofern sie in diesem Zeitraum ortsfest waren und entsprechende Ereignisse zu verzeichnen hatten.</p>



<p>Wir finden in diesem Beispiel einen guten Teil der Kinder von Franziskus Großvater Giovanni Bergoglio, seinen Vater in blau markiert. Wie man an der ersten gelben Markierung mit dem falsch &#8222;Borgoglio&#8220; geschriebenen Nachnamen sehen kann, sind natürlich auch Indizes nicht frei von Fehlern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Index-Decennale-1906-1915-BERGOGLIO-markiert.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1850" height="1195" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Index-Decennale-1906-1915-BERGOGLIO-markiert.png" alt="" class="wp-image-3628" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Index-Decennale-1906-1915-BERGOGLIO-markiert.png 1850w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Index-Decennale-1906-1915-BERGOGLIO-markiert-300x194.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Index-Decennale-1906-1915-BERGOGLIO-markiert-1024x661.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Index-Decennale-1906-1915-BERGOGLIO-markiert-768x496.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Index-Decennale-1906-1915-BERGOGLIO-markiert-1536x992.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-dello-stato-civile-di-Torino-Index-Decennale-1906-1915-BERGOGLIO-markiert-1320x853.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1850px) 100vw, 1850px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Registri dello stato civile die Torino &#8211; Index decennale (1906-1915)</em></figcaption></figure>



<p>Aufgrund des Fehlens von Registern vor 1866 konnte ich die Geburt des Urgroßvaters <strong>Francesco Bergoglio</strong> (die man im Internet mit 1857 in Montechiaro d&#8217;Asti findet) bislang nicht nachvollziehen. Auffindbar ist allerdings seine Trauung im Jahr 1880 in Celle Enomono mit Maria Bugnano und mit dieser umfangreichen Niederschrift können wir auch die Urgroßeltern des verstorbenen Papstes benennen: Giuseppe Bergoglio und Maria Giachino.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1700" height="2560" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-3659" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-scaled.jpg 1700w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-199x300.jpg 199w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-680x1024.jpg 680w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-768x1157.jpg 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-1020x1536.jpg 1020w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-1360x2048.jpg 1360w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stato-civile-di-Celle-Enomondo-Tribunale-Matrimoni-Uff.-I-Francesco-BERGOGLIO-1880-nr.6-a.4-p.4-1320x1988.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1700px) 100vw, 1700px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Registri dello stato civile di Commune di Celle Enemodo &#8211; Pubblicazione Matrimoni 1880 &#8211; Nr. 6 &#8211; p.4</em></figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading" id="stammbaum">Stammbaum</h4>



<p>Aus dieser Übersicht über die Vorfahren Franziskus ergibt sich folgender Stammbaum, der natürlich noch jede Menge Potential hätte, ergänzt und weiter erforscht zu werden. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1620" height="879" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Papst-Franziskus-Stammbaum.png" alt="" class="wp-image-3664" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Papst-Franziskus-Stammbaum.png 1620w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Papst-Franziskus-Stammbaum-300x163.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Papst-Franziskus-Stammbaum-1024x556.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Papst-Franziskus-Stammbaum-768x417.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Papst-Franziskus-Stammbaum-1536x833.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Papst-Franziskus-Stammbaum-1320x716.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1620px) 100vw, 1620px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading" id="trivia">Trivia</h4>



<p>Die Taberna Bergoglio, im Zentrum Turins nur wenige Straßen vom Wohnort der päpstlichen Großeltern entfernt gelegen, stellt auf ihrer Homepage einen intensiven Bezug zu Argentinien her und führt die Verbundenheit der argentinischen Fleisch-Küche (&#8222;Asado&#8220;) auf piemontesische Wurzeln zurück.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size">&#8222;Zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert verließen Tausende von Piemontesen ihr Land, um ihr Glück in Übersee zu suchen. Argentinien mit seinen weiten Ebenen und wirtschaftlichen Möglichkeiten wurde zu einem der Hauptziele dieser Auswanderung. Angelockt von den Versprechungen landwirtschaftlicher Arbeit und der Möglichkeit, Land zu besitzen, trugen die Piemonteser wesentlich zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung des südamerikanischen Landes bei.</p>



<p class="has-small-font-size">Die Piemonteser ließen sich vor allem in der argentinischen Pampa nieder, einer weiten fruchtbaren Ebene, die sich ideal für Ackerbau und Viehzucht eignet. Zu den beliebtesten Gebieten gehörten die Provinz Santa Fe, wo viele der ersten von Italienern gegründeten landwirtschaftlichen Kolonien entstanden, und die Provinz Córdoba, die wegen ihrer günstigen klimatischen Bedingungen ein beliebtes Ziel war. Die piemontesische Auswanderung erfolgte auch in die Provinz Buenos Aires, insbesondere in die ländlichen Gebiete, wo die Viehzucht florierte, während einige Gruppen von Piemontesen bis in den Süden Argentiniens, nach Patagonien, gingen und dort an der territorialen Expansion teilnahmen.</p>



<p><em><a href="https://www.tabernabergoglio.it/la-storia/" data-type="link" data-id="https://www.tabernabergoglio.it/la-storia/" target="_blank" rel="noopener">Taberna Bergoglio &#8211; La Storia</a></em></p>
</blockquote>



<p>Die Familie Bergoglio hat mit ihrem prominentesten Spross die Weltgeschichte jedenfalls eher religiös als kulinarisch geprägt.</p>



<p></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li><em>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskus_(Papst)" target="_blank" rel="noopener">Papst Franziskus</a></em></li>



<li><em>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskus_(Papst)" target="_blank" rel="noopener">Papst Franziskus</a></em>, ebd.</li>
</ol>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Stefan Zweig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Apr 2025 23:22:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein von der Familie Porsche geplanter Tunnel zum sog. &#8222;Paschinger Schlössl&#8220; am Salzburger Kapuzinerberg, das Stefan Zweig im Jahr 1917 erworben hatte, rückte den Schriftsteller und sein Salzburger Domizil in den letzten Wochen in die Schlagzeilen der Tagespresse. In dieser Villa lebte Stefan Zweig zwischen 1919 und 1934 mit seiner ersten Frau Friderike und den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#geburts-als-kaufmanns-sohn">Geburt als Kaufmanns-Sohn</a></li><li><a href="#vorfahren-aus-bohmen-baden-wurttemberg">Vorfahren aus Böhmen &amp; Baden-Württemberg</a></li><li><a href="#eine-bemerkenswerte-trauung">Eine bemerkenswerte Trauung</a></li><li><a href="#emigration-nach-london">Emigration nach London</a></li><li><a href="#einburgerung-neue-ehe">Neue Ehe &amp; Einbürgerung</a></li><li><a href="#tod-in-der-neuen-welt">Tod in der neuen Welt</a></li></ul></nav></div>



<p></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<p>Ein von der Familie Porsche geplanter Tunnel zum sog. &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschinger_Schl%C3%B6ssl" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschinger_Schl%C3%B6ssl" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Paschinger Schlössl</a>&#8220; am Salzburger Kapuzinerberg, das Stefan Zweig im Jahr 1917 erworben hatte, rückte den Schriftsteller und sein Salzburger Domizil in den letzten Wochen in die Schlagzeilen der Tagespresse.</p>



<p>In dieser Villa lebte Stefan Zweig zwischen 1919 und 1934 mit seiner ersten Frau Friderike und den beiden aus Friderikes erster Ehe hervorgegangenen Töchtern Alice Elisabeth, gen. Alix, und Susanna Benediktine, gen. Suse. Nach den Lebenserinnerungen seiner Frau hatte Zweig in diesem Haus etwa 200.000 Manuskriptseiten verfasst. <sup>1)</sup></p>



<p>Doch es war nicht diese Provinz-Posse um den Kapuzinerberg-Tunnel, die mir einen wunderbaren Anlass gab, den genealogischen Spuren Stefan Zweigs nachzugehen- sondern eine begeisternde Inszenierung am Wiener Burgtheater eines der letzten Werke Zweigs, der &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachnovelle" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachnovelle" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schachnovelle</a>&#8222;, <sup>2) 3)</sup></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:30%">
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kunstsalon-Pictzner-Stefan-Zweig-um-1900.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="231" height="308" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kunstsalon-Pictzner-Stefan-Zweig-um-1900.jpg" alt="Stefan Zweig um 1900" class="wp-image-3431" style="width:509px;height:auto" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kunstsalon-Pictzner-Stefan-Zweig-um-1900.jpg 231w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Kunstsalon-Pictzner-Stefan-Zweig-um-1900-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Stefan Zweig, um 1920</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading" id="geburts-als-kaufmanns-sohn">Geburt als Kaufmanns-Sohn</h4>



<p>Stefan Zweig wurde am 28.11.1881 in Wien als Sohn des wohlhabenden jüdischen Kaufmannes Moriz Zweig und seiner Frau Ida Brettauer im Haus Schottenring 14 geboren. Sein Geburtshaus lag und liegt damit gleich neben der 1877 von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_von_Hansen" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_von_Hansen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Theophil von Hansen</a> erbauten Wiener Börse.<br>(Zu Hansen gibt es übrigens einen eigenen <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/theophil-hansen/" data-type="post" data-id="1615" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blog-Beitrag</a>)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Taufbuch-1881-Stefan-ZWEIG-1881-a.710-nr.1968-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1533" height="212" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Taufbuch-1881-Stefan-ZWEIG-1881-a.710-nr.1968-Auszug.png" alt="" class="wp-image-3425" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Taufbuch-1881-Stefan-ZWEIG-1881-a.710-nr.1968-Auszug.png 1533w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Taufbuch-1881-Stefan-ZWEIG-1881-a.710-nr.1968-Auszug-300x41.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Taufbuch-1881-Stefan-ZWEIG-1881-a.710-nr.1968-Auszug-1024x142.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Taufbuch-1881-Stefan-ZWEIG-1881-a.710-nr.1968-Auszug-768x106.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Taufbuch-1881-Stefan-ZWEIG-1881-a.710-nr.1968-Auszug-1320x183.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1533px) 100vw, 1533px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde Wien &#8211; Taufbuch 1881 &#8211; Nr. 1968</em></figcaption></figure>



<p>Das Taufbuch bezeichnet den Vater als &#8222;Fabriksbesitzer&#8220; und die Familie war wohlhabend. Doch der großbürgerlichen und reisefreudige Lebensstil, den Stefan Zweig später pflegen sollte, ging nur zu Beginn auf das Vermögen der Eltern zurück. Stefan Zweig arbeitete bald nach der Matura für die Neue Freie Presse und veröffentlichte ab 1904 erste Novellen, darunter das später kommerziell recht erfolgreiche Werke <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Brennendes_Geheimnis" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Brennendes_Geheimnis" target="_blank" rel="noopener">Brennendes Geheimnis</a></em>. Der echte Erfolg, begleitet von Weltruhm, sollte sich dann in den zwanziger Jahren einstellen. Doch lassen wir den Autor selbst sprechen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Dieser Erfolg war mir nicht plötzlich ins Haus gestürmt; er kam langsam, behutsam, aber er blieb bis zur Stunde, da Hitler ihn mit der Peitsche seiner Dekrete von mir wegjagte, beharrlich und treu. Er steigerte seine Wirkung von Jahr zu Jahr. Gleich das erste Buch, das ich nach dem ›Jeremias‹ veröffentlichte, der erste Band meiner ›Baumeister der Welt‹, die Trilogie ›Drei Meister‹, brach mir Bahn; die Expressionisten, die Aktivisten, die Experimentisten hatten sich abgespielt, für die Geduldigen und Beharrlichen war der Weg zum Volke wieder frei. Meine Novellen ›Amok‹ und ›Brief einer Unbekannten‹ wurden populär wie sonst nur Romane, sie wurden dramatisiert, öffentlich rezitiert, verfilmt; ein kleines Büchlein ›Sternstunden der Menschheit‹ – in allen Schulen gelesen – brachte es in kurzer Zeit in der ›Insel-Bücherei‹ auf 250 000 Exemplare.</em></p>
<cite><em>Stefan Zweig &#8211; Die Welt von Gestern &#8211; S. 160</em></cite></blockquote>



<p>Der Erfolg war Zweig nicht nur im deutschsprachigen Raum beschert. Bis zum Verbot durch die Nazis erreichten seine Werke eine Gesamtauflage von rund einer Million Exemplaren. Hinzu kamen unzählige Übersetzungen in verschiedenste Sprachen, die Zweig zu brachten, ein &#8222;Hauptbuch&#8220; seiner Werke, Verträge und Übersetzungen anzulegen und zu pflegen &#8211; ähnlich dem Anlagenverzeichnis eines Unternehmens.<sup>4)</sup></p>



<h4 class="wp-block-heading" id="vorfahren-aus-bohmen-baden-wurttemberg">Vorfahren aus Böhmen &amp; Baden-Württemberg</h4>



<p>In seiner Autobiografie &#8222;Die Welt von Gestern&#8220; beschreibt Zweig auch die Familie seiner Mutter. Es war eine wohlhabende Bankiersfamilie aus Hohenems, die hohen Wert auf gute Ausbildung und eine standesgemäße Verheiratung ihrer Kinder legte. Zweigs Vater ging als einigermaßen begüterter mährischer Fabriksbesitzer wohl grade noch durch.</p>



<p>Im Trauungsbuch der israelitischen Kultusgemeinde Wien finden wir die Trauung der Eltern im Jahr 1878 und erfahren dort über Zweigs Mutter, Ida Brettauer, dass sie in <strong>Ancona </strong>gebürtig war. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-1878-Moriz-ZWEIG-1878-a.135-nr.506.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1654" height="495" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-1878-Moriz-ZWEIG-1878-a.135-nr.506.png" alt="" class="wp-image-3428" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-1878-Moriz-ZWEIG-1878-a.135-nr.506.png 1654w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-1878-Moriz-ZWEIG-1878-a.135-nr.506-300x90.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-1878-Moriz-ZWEIG-1878-a.135-nr.506-1024x306.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-1878-Moriz-ZWEIG-1878-a.135-nr.506-768x230.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-1878-Moriz-ZWEIG-1878-a.135-nr.506-1536x460.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-1878-Moriz-ZWEIG-1878-a.135-nr.506-1320x395.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1654px) 100vw, 1654px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde Wien &#8211; Trauungsbuch 1878 &#8211; Nr. 506</em></figcaption></figure>



<p>Die Datenbank <em>&#8222;Hohenems Genealogie&#8220;</em> bestätigt diese Angaben und listet auch noch ihre ältere Schwester Fanny auf, die 1851 ebenfalls in Ancona geboren wurde. Zu den beiden Schwestern konnte ich noch keine Dokumente finden &#8211; doch Idas Vater findet sich in den Abschriften der Geburtsbücher der Israelitischen Kultusgemeinde Hohenems.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="2429" height="155" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32.png" alt="" class="wp-image-3443" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32.png 2429w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32-300x19.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32-1024x65.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32-768x49.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32-1536x98.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32-2048x131.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Israelische-Kultusgemeinde-Hohenems-Geburtsregister-Auszuege-1-Samuel-Brettauer-1813-Nr.375-p.32-1320x84.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2429px) 100vw, 2429px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Abschrift der Geburtsbücher 1 &#8211; Israelitische Kultusgemeinde Hohenems &#8211; p.32</em></figcaption></figure>



<p><em>Hohenems Genealogie</em> gibt Herkunft und Geburt von Samuels Vater Ludwig mit <em>&#8222;geb. 1768, Bretten, Baden-Württemberg, Deutschland&#8220;</em> sowie die Heirat mit Fanny Mannes Wolf im Jahr 1803 an &#8211; leider ohne Nennung eines Ortes. Allerdings gibt es weder bei der Wiener Trauung von Moriz Zweig noch im Hohenemser Taufbuch-Eintrag von Samuel einen Hinweis darauf. Das jüdische Museum Hohenems wäre hier sicherlich einen Besuch wert, um weitere Quellen zur Familie Brettauer zu erschließen.</p>



<p>Das Landesarchiv Baden-Württemberg verfügt über zwei Bestände mit jüdischen Personenstands-Registern bzw. gemischt-konfessionellen Standesbüchern aus Bretten aus den Jahren 1803-1869 bzw. 1811-1875 &#8211; zu spät jedenfalls für die Geburt von Stefan Zweigs Großvater und auch zur Trauung konnte ich dort keinen Eintrag finden.   </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Prossnitz-Lithografie.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="426" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Prossnitz-Lithografie-1024x426.png" alt="" class="wp-image-3449" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Prossnitz-Lithografie-1024x426.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Prossnitz-Lithografie-300x125.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Prossnitz-Lithografie-768x320.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Prossnitz-Lithografie-1536x639.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Prossnitz-Lithografie-1320x549.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Prossnitz-Lithografie.png 1644w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Proßnitz um 1850</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:30%">
<p>Laut <em>Hohenems Genealogie</em> wurde Moriz Zweig am 28.12.1845 in <strong>Proßnitz </strong>(Prostějov) geboren, der nach Brünn und Iglau drittgrößten Stadt im Kronland Mähren des 19. Jahrhunderts.</p>



<p>Doch auch in Proßnitz konnte ich bislang keine jüdischen Quellen finden, die mir ermöglicht hätten, diese Angaben zu verifizieren.</p>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading" id="eine-bemerkenswerte-trauung">Eine bemerkenswerte Trauung</h4>



<p>Wenden wir uns daher wieder Stefan Zweig zu. Im Jahr 1904 wechselte eine gewisse Friderike Burger vom mosaischen Glauben zur römisch-katholischen Religion, um im Jahr darauf den ebenfalls zum röm.kath. Glauben konvertierten Felix von Winternitz zu heiraten. 1907 und 1910 wurden ihre beiden eingangs erwähnten Töchter geboren, doch die Ehe ging wenig Jahre später in die Brüche und wurde im Mai 1914 zivilrechtlich annulliert. Kirchenrechtlich blieb die Ehe jedoch aufrecht &#8211; auch über das Ende der Monarchie hinaus.<sup>5)</sup></p>



<p>Bereits 1912 hatte sie aus eigenem Antrieb brieflichen Kontakt zu Zweig aufgenommen und ihn auch kennengelernt. Sie war ebenfalls als Schriftstellerin tätig und ihre ersten Romane <em>Traummenschen</em>, <em>Der Ruf der Heimat</em> und <em>Vögelchen</em> wurden unter Vermittlung von Stefan Zweig publiziert. Friderike muss eine energische Person gewesen sein &#8211; und sie dürfte maßgebliche Verantwortung dafür getragen haben, dass Zweig, bereits als ihr Lebenspartner, 1917 die Villa am Kapuzinerberg erwarb. Der neuen Besitz sollte allerdings umfangreiche Renovierungsarbeiten erfordern. </p>



<p>Wie zuvor erwähnt, die Ehe Friderikes war kirchenrechtlich weiterhin gültig, eine Vermählung mit Stefan Zweig erforderte also einen staatlichen Dispens und eine anschließende <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Eheschlie%C3%9Fungen" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Eheschlie%C3%9Fungen" rel="noreferrer noopener">Zivilrechtliche Trauung</a>, die in Wien seit 1868 möglich war. Der Dispens wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten erteilt und am 28.01.1920 konnte die Trauung vorgenommen werden. </p>



<p>Der Historiker <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Kerschbaumer" target="_blank" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Kerschbaumer" rel="noreferrer noopener">Gert Kerschbaumer</a> beschreibt in seinem Beitrag zum Stolperstein &#8222;Friderike Zweig-Winternitz&#8220; eine denkwürdige Zeremonie:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Ziviltrauungen waren [&#8230;] in der Hauptstadt Wien gang und gäbe. Der Bräutigam musste aber allein nach Wien reisen, »leider ganz unweiblich begleitet«, da seine Braut die Zeremonie kein weiteres Mal erleben und gesellschaftliche Verpflichtungen meiden wollte.<br>Ihr gemeinsamer Freund Felix Braun hatte die Vollmacht, das Jawort der Braut sagen zu dürfen. Mit ihrem Stellvertreter, ihrem Bräutigam und ihren Trauzeugen Eugen Antoine und Hans Prager standen daher am 28. Jänner 1920 nur Männer vor einem Magistratsbeamten, der auch diese seltsame Trauung förmlich vollzog und dem Brautpaar viele Kinder wünschte.</em></p>
</blockquote>



<h4 class="wp-block-heading" id="emigration-nach-london">Emigration nach London</h4>



<p>Die Machtergreifung Hitlers 1933 war &#8211; wie in ganz Österreich &#8211; auch in Salzburg deutlich spürbar. Ob trotz oder wegen Bombenterror und Auftritten der SA &#8211; ein erheblicher Teil der Bevölkerung wollte einen Anschluss an das Deutsche Reich. Stefan Zweig war die Gefahr, die von den Nationalsozialisten ausging, sehr bewusst und er erlebte mit eigenen Augen, wie die Rollkommandos der SA mit brutaler Präzision sozialdemokratische Veranstaltungen sprengten und niederknüppelten. </p>



<p>Wenige Tage nach dem Februaraufstand der Sozialdemokraten, am 18.02.1934, musste Zweig eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen &#8211; angeblich aufgrund einer Denunziation, er hätte Waffen für den Republikanischen Schutzband im Haus versteckt. Zweig interpretierte die pro-forma Durchsuchung als klaren Vorboten der künftigen Entwicklungen, zog die Konsequenzen und emigrierte nach London.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Ich aber spürte hinter dieser an sich unbeträchtlichen Episode, wie ernst die Sachlage in Österreich schon geworden war, wie übermächtig der Druck von Deutschland her. Mein Haus gefiel mir nicht mehr seit jenem amtlichen Besuch, und ein bestimmtes Gefühl sagte mir, daß solche Episoden nur schüchternes Vorspiel viel weiterreichender Eingriffe waren. </em></p>



<p><em>Am selben Abend begann ich meine wichtigsten Papiere zu packen, entschlossen, nun immer im Ausland zu leben, und diese Loslösung bedeutete mehr als eine von Haus und Land, denn meine Familie hing an diesem Haus als ihrer Heimat, sie liebte das Land.</em></p>
<cite><em>Stefan Zweig &#8211; Die Welt von Gestern &#8211; S. 196</em></cite></blockquote>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<p>Zweig lebte in London zuerst am Portland Place und später an der Adresse 49 Hallam Road. Erste Spuren seiner Emigration beginnen mit einer Mitteilung des British Home Office in Whitehall, in der ihm im <strong>Juni 1934</strong> der <em>Undersecretary of State, Aliens Departmen</em>t in einer grandiosen Formulierung bestätigt</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:60%">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>W<em>ith reference to the application made on your behalf by Mr. E.R. Carr, I am directed by the Secretary of State to say that he does not desire to raise objection to your prolonging your stay in this country provided that you do not take employment.</em></p>
</blockquote>
</div>
</div>



<p>Zweig war ein hervorragender und umtriebiger Netzwerker. Schon in seinem Domizil in Salzburg pflegte er viele Bekanntschaften und Freundschaften zu Literaten wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Roth" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Roth" target="_blank" rel="noopener">Josef Roth</a> aber auch Künstlern anderer Kunstrichtungen wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Strauss" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Strauss" target="_blank" rel="noopener">Richard Strauss</a>. Er war auch bereits in den 1920er-Jahren aktiv im <a href="https://de.m.wikipedia.org/wiki/PEN_International" target="_blank" data-type="link" data-id="https://de.m.wikipedia.org/wiki/PEN_International" rel="noreferrer noopener">P.E.N.-Club</a> und besuchte mehrere der Kongresse dieser Vereinigung von Literatur-Schaffenden.</p>



<p>Stefan Zweig reiste häufig &#8211; 1908 nach British-Indien und British-Ceylon, 1911 erstmals in die USA &#8211; und er nutzte diese Reisen auch um Kontakte mit Schriftstellern und anderen Künstlern zu schließen, die oft zu länger andauernden Korrespondenzen führte. Auf einer erneuten Amerika-Reise im Jänner 1935 finden wir ihn, alleine reisend, auf der <em>SS Conte di Savoia.</em>  </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Conte-di-Savoia-Stefan-ZWEIG-1935-a.438-p.6-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1458" height="116" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Conte-di-Savoia-Stefan-ZWEIG-1935-a.438-p.6-Auszug.png" alt="" class="wp-image-3518" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Conte-di-Savoia-Stefan-ZWEIG-1935-a.438-p.6-Auszug.png 1458w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Conte-di-Savoia-Stefan-ZWEIG-1935-a.438-p.6-Auszug-300x24.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Conte-di-Savoia-Stefan-ZWEIG-1935-a.438-p.6-Auszug-1024x81.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Conte-di-Savoia-Stefan-ZWEIG-1935-a.438-p.6-Auszug-768x61.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Conte-di-Savoia-Stefan-ZWEIG-1935-a.438-p.6-Auszug-1320x105.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1458px) 100vw, 1458px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Familysearch.org &#8211; Passagierliste &#8222;SS Conte di Savoia&#8220;</em></figcaption></figure>



<p>Den PEN-Kongress des Jahres 1936 fand in Buenos Aires statt, und als Vertreter des österreichischen PEN-Clubs reiste Stefan Zweig an. </p>



<p>Die vom PEN-Club stets geforderte Trennung von Literatur und Politik wurde angesichts der angespannten Weltlage und der Entwicklung in Deutschland stark diskutiert und war heftig umstritten. Der deutsche PEN-Club hatte sich bereits aufgelöst und im Jahr 1934 war ein &#8222;PEN-Club im Exil&#8220; entstanden, der sich zunehmend politisch engagierte. Dass es Zweig, anders als andere Kongressteilnehmer, ablehnte, sich öffentlich auf dem Kongress zum NS-Regime zu äußern, trug wesentlich zur Kritik bei, er wäre zu sehr in einer Vorkriegs-Nostalgie gefangen und sollte öffentlich klarer Position beziehen.<sup>6)</sup>  </p>



<p>Doch Zweig hatte sich zeitlebens der Politik ferngehalten und hatte &#8211; obwohl er überzeugter Pazifist war &#8211; stets alle Versuche, ihn zu öffentlichen Positionierungen zu überreden, abgelehnt. Im Film <em>&#8222;Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika“</em>&nbsp;(2016) wird ihm die Aussage <em>„Jede Widerstandsgeste, die kein Risiko in sich birgt und keine Wirkung hat, ist nichts als geltungssüchtig“</em> zugeschrieben.</p>



<p>Im Zuge dieser Reise hielt er sich auch mehrere Tage in Rio de Janeiro auf, wurde dort überaus herzlich empfangen und empfand große Zuneigung zu diesem aus europäischer Sicht jungen Land. </p>



<p>Bis ins Jahr 1937 konnte Stefan Zweig auch noch frei nach Österreich reisen. Im Herbst hatte er seine Mutter besucht, doch im November entschied er sich spontan, nachdem er über direkte Verhandlungen zwischen Lord Halifax und Hitler gelesen hatte, erneut nach Wien zu reisen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-small-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Ich wollte noch einmal meine alte Mutter, meine Familie, meine Heimat sehen. Zufälligerweise bekam ich noch ein Billett, warf rasch ein paar Dinge in den Koffer und flog nach Wien. <br><br>Meine Freunde staunten, daß ich so rasch und so plötzlich wiederkam. Aber wie verlachten sie mich, als ich meine Sorge andeutete; ich sei noch immer der alte ›Jeremias‹, spotteten sie. Ob ich denn nicht wisse, daß die ganze österreichische Bevölkerung jetzt hundertprozentig hinter Schuschnigg stünde? Sie rühmten umständlich die großartigen Demonstrationen der ›Vaterländischen Front‹, während ich doch schon in Salzburg beobachtet hatte, daß die meisten dieser Demonstranten das vorgeschriebene Einheitsabzeichen nur außen auf dem Rockkragen trugen, um ihre Stellung nicht zu gefährden, gleichzeitig aber in München längst zur Vorsicht bei den Nationalsozialisten eingeschrieben waren – ich hatte zuviel Geschichte gelernt und geschrieben, um nicht zu wissen, daß die große Masse immer sofort zu der Seite hinüberrollt, wo die Schwerkraft der momentanen Macht liegt. <br><br>Ich wußte, daß dieselben Stimmen, die heute ›Heil Schuschnigg‹ riefen, morgen ›Heil Hitler‹ brausen würden.</em></p>
<cite><em>Stefan Zweig, Die Welt von Gestern</em></cite></blockquote>



<p>Ab dem Jahr 1938 wurde greifbar, wie irreversibel Stefan Zweig von seiner Heimat getrennt werden sollte. Er musste, wie alle Juden mit einem Vermögen von mehr als 2000 RM, die sog. Judenvermögensabgabe<sup>7)</sup> leisten. Auf der anderen Seite des Ärmelkanals erhielt er im selben Jahr ein <em>Certificate of Identity</em>, das ihm die Visa-freie Einreise ins United Kingdom ermöglichte.</p>



<p>Das Privileg bekannter oder berühmten Persönlichkeiten ist es häufig, dass sich nach ihrem Tod Institutionen ihres Nachlasses annehmen und ihn ordnen, administrieren und häufig auch öffentlich zugänglich machen. Im Falle von Stefan Zweig haben wir dem Literaturarchiv Salzburg und seiner Initiative <a href="https://www.stefanzweig.digital" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.stefanzweig.digital" rel="noreferrer noopener">STEFAN ZWEIG DIGITAL</a> zu danken, dass wir viele Quellen zu Stefan Zweig online einsehen können.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:58%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Bescheid-Judenvermoegensabgabe-1938.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="766" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Bescheid-Judenvermoegensabgabe-1938-766x1024.png" alt="" class="wp-image-3463" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Bescheid-Judenvermoegensabgabe-1938-766x1024.png 766w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Bescheid-Judenvermoegensabgabe-1938-225x300.png 225w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Bescheid-Judenvermoegensabgabe-1938-768x1026.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Bescheid-Judenvermoegensabgabe-1938.png 958w" sizes="auto, (max-width: 766px) 100vw, 766px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Bescheid über die Judenvermögensabgabe (1938)<br>Reed Library – Stefan Zweig Collection, SZ-AP2/L-S7.8.</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certificate-of-Identity-Stefan-ZWEIG-1938-1938-08-30.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="657" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certificate-of-Identity-Stefan-ZWEIG-1938-1938-08-30-657x1024.png" alt="" class="wp-image-3464" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certificate-of-Identity-Stefan-ZWEIG-1938-1938-08-30-657x1024.png 657w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certificate-of-Identity-Stefan-ZWEIG-1938-1938-08-30-192x300.png 192w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certificate-of-Identity-Stefan-ZWEIG-1938-1938-08-30-768x1197.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certificate-of-Identity-Stefan-ZWEIG-1938-1938-08-30.png 784w" sizes="auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Certificate of Identity (1938)<br></em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading" id="einburgerung-neue-ehe">Neue Ehe &amp; Einbürgerung</h4>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:60%">
<p>Die Ehe mit Friderike muss schon 1934 belastet gewesen sein. Zweigs Flucht aus Salzburg sollte die Kluft vertiefen &#8211; seine Frau blieb mit den Töchtern in Salzburg.</p>



<p>Im Exil entspann sich eine Beziehung zwischen Zweig und seiner Sekretärin Charlotte Altmann. Zweig, entschlossen seiner Heimat für immer den Rücken zu kehren, erzwang 1937 den Verkauf des Wohnsitzes am Kapuzinerberg und im Jahr 1938 wurde die Ehe geschieden.</p>



<p>&#8222;Lotte&#8220; entstammte einer polnischen Fabrikantenfamilie aus Kattowitz und musste 1933 als Jüdin die Frankfurter Universität verlassen und nach London auswandern.<sup>8)</sup></p>



<p>Ihre Geburt finden wir in den polnischen Zivilmatriken (&#8222;Księga urodzeń&#8220;) des Standesamtes Kattowitz. Schlesien war zu dieser Zeit Teil des Deutschen Reiches, und daher war die Personenstandsführung &#8211; wie in fast allen europäischen Staaten außer der Donaumonarchie &#8211; bereits Aufgabe von Standesämtern. </p>



<p>Am 6. September 1939 heirateten Stefan Zweig und Charlotte Altmann in Bath &#8211; eine Verbindung die buchstäblich bis in den Tod geschlossen wurde. <sup>9)</sup></p>



<p>Das Service von STEFAN ZWEIG DIGITAL erspart uns eine kostenpflichtige Bestellung einer Abschrift, die uns das GRO (General Register Office) &#8211; die Behörde, die im Vereinten Königreich für die Personenstands-Führung zuständig ist, und Geburten, Trauungen, Adoptionen und Sterbefälle registriert &#8211; ausstellen würde.</p>



<p>Bei der Suche nach dem entsprechenden Index-Eintrag hilft die Seite <a href="https://www.freebmd.org.uk/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.freebmd.org.uk/" rel="noreferrer noopener">FreeBMD</a>, auf der wir die Trauung rasch identifizieren können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="944" height="196" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/FreeBMD-Index-of-Registered-Marriages-Stefan-ZWEIG.png" alt="" class="wp-image-3506" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/FreeBMD-Index-of-Registered-Marriages-Stefan-ZWEIG.png 944w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/FreeBMD-Index-of-Registered-Marriages-Stefan-ZWEIG-300x62.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/FreeBMD-Index-of-Registered-Marriages-Stefan-ZWEIG-768x159.png 768w" sizes="auto, (max-width: 944px) 100vw, 944px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>FreeBMD &#8211; Registered Marriages &#8222;Bath, Zweig, 1939&#8220;</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Standesamt-Kattowitz-Geburtsregister-Charlotte-ALTMANN-1908-Nr.-487-p.90.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="504" height="999" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Standesamt-Kattowitz-Geburtsregister-Charlotte-ALTMANN-1908-Nr.-487-p.90.png" alt="" class="wp-image-3493" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Standesamt-Kattowitz-Geburtsregister-Charlotte-ALTMANN-1908-Nr.-487-p.90.png 504w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Standesamt-Kattowitz-Geburtsregister-Charlotte-ALTMANN-1908-Nr.-487-p.90-151x300.png 151w" sizes="auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Standesamt Kattowitz &#8211; Geburtsregister 1908 &#8211; Nr. 487</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certified-Copy-of-Marriage-Stefan-ZWEIG-1939-Bath-1939-09-06.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1897" height="937" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certified-Copy-of-Marriage-Stefan-ZWEIG-1939-Bath-1939-09-06.png" alt="" class="wp-image-3497" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certified-Copy-of-Marriage-Stefan-ZWEIG-1939-Bath-1939-09-06.png 1897w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certified-Copy-of-Marriage-Stefan-ZWEIG-1939-Bath-1939-09-06-300x148.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certified-Copy-of-Marriage-Stefan-ZWEIG-1939-Bath-1939-09-06-1024x506.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certified-Copy-of-Marriage-Stefan-ZWEIG-1939-Bath-1939-09-06-768x379.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certified-Copy-of-Marriage-Stefan-ZWEIG-1939-Bath-1939-09-06-1536x759.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Certified-Copy-of-Marriage-Stefan-ZWEIG-1939-Bath-1939-09-06-1320x652.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1897px) 100vw, 1897px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Certified Copy of an Entry of Marriage &#8211; Stefan Zweig und Charlotte Altmann &#8211; 1939</em></figcaption></figure>



<p>Die nächste Zäsur erfolgte im Jahr 1940. Die <em>&#8222;M. Zweig mechanische Weberei A G. in Ober-Rosenthal&#8220;</em>, im Besitz der Brüder Alfred und Stefan Zweig, wurde von den Nationalsozialisten enteignet und zwangsverkauft<sup>10)</sup> &#8211; dafür erhielt Stefan Zweig in London mit dem <em>Certificate of Naturalization</em> die britische Staatsbürgerschaft.</p>



<p><em>Certificates of Naturalization</em> sind in den <a href="https://www.nationalarchives.gov.uk/" data-type="link" data-id="https://www.nationalarchives.gov.uk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UK National Archives</a> verfügbar und auch leicht auffindbar, doch STEFAN ZWEIG DIGITAL erspart uns auch in diesem Fall einen Besuch vor Ort bzw. die Ausgabe von £ 27.15 plus Versandkosten.<sup>11)</sup></p>



<h4 class="wp-block-heading" id="tod-in-der-neuen-welt">Tod in der neuen Welt</h4>



<p>Der Anschluss Österreichs, den Zweig als &#8222;Fall&#8220; wahrnahm, die zunehmende Ächtung und das absolute Verbot seiner Werke in der Heimat änderten interessanterweise sein Lebensgefühl in England. War er seit 1934 als freier, internationaler Gast im Lande gewesen, der sein Einkommen in London ausgab, so fühlte er sich als Migrant, als Flüchtling, der dankbar ein britisches Dokument entgegennehmen musste, <em>&#8222;in eine mindere, wenn auch nicht unehrenhafte Kategorie hinabgedrückt&#8220;</em>.<sup>12)</sup> Zweig erlebte die Emigration als eine Entfremdung von sich selbst, als eine Art Beschädigung seiner Identität. Verstärkt wurde dieses Gefühl bei Kriegsbeginn Anfang September 1939, als über der Eheschließung plötzlich das Damoklesschwert hing, mit jedem Augenblick ein &#8222;enemy alien&#8220; zu werden, der stets mit Freiheitsbeschränkungen rechnen musste.</p>



<p>Ich konnte noch keine zwingende Hinweise finden, ob es sein Status als &#8222;feindlicher Ausländer&#8220; war, der ihn bedrückte oder doch die Angst vor einer möglicherweise bevorstehenden Invasion. Nur 3 Wochen nach Churchills historischer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/We_Shall_Fight_on_the_Beaches" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/We_Shall_Fight_on_the_Beaches" target="_blank" rel="noopener">&#8222;We Shall Fight on the Beaches&#8220;</a>-Rede finden wir das Ehepaar Zweig auf dem Dampfer <em>SS Scytia</em> Richtung New York. Sein britischer Pass erlaubte es ihm jedenfalls, über die Stationen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/New_York_City" target="_blank" rel="noopener">New York</a>,&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Argentiniens" target="_blank" rel="noopener">Argentinien</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Paraguays" target="_blank" rel="noopener">Paraguay</a>&nbsp;im Jahr 1940 schließlich nach&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Brasiliens" target="_blank" rel="noopener">Brasilien</a> zu reisen. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Scythia-Stefan-ZWEIG-1940-a.166-p.1-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1354" height="136" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Scythia-Stefan-ZWEIG-1940-a.166-p.1-Auszug.png" alt="" class="wp-image-3523" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Scythia-Stefan-ZWEIG-1940-a.166-p.1-Auszug.png 1354w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Scythia-Stefan-ZWEIG-1940-a.166-p.1-Auszug-300x30.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Scythia-Stefan-ZWEIG-1940-a.166-p.1-Auszug-1024x103.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Scythia-Stefan-ZWEIG-1940-a.166-p.1-Auszug-768x77.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Familysearch-SS-Scythia-Stefan-ZWEIG-1940-a.166-p.1-Auszug-1320x133.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1354px) 100vw, 1354px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Familysearch.org &#8211; Passagierliste &#8222;SS Scythia&#8220; &#8211; 25. Juni 1940</em></figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>„Der Sieg der Gewalt macht mich heimatlos. So bin ich mit meiner kleinen Klugheit (so wie im Februar 1934 aus Österreich) rechtzeitig von England fort, alles hinter mir lassend, was Besitz war, und sogar das halbfertige Manuskript der Balzac-Biographie, an der ich seit Jahren arbeite, und irre jetzt mit einem Transitvisum, hier in den USA eingelassen und fortgetrieben, nach Südamerica zu Vorlesereisen, die ich nicht mag. Werde ich je zurückkehren können? Werde ich es dürfen, werde ich es wollen? Aber ich frage schon nicht mehr, ich lasse mich treiben, nur von einem Gedanken beseelt, nicht diesem braunen Burschen in die Hände zu fallen.“</em></p>
<cite><em>Brief an Richard Beer-Hofmann, Juli 1940</em></cite></blockquote>



<p>Die letzten 1 1/2 Jahre ihres Lebens im Exil verbrachten Stefan und Lotte Zweig abwechselnd in Brasilien und den USA. Laut dem Zweig-Biographen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alberto_Dines" target="_blank" rel="noopener">Alberto Dines</a>&nbsp;erhielt Zweig als Prominenter in Brasilien trotz des&nbsp;Antisemitismus&nbsp;der Diktatur&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Get%C3%BAlio_Vargas" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Getúlio Vargas</a>’ ein Dauervisum, da er im Gegenzug ein Buch zugunsten Brasiliens verfassen wollte.&nbsp;1941 erschien die&nbsp;Monografie&nbsp;<em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Brasilien._Ein_Land_der_Zukunft" target="_blank" rel="noopener">Brasilien. Ein Land der Zukunft</a></em>.<sup>13)</sup></p>



<p>In Zweigs brasilianischem Aufenthaltsort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Petr%C3%B3polis" target="_blank" rel="noopener">Petrópolis</a> entstand und erschien auch eines seiner letzten Werke. Es wird kein Zufall sein, dass der Vielgereiste die Rahmenhandlung seiner <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachnovelle" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachnovelle" target="_blank" rel="noopener">Schachnovelle</a> an Bord eines Passagierdampfers auf der Strecke New York &#8211; Buenoes Aires stattfinden lässt. </p>



<p>Doch das Buch sollte nicht mehr zu seinen Lebzeiten erscheinen, denn zwei seiner in der späteren Rezeption bedeutendsten Werke, die <em>&#8222;Schachnovelle&#8220;</em> und seine Autobiografie<em> &#8222;Die Welt von Gestern&#8220;</em>, erschienen erst nach seinem Ableben im Jahr 1942 in Petrópolis bzw Buenos Aires sowie in Stockholm. </p>



<p>In der Nacht des 22. Februar 1942 nahmen sich Stefan Zweig und seine Frau Lotte durch eine Überdosis des Schlafmittels Veronal das Leben. </p>



<p>Der Nachwelt und der Ahnenforschung hinterlassen bleiben zwei Dokumente, die unterschiedlicher nicht sein könnten:  Zum Einen das nüchterne Formular des Registro Civil des Bundesstaates Rio de Janiero, das im &#8222;Obito #2177&#8220; als Todesursache festhält: <em>&#8222;ingestão de substancia toxica &#8211; suicidio&#8220;</em> . Zum anderen seine handschriftliche &#8222;Declaração&#8220;, in der er dem Land Brasilien dankt und festhält, er hätte sich keinen besseren Orte vorstellen können, um ein neues Leben aufzubauen <em>&#8222;nach die Welt meiner eigenen Sprache für mich untergegangen ist und meine geistige Heimat Europa sich selber vernichtet&#8220;</em>, doch ihm hätte de Kraft gefehlt.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-Civil-Rio-de-Janeiro-Obito-Stefan-ZWEIG-1942-Nr.2177-p.550.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="850" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-Civil-Rio-de-Janeiro-Obito-Stefan-ZWEIG-1942-Nr.2177-p.550.jpeg" alt="" class="wp-image-3526" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-Civil-Rio-de-Janeiro-Obito-Stefan-ZWEIG-1942-Nr.2177-p.550.jpeg 600w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Registro-Civil-Rio-de-Janeiro-Obito-Stefan-ZWEIG-1942-Nr.2177-p.550-212x300.jpeg 212w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="698" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stefan-ZWEIG-1942-Declaracao-698x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3527" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stefan-ZWEIG-1942-Declaracao-698x1024.jpg 698w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stefan-ZWEIG-1942-Declaracao-205x300.jpg 205w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stefan-ZWEIG-1942-Declaracao-768x1126.jpg 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stefan-ZWEIG-1942-Declaracao-1047x1536.jpg 1047w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stefan-ZWEIG-1942-Declaracao-1396x2048.jpg 1396w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stefan-ZWEIG-1942-Declaracao-1320x1936.jpg 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/04/Stefan-ZWEIG-1942-Declaracao-scaled.jpg 1745w" sizes="auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px" /></figure>
</div>
</div>



<p>Sämtliche Biografien beschreiben die Niedergeschlagenheit, das Sterben seiner geistigen Heimat vom anderen Ende der Welt verfolgen zu müssen, die Hoffnungslosigkeit, dass jeglicher Gedanke an Friede in unfassbare Ferne gerückt war. Auch seine Autobiografie, entstanden im brasilianischen Exil im Jahr 1941, ist von dieser Schwermut getragen.</p>



<p>Und doch bleibt es für mich ein rätselhafter Widerspruch in dieser so klar und scheinbar ohne Verzweiflung vorgetragenen, ja beinahe kraftvollen Erklärung, wieso dieser Mensch, dem <em>&#8222;geistige Arbeit immer die lauterste Freude und persönliche Freiheit das höchste Gut dieser Erden gewesen&#8220;</em> war, keine Kraft mehr für einen Neuanfang in persönlicher und vergleichsweise materieller Sicherheit hatte.  </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li>Friderike M. Zweig: <em>Stefan Zweig – Wie ich ihn erlebte</em> (1948), S. 186 &#8211; zitiert nach Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschinger_Schl%C3%B6ssl" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschinger_Schl%C3%B6ssl" target="_blank" rel="noopener">Pa</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschinger_Schl%C3%B6ssl" target="_blank" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschinger_Schl%C3%B6ssl" rel="noreferrer noopener">s</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschinger_Schl%C3%B6ssl" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschinger_Schl%C3%B6ssl" target="_blank" rel="noopener">chinger Schlössel</a></li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachnovelle" target="_blank" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachnovelle" rel="noreferrer noopener">Schachnovelle</a></li>



<li>Lugiland.de: <a href="https://www.lugiland.de/wp-content/uploads/2019/05/schachnovelle.pdf" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.lugiland.de/wp-content/uploads/2019/05/schachnovelle.pdf" rel="noreferrer noopener">Schachnovelle &#8211; Text</a></li>



<li>Wiener Zeitung: <a href="https://www.wienerzeitung.at/h/stefan-zweig-umstrittener-weltautor" data-type="link" data-id="https://www.wienerzeitung.at/h/stefan-zweig-umstrittener-weltautor" target="_blank" rel="noopener">Stefan Zweig &#8211; umstrittener Weltautor</a></li>



<li>Stolpersteine Salzburg: <a href="https://www.stolpersteine-salzburg.at/stolperstein/zweig-winternitz_friderike/" data-type="link" data-id="https://www.stolpersteine-salzburg.at/stolperstein/zweig-winternitz_friderike/" target="_blank" rel="noopener">Friderike Winternitz</a></li>



<li>Wiener Zeitung: <a href="https://www.wienerzeitung.at/h/stefan-zweig-umstrittener-weltautor" data-type="link" data-id="https://www.wienerzeitung.at/h/stefan-zweig-umstrittener-weltautor" target="_blank" rel="noopener">Stefan Zweig &#8211; umstrittener Weltautor</a>, ebd.</li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Judenverm%C3%B6gensabgabe" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Judenverm%C3%B6gensabgabe" target="_blank" rel="noopener">Judenvermögensabgabe</a></li>



<li>Deutschlandfunk Kultur: <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/eine-ungleiche-beziehung-100.html" data-type="link" data-id="https://www.deutschlandfunkkultur.de/eine-ungleiche-beziehung-100.html" target="_blank" rel="noopener">Eine ungleiche Beziehung</a></li>



<li>Heiratszertifikat, Typoskript [Heiratszertifikat]. Reed Library – Stefan Zweig Collection, SZ-AP2/L-S7.9. <br>In: Stefan Zweig digital, Hrsg. Literaturarchiv Salzburg<br>https://stefanzweig.digital/o:szd.lebensdokumente/sdef:TEI/get?locale=de#SZDLEB.61</li>



<li>Enteignungspapiere, Typoskriptdurchschlag [Enteignungspapiere]. <br>Reed Library – Stefan Zweig Collection, SZ-AP2/L-S7.12. In: Stefan Zweig digital, Hrsg. Literaturarchiv Salzburg, <br><a href="https://stefanzweig.digital/o:szd.lebensdokumente/sdef:TEI/get?locale=de#SZDLEB.64" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://stefanzweig.digital/o:szd.lebensdokumente/sdef:TEI/get?locale=de#SZDLEB.64</a></li>



<li>Einbürgerungsurkunde, Urkunde [Einbürgerungsurkunde]. <br>Reed Library – Stefan Zweig Collection, SZ-AP2/L-S7.10. In: Stefan Zweig digital, Hrsg. Literaturarchiv Salzburg, <a href="https://stefanzweig.digital/o:szd.lebensdokumente/sdef:TEI/get?locale=de#SZDLEB.62" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://stefanzweig.digital/o:szd.lebensdokumente/sdef:TEI/get?locale=de#SZDLEB.62</a></li>



<li>Die Welt von Gestern, S. 206</li>
</ol>



<p></p>
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		<title>Die (beinahe vier) Ehen des Johann Strauss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2025 00:27:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
		<category><![CDATA[Adele Strauss]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Jetty Treffz]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Strauss]]></category>
		<category><![CDATA[Olga Smirnitskaja]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein erster Beitrag über die Familie Strauss und den Opernball berichtete vor allem über die Vorfahren von Johann Strauss Sohn, wandte sich aber in weiterer Folge der Geschichte der &#8222;Hofopern-Soiree&#8220; und damit dem heutigen Opernball zu. Ein Lebenslauf mit drei Trauungen liefert allerdings nicht nur für allfällige Biografien sondern auch für den Blick eines Ahnenforschers [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#henriette-chalupetzky-jetty-treffz">Henriette Chalupetzky &#8211; &#8222;Jetty Treffz&#8220;</a><ul><li><a href="#schillers-jugendliebe-laura">Enkelin von Schillers Jugendliebe</a></li><li><a href="#erfolgreiche-sangerin">Erfolgreiche Sängerin</a></li><li><a href="#uneheliche-kinderschar">Uneheliche Kinderschar</a></li></ul></li><li><a href="#angelika-dittrich">Angelika &#8222;Lili&#8220; Dittrich</a><ul><li><a href="#ungluckliche-ehe">Unglückliche Ehe</a></li><li><a href="#alter-in-armut">Alter in Armut</a></li></ul></li><li><a href="#adele-deutsch">Adele Deutsch</a><ul><li><a href="#einzug-ins-hirschenhaus">Einzug ins Hirschenhaus</a></li><li><a href="#witwe-mit-21">Witwe mit 21</a></li><li><a href="#ubersiedlung-nach-coburg">Übersiedlung nach Coburg</a></li><li><a href="#verwalterin-des-nachlasses">Verwalterin des Nachlasses</a></li></ul></li><li><a href="#tochter-alice">Das bewegte Leben der Tochter Alice</a></li><li><a href="#vereinnahmung-durch-den-nationalsozialismus">Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus</a><ul><li><a href="#der-nachlass-des-genialen-deutschen-walzerkonigs">Der Nachlass des &#8222;genialen deutschen Walzerkönigs&#8220;</a></li><li><a href="#stammbaum-bereinigung">Stammbaum-&#8222;Bereinigung&#8220;</a></li></ul></li><li><a href="#die-beinahe-erste-ehe-in-russland">Die &#8222;beinahe erste&#8220; Ehe in Russland</a></li></ul></nav></div>



<p>Mein erster Beitrag über die <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/johann-strauss-und-der-opernball/" data-type="post" data-id="837">Familie Strauss und den Opernball</a> berichtete vor allem über die Vorfahren von Johann Strauss Sohn, wandte sich aber in weiterer Folge der Geschichte der &#8222;Hofopern-Soiree&#8220; und damit dem heutigen Opernball zu.</p>



<p>Ein Lebenslauf mit drei Trauungen liefert allerdings nicht nur für allfällige Biografien sondern auch für den Blick eines Ahnenforschers deutlich mehr Material.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="henriette-chalupetzky-jetty-treffz">Henriette Chalupetzky &#8211; &#8222;Jetty Treffz&#8220;</h4>



<p>Wie im letzten Artikel bereits berichtet, heiratete Johann Strauss am 27.08.1862 im Wiener Stephansdom die sieben Jahre ältere Opernsängerin Henriette Chalupetzky.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-a5331a9e wp-block-columns-is-layout-flex" style="padding-top:0;padding-right:0;padding-bottom:0;padding-left:0">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:23%">
<p>&#8222;Hr. Johann Bapt. Strauss,<br>Kapellmeister und Musik-<br>Director, led. Stand., von<br>Wien Pfarre St. Ulrich gebürtig,<br>des Hr. Johann Strauss, k.k.<br>Hofballmusicdirectors, sel.,<br>und der Frau Maria Anna<br>geb. Streim, noch am Lebn,<br>beide kathol. Relig., ehel. Sohn.&#8220;</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:55%">
<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Trauungsbuch-89-Johann-STRAUSS-p.384.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="313" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Trauungsbuch-89-Johann-STRAUSS-p.384-1024x313.png" alt="" class="wp-image-1996" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Trauungsbuch-89-Johann-STRAUSS-p.384-1024x313.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Trauungsbuch-89-Johann-STRAUSS-p.384-300x92.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Trauungsbuch-89-Johann-STRAUSS-p.384-768x235.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Trauungsbuch-89-Johann-STRAUSS-p.384-1536x470.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Trauungsbuch-89-Johann-STRAUSS-p.384-2048x627.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Trauungsbuch-89-Johann-STRAUSS-p.384-1320x404.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Wien St. Stephan &#8211; Trauungsbuch 89 &#8211; p.384</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:23%">
<p>&#8222;Henriette Carolina<br>Josepha Challubetzky,<br>led. Stand., von Wien <br>Pfarre Maria Treu in <br>der Josefstadt gebür-<br>tig, des Hr. Josef Chal-<br>lubetzky, bef. Gold=<br>und Silberarbeiters,<br>kath. Religion, sel. und<br>der Fr. Henriette, <br>geb. Treffz, Augsb. <br>Conf., noch am Leben, <br>ehel. Tochter.&#8220;</p>
</div>
</div>



<p>Hinter diesem gar nicht so spektakulären Eintrag verbirgt sich eine durchaus spannende Lebensgeschichte. Die Angetraute, nach dem Mädchennamen ihrer Mutter auch bekannt als Jetty Treffz, kam am 1. Juli 1818 zur Welt. Taufbuch und Trauungsbuch sind sich darüber sehr einig &#8211; eine Einschätzung, die auch das Österreichische Biografische Lexikon teilt.<sup>1)</sup> Etwas anderer Ansicht ist dagegen ein biografisches Standardwerk, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_von_Wurzbach" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_von_Wurzbach" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Wurzbach&#8220;</a>.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-small-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Treffz,</strong> <em>Henriette (Sängerin, geb. zu&nbsp;Wien&nbsp;am 28. Juni 1826, gest. auf ihrer Villa in&nbsp;Hietzing&nbsp;am 9. April 1878). Ihr Vater Th&#8230;d war polnischer Abstammung und Officier in der kaiserlich österreichischen Armee, ihre Mutter, deren Namen sie führte, die Tochter jener schönen&nbsp;Margarethe Schwan&nbsp;aus Mannheim, welche unser&nbsp;<a href="https://de.wikisource.org/wiki/Friedrich_Schiller" target="_blank" rel="noopener">Schiller</a>&nbsp;schwärmerisch geliebt und durch mehrere begeisterte Gedichte (an Laura) verewigt hat</em></p>
<cite><em>Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, 47. Theil, p. 93</em></cite></blockquote>



<p>Den Wurzbach zitierend folgt auch das ebenfalls angesehene Nachschlagewerk der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Deutsche_Biographie" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Deutsche_Biographie" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Allgemeinen Deutschen Biografie&#8220;</a> dieser eindeutig widerlegbaren Darstellung, wenn auch bereits unter ihrem Ehenamen Strauss und mit leicht abweichender Schreibweise des Mädchennamens:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em><strong>Strauss,</strong> Henriette&nbsp;St., geborene Trefftz, Sängerin, erblickte am 28. Juni 1826 in Wien das Licht der Welt. Ihr Vater, ein polnischer Edelmann, war Officier in der österreichischen Armee, ihre Mutter aber die Tochter jener&nbsp;<a href="https://www.deutsche-biographie.de/sfz79602.html" target="_blank" rel="noopener">→</a>Margarethe Schwan, für die Schiller vorübergehend in Mannheim geschwärmt hat.</em></p>
</blockquote>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-08-Maria-Treu-Taufbuch-10-Henriette-CHALLUBETZKY-p.138.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="151" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-08-Maria-Treu-Taufbuch-10-Henriette-CHALLUBETZKY-p.138-1024x151.png" alt="" class="wp-image-3155" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-08-Maria-Treu-Taufbuch-10-Henriette-CHALLUBETZKY-p.138-1024x151.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-08-Maria-Treu-Taufbuch-10-Henriette-CHALLUBETZKY-p.138-300x44.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-08-Maria-Treu-Taufbuch-10-Henriette-CHALLUBETZKY-p.138-768x113.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-08-Maria-Treu-Taufbuch-10-Henriette-CHALLUBETZKY-p.138-1536x227.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-08-Maria-Treu-Taufbuch-10-Henriette-CHALLUBETZKY-p.138-1320x195.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-08-Maria-Treu-Taufbuch-10-Henriette-CHALLUBETZKY-p.138.png 1722w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Wien 08 Maria Treu &#8211; Taufbuch 10 &#8211; p.138</em></figcaption></figure>



<h5 class="wp-block-heading" id="schillers-jugendliebe-laura">Enkelin von Schillers Jugendliebe</h5>



<p>Einig sind sich beide Werke jedenfalls in der Abstammung von Margarethe Schwan, die einst Schiller hoch verehrte hatte &#8211; ehe er sich mangels Einwilligung ihres Vaters anderen Damen zuwandte und die Begegnung mit Charlotte Kalb verhinderte, dass Friedrich Schiller unter den Vorfahren von Johann Strauss Ehefrau auftauchen hätte können.</p>



<p>Lässt sich diese Herkunft belegen? Nicht lückenlos &#8211; dazu fehlen mir nähere Angaben, z.B. aus der Trauung von Henriettes Mutter mit Joseph Chalupetzky, die uns eindeutige Hinweise auf ihre Herkunft geben könnten. Aus dem biografischen Material können wir jedoch den Weg in die evangelischen Kirchenbücher von Württemberg ableiten, wo uns die Reise dann nach Heilbronn führt. Und dort finden wir tatsächlich eine Henriette Trefz, Tochter des Karl Friedrich Trefz und der Anna Margaretha Schwan.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="290" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Evang.-Kirchenbuecher-Heilbronn-1761-1815-Henrietta-Wilhelmine-TREFZ-1794-p.99-1024x290.png" alt="" class="wp-image-3158" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Evang.-Kirchenbuecher-Heilbronn-1761-1815-Henrietta-Wilhelmine-TREFZ-1794-p.99-1024x290.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Evang.-Kirchenbuecher-Heilbronn-1761-1815-Henrietta-Wilhelmine-TREFZ-1794-p.99-300x85.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Evang.-Kirchenbuecher-Heilbronn-1761-1815-Henrietta-Wilhelmine-TREFZ-1794-p.99-768x217.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Evang.-Kirchenbuecher-Heilbronn-1761-1815-Henrietta-Wilhelmine-TREFZ-1794-p.99-1536x435.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Evang.-Kirchenbuecher-Heilbronn-1761-1815-Henrietta-Wilhelmine-TREFZ-1794-p.99-1320x374.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Evang.-Kirchenbuecher-Heilbronn-1761-1815-Henrietta-Wilhelmine-TREFZ-1794-p.99.png 1621w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Evangelische Kirchenbücher Heilbronn (1761-185) &#8211; p.99</em></figcaption></figure>



<p>Ist das bereits ein Nachweis? Nein, denn es könnte sich dennoch um eine zufällige Namensgleichheit handeln. Ohne genauere Hinweise in den Dokumenten zu Johann Strauss Ehefrau, woher ihre Mutter stammte, haben wir aktuell nicht viel mehr als eine Biografie, die einen familiären Bezug behauptet. Ein Indizienbeweis sozusagen. Bleibt abzuwarten, ob ich noch Unterlagen über die Trauung von Josef Challubetzky und Henriette Treffz finden kann.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:48%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Prinzenhofer-August-18-Henriette-TREFFZ-683x1024.jpg" alt="Henriette Treffz, geb. Chalupetzky (1818-1878), österreichische Sängerin Soubrette. 1. Frau von Johann Strauß, Sohn. Lithographie von August Prinzhofer, 1846" class="wp-image-3167" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Prinzenhofer-August-18-Henriette-TREFFZ-683x1024.jpg 683w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Prinzenhofer-August-18-Henriette-TREFFZ-200x300.jpg 200w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Prinzenhofer-August-18-Henriette-TREFFZ-768x1152.jpg 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Prinzenhofer-August-18-Henriette-TREFFZ.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Henriette Treffz, geb. Chalupetzky (1818-1878), österreichische Sängerin + Soubrette. Lithographie von August Prinzhofer, 1846</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p>Das Leben von Henriette Treffz vor der Heirat mit Johann Strauss war durchaus bewegt. Das Österreichische Biografische Lexikon fasst es, höchst eindrucksvoll komprimiert, so zusammen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>Strauß (Strauss) Henriette (Jetty), geb. Chalupetzky</strong>, Künstlername Treffz, Sängerin. <br>Geb. Josefstadt, NÖ (Wien), 1.&nbsp;7. 1818; gest. Hietzing, NÖ (Wien), 8.&nbsp;4. 1878; evang.&nbsp;AB, dann röm.-kath.&nbsp;</p>



<p class="has-small-font-size"><em>Enkelin von Margarethe Schwan, der Jugendliebe Schillers, Tochter des Juweliers Josef Chalupetzky und der Henriette Wilhelmine Treffz, Schwiegertochter von Johann S. (Vater) (s.&nbsp;d.), ab 1844 Lebensgefährtin des Bankiers und Großindustriellen Moritz Todesco, der die gem. Kinder adoptierte (eine weitere Tochter wurde 1853 von P.&nbsp;Cav. v. Galvagni, s.&nbsp;d., möglicherweise deren leibl. Vater, adoptiert), ab 1862 verehel. mit Johann S. (Sohn) (s.&nbsp;d.), für den sie Todesco und ihre Kinder verließ</em></p>
</blockquote>



<h5 class="wp-block-heading" id="erfolgreiche-sangerin">Erfolgreiche Sängerin </h5>



<p>Henriette wurde als Sängerin ausgebildet und hatte erfolgreiche Auftritte am <em>Kärntnerthor-Theater</em> sowie in Dresden, Leipzig und Brünn. Sie arbeitete mit absoluten Größen ihrer Zeit zusammen, darunter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelmine_Schr%C3%B6der-Devrient" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelmine_Schr%C3%B6der-Devrient" target="_blank" rel="noopener">Wilhelmine Schröder-Devrient</a>, und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jenny_Lind" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Jenny_Lind" target="_blank" rel="noopener">Jenny Lind</a>.</p>



<p>Vermutlich zu Beginn der 1840er-Jahre begann ihre Liaison mit dem reichen jüdischen Fabrikanten und Mitbesitzer der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Textilfabrik_Marienthal" target="_blank" rel="noopener">Textilfabrik Marienthal</a>,&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_von_Todesco" target="_blank" rel="noopener">Moriz von Todesco</a>&nbsp;(1816–1873, posthume Schreibung: Moritz). Mit ihm hatte sie zwei ihrer insgesamt sieben unehelichen Kinder, die beiden Töchter Franziska (1843–1921) und Aloisia Henriette Aloisia (1850–?), die von Todesco adoptiert wurden<sup>2)</sup></p>
</div>
</div>



<p>Die Mädchen galten als unehelich, trugen aufgrund der Adoption allerdings den Namen Todesco &#8211; eine Namensänderung für die z.T. erhebliche Schreibarbeiten in den Matriken notwendig waren um die Erbringung der dafür notwendigen Genehmigungen zu dokumentieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Taufbuch-115-Aloisia-Henrika-TODESCO-1850-p.248-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1515" height="367" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Taufbuch-115-Aloisia-Henrika-TODESCO-1850-p.248-Auszug.png" alt="" class="wp-image-3170" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Taufbuch-115-Aloisia-Henrika-TODESCO-1850-p.248-Auszug.png 1515w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Taufbuch-115-Aloisia-Henrika-TODESCO-1850-p.248-Auszug-300x73.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Taufbuch-115-Aloisia-Henrika-TODESCO-1850-p.248-Auszug-1024x248.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Taufbuch-115-Aloisia-Henrika-TODESCO-1850-p.248-Auszug-768x186.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-01-St.-Stephan-Taufbuch-115-Aloisia-Henrika-TODESCO-1850-p.248-Auszug-1320x320.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1515px) 100vw, 1515px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Wien 01 &#8211; St. Stephan &#8211; Taufbuch 115 &#8211; p.248</em></figcaption></figure>



<p>Wikipedia berichtet weiters: </p>



<p><em>&#8222;Henriettes Söhne Alois, Heinrich, Emil und Alfred stammten aus anderen Beziehungen, ebenso hatte sie bereits vor ihrer Beziehung zu Todesco eine uneheliche Tochter, Henriette, mit dem italienischen Baumeister&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Peter_Cavaliere_di_Galvagni&amp;action=edit&amp;redlink=1" target="_blank" rel="noopener">Peter Cavaliere di Galvagni</a>&nbsp;(1797–1868). Obwohl sie aus konfessionellen Gründen nie mit Moriz von Todesco verheiratet war, ließ sie sich gern Baronin Todesco nennen&#8220;</em></p>



<h5 class="wp-block-heading" id="uneheliche-kinderschar">Uneheliche Kinderschar</h5>



<p>Durchaus nicht unpikant, wenn man feststellt, dass die Söhne Karl (1842) und Nikolaus (1848) &#8211; jeweils von unbekannten Vätern stammend &#8211; ein Jahr vor Franziska (1843) bzw. zwei Jahre vor Tochter Aloisia (1850) geboren wurden. Moriz Todesco schien es ihr nicht übel genommen zu haben, denn die Beziehung hatte Bestand bis ins Jahr 1862. In diesem Jahr verließ sie Moriz Todesco, um wenig später Johann Strauss zu heiraten.</p>



<p>Mit Jetty zog Johann Strauss bald aus dem &#8222;Hirschenhaus&#8220; aus und gründeten in der Praterstraße 54 ihren eigenen Wohnsitz. Das Paar hatte neben der Wohnung in der Praterstraße auch noch eine Sommerwohnung in der Hietzinger Maxingstraße. In der Folge sollte Henriette für den erfolgreichen Komponisten bis zu ihrem Tod am 8. April 1878 eine umsichtige Managerin sein, die ihm vielerlei organisatorische Arbeiten z.B. bei der Vorbreitung seiner Tourneen abnahm.</p>



<p>So bewegt ihr Leben vor der Ehe mit Strauss war, so sehr nahm sie eine immer wichtigere Rolle im Familienunternehmen Strauss ein. Jetty Treffz erhielt ein Ehrengrab am Hietzinger Friedhof (Gruppe 13, Nummer 73) &#8211; unweit der Maxingstraße.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="angelika-dittrich">Angelika &#8222;Lili&#8220; Dittrich</h4>



<p>Wenige Wochen nach Jetty Treffz Tod ehelichte Johann Strauss am 28.05.1848 die in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Breslau" target="_blank" rel="noopener">Breslau</a>&nbsp;geborene Schauspielerin Angelika Dittrich (1850–1919). Bisher konnte ich wenig Dokumentarisches über ihr Leben erheben. Die Geburt in Breslau im Jahre wird in allen Quellen mit dem Jahr 1850 angegeben, außer auf ihrem Grabstein in Bad Tatzmannsdorf, auf dem das Jahre 1849 eingraviert ist.</p>



<p>Eine verfügbare Quelle belegt die Trauung in der Karlskirche und weist sowohl <em>Ernestine Henriette Angelika</em> als auch ihre Eltern Ernst und Franziska als katholisch aus. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:80%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-04-Karl-Borromaeus-Trauungsbuch-15-Johann-STRAUSS-1878-p.122.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="314" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-04-Karl-Borromaeus-Trauungsbuch-15-Johann-STRAUSS-1878-p.122-1024x314.png" alt="" class="wp-image-3195" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-04-Karl-Borromaeus-Trauungsbuch-15-Johann-STRAUSS-1878-p.122-1024x314.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-04-Karl-Borromaeus-Trauungsbuch-15-Johann-STRAUSS-1878-p.122-300x92.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-04-Karl-Borromaeus-Trauungsbuch-15-Johann-STRAUSS-1878-p.122-768x236.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-04-Karl-Borromaeus-Trauungsbuch-15-Johann-STRAUSS-1878-p.122-1536x471.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-04-Karl-Borromaeus-Trauungsbuch-15-Johann-STRAUSS-1878-p.122-2048x629.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Wien-04-Karl-Borromaeus-Trauungsbuch-15-Johann-STRAUSS-1878-p.122-1320x405.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
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<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Findagrave-Friedhof-Bad-Tatzmannsdorf-Angelika-Lilli-DITTRICH-1919-klein.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="268" height="317" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Findagrave-Friedhof-Bad-Tatzmannsdorf-Angelika-Lilli-DITTRICH-1919-klein.png" alt="" class="wp-image-3194" style="width:272px;height:auto" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Findagrave-Friedhof-Bad-Tatzmannsdorf-Angelika-Lilli-DITTRICH-1919-klein.png 268w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Findagrave-Friedhof-Bad-Tatzmannsdorf-Angelika-Lilli-DITTRICH-1919-klein-254x300.png 254w" sizes="auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px" /></a></figure>
</div>
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<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p>In den katholischen Kirchenbücher von Breslau (<em>Wrocław</em>) in <em>&#8222;preußisch  Schlesien&#8220;</em> konnte ich jedoch bislang weder ihre Taufe noch die Trauung der Eltern finden. Es gibt glaubhafte Hinweise darauf, wo die Taufe und die Trauung der Eltern stattgefunden haben, doch belegen konnte ich sie noch nicht.<sup>3)</sup></p>



<h5 class="wp-block-heading" id="ungluckliche-ehe">Unglückliche Ehe</h5>



<p>Die Heirat war der Presse nur eine kleine Randnotiz wert. <em>&#8222;Herr Johann Strauss zeigt uns an, dass er sich heute mit Fräulein Angelika Dittrich vermält hat.  Fräulein Dittrich, nunmehrige Frau Strauss, war eine Gesangsschülerin des Kapellmeisters Proch.&#8220;</em> So nimmt die Neue Presse Notiz von der Trauung.</p>



<p>Die Ehe mit Johann Strauss sollte allerdings nicht von langer Dauer sein. <em>&#8222;Das Paar bewohnte zunächst das 1876 von Johann Strauss in Auftrag gegebene Palais in der&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Igelgasse_(4)" target="_blank" rel="noopener">Igelgasse 4</a>&nbsp;auf der Wieden, ab 1880 ein Landhaus in Bad Schönau, das Johann Strauss 1880 erworben hatte. Die Ehe wurde am 9. Dezember 1882 geschieden, nachdem Dittrich eine Verbindung mit dem Theaterleiter Franz Steiner eingegangen war&#8220;</em> &#8211; so fasst das Wiener <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Lili_Strauss" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Lili_Strauss" target="_blank" rel="noopener">Geschichte-WIKI</a> die Beziehung zusammen. </p>



<p>Die Igelgasse auf der Wieden wurde übrigens bereits kurz nach Strauss Tod in &#8222;Johann-Strauß-Gasse&#8220; umbenannt.</p>



<p>Wir können Angelika Dittrichs weiteren Weg noch in Berlin nachvollziehen, wo sie einen 1902 Finanzbeamten heiratete und das Fotoatelier &#8222;Atelier Lili&#8220; betrieb.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="519" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Berlin-Heiratsregister-Angelika-DITTRICH-1902-Nr.492-519x1024.png" alt="" class="wp-image-3198" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Berlin-Heiratsregister-Angelika-DITTRICH-1902-Nr.492-519x1024.png 519w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Berlin-Heiratsregister-Angelika-DITTRICH-1902-Nr.492-152x300.png 152w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Berlin-Heiratsregister-Angelika-DITTRICH-1902-Nr.492.png 553w" sizes="auto, (max-width: 519px) 100vw, 519px" /></figure>
</div>
</div>



<p></p>



<h5 class="wp-block-heading" id="alter-in-armut">Alter in Armut </h5>



<p>Gegen Ende ihres Lebens lebte sie ab 1909 im damals ungarischen Bad Tatzmannsdorf. Die Region war ärmlich und kaum jemand konnte sich zu dieser Zeit eine Fotografie leisten, weshalb ihre wirtschaftliche Lage prekär war. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Oberschuetzen-Sterberegister-Angelika-DITTRICH-1919-p.5-a.23.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1868" height="451" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Oberschuetzen-Sterberegister-Angelika-DITTRICH-1919-p.5-a.23.png" alt="" class="wp-image-3201" style="object-fit:cover" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Oberschuetzen-Sterberegister-Angelika-DITTRICH-1919-p.5-a.23.png 1868w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Oberschuetzen-Sterberegister-Angelika-DITTRICH-1919-p.5-a.23-300x72.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Oberschuetzen-Sterberegister-Angelika-DITTRICH-1919-p.5-a.23-1024x247.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Oberschuetzen-Sterberegister-Angelika-DITTRICH-1919-p.5-a.23-768x185.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Oberschuetzen-Sterberegister-Angelika-DITTRICH-1919-p.5-a.23-1536x371.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Oberschuetzen-Sterberegister-Angelika-DITTRICH-1919-p.5-a.23-1320x319.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1868px) 100vw, 1868px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Familysearch &#8211; Zivilregister Oberschützen/<em>Felsőlövő</em></em></figcaption></figure>



<p>Das Sterberegister Oberschützen verzeichnete ihr Ableben am 7. Mai 1919.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="adele-deutsch">Adele Deutsch</h4>



<p>Über die dritte Ehe des Johann Strauss wurde vielleicht am meisten geschrieben. Adele Deutsch, verwitwete Strauss, war wohl der Herzensmensch des Komponisten. Zeitgenössische Zeitungsartikel berichten in zum Teil unglaublich rührenden Beschreibungen, sie sei seine einzige wahre Liebe gewesen. Auch Alice, die Stieftochter, die sie in die Ehe mitbrachte, liebte und vergötterte er.</p>



<p>Adele wurde am 01.01.1856 in Wien als Tochter von des jüdischen Ehepaares Leopold Deutsch und Hermine Strasser geboren und heiratete 1874 den Sohn der ebenfalls jüdischen Bankiersfamilie Anton Strauß, der mit den komponierenden &#8222;Sträussen&#8220; nicht verwandt war. Während bei Hermine Treffz in beinahe allen Biografien die jüdische Abstammung ihres Partners Moriz Todesco erwähnt wird konnte ich bei Adele Deutsch bislang kaum Hinweise auf eine jüdische Herkunft finden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2391" height="419" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-Anton-STRAUSS-1874-A.28-Nr.-672.png" alt="" class="wp-image-3250" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-Anton-STRAUSS-1874-A.28-Nr.-672.png 2391w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-Anton-STRAUSS-1874-A.28-Nr.-672-300x53.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-Anton-STRAUSS-1874-A.28-Nr.-672-1024x179.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-Anton-STRAUSS-1874-A.28-Nr.-672-768x135.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-Anton-STRAUSS-1874-A.28-Nr.-672-1536x269.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-Anton-STRAUSS-1874-A.28-Nr.-672-2048x359.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Trauungsbuch-Anton-STRAUSS-1874-A.28-Nr.-672-1320x231.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2391px) 100vw, 2391px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Israelitische Kultusgemeinde &#8211; Trauungsbuch 1874 &#8211; Nr. 672</em></figcaption></figure>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/LOeWY-1876-Adele-Strauss-mit-Tochter-Alice.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="549" height="884" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/LOeWY-1876-Adele-Strauss-mit-Tochter-Alice.png" alt="" class="wp-image-3251" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/LOeWY-1876-Adele-Strauss-mit-Tochter-Alice.png 549w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/LOeWY-1876-Adele-Strauss-mit-Tochter-Alice-186x300.png 186w" sizes="auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/409530-adele-strauss-1856-1930-gattin-des-komponisten-johann-strauss-sohn-mit-ihrer-tochter-alice-aus-erster-ehe/" data-type="link" data-id="https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/409530-adele-strauss-1856-1930-gattin-des-komponisten-johann-strauss-sohn-mit-ihrer-tochter-alice-aus-erster-ehe/" target="_blank" rel="noopener">Wien Museum &#8211; Online Sammlun</a>g<br>Josef Löwy &#8211; 1876 &#8211; Adele Strauss mit Tochter Alice</figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h5 class="wp-block-heading" id="einzug-ins-hirschenhaus">Einzug ins Hirschenhaus</h5>



<p>Das Wiener Geschichtewiki berichtet: <em>&#8222;Adele Deutsch [&#8230;] zog mit ihm ins <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zum_goldenen_Hirschen_(2)" target="_blank" rel="noopener">Hirschenhaus</a>, das seit 1849 im Besitz von Antons Familie stand. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann Johann kennen, da verschiedene seiner Familienmitglieder ebenfalls dort wohnten&#8220;</em><sup> 4)</sup></p>



<p>Das Trauungsbuch weist Anton Strauss tatsächlich wohnhaft in der Taborstraße 17 aus, den Besitz des Hauses konnte ich allerdings bislang nicht nachvollziehen, schreibt doch das gleiche Wiki an anderer Stelle: <br><br><em>&#8222;Von 1808 bis zu seiner Demolierung (1911) gehörte es der Wiener Patrizierfamilie Neuling-Richter&#8220;</em> <sup>5)</sup></p>



<p>In Wien steht uns mit den Häuserverzeichnissen ein Hilfsmittel zur Verfügung, um relativ leicht Hausnamen, Adressen und Eigentümer der Gebäude zu identifizieren, beginnend mit Anton Behsels <em><a href="https://meinevorfahren.at/quellen/adresse-und-hausnummern/" data-type="post" data-id="949">&#8222;Verzeichniß aller in der kaiserl. königl. Haupt- und Residenzstadt Wien mit ihren Vorstädten befindlichen Häuser&#8220;</a></em> &#8211; auch wenn diese Informationen nicht durchgängig für jedes Jahr vorhanden sind. </p>
</div>
</div>



<p>So finden wir für das Haus mit der Konskriptionsnr. 314 (Taborstraße Ecke Sperlgasse) im Behsel 1829 den Hr. Bruno Neuling, bei Ziegler 1839 seine Witwe Theresia Richter und im Kataster des Jahres 1885 eine Dr. Vinzenz Richter.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:29%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/BEHSEL-Haeuserverzeichnis-Wien-Leopoldstadt-p.45.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="458" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/BEHSEL-Haeuserverzeichnis-Wien-Leopoldstadt-p.45-1024x458.png" alt="" class="wp-image-3231" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/BEHSEL-Haeuserverzeichnis-Wien-Leopoldstadt-p.45-1024x458.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/BEHSEL-Haeuserverzeichnis-Wien-Leopoldstadt-p.45-300x134.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/BEHSEL-Haeuserverzeichnis-Wien-Leopoldstadt-p.45-768x343.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/BEHSEL-Haeuserverzeichnis-Wien-Leopoldstadt-p.45.png 1318w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Behsel, 1829</em></figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:29%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/ZIEGLER-1839-Haeuserverzeichnis-Leopoldstadt-Hirschenhaus-p.37.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="776" height="339" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/ZIEGLER-1839-Haeuserverzeichnis-Leopoldstadt-Hirschenhaus-p.37.png" alt="" class="wp-image-3233" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/ZIEGLER-1839-Haeuserverzeichnis-Leopoldstadt-Hirschenhaus-p.37.png 776w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/ZIEGLER-1839-Haeuserverzeichnis-Leopoldstadt-Hirschenhaus-p.37-300x131.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/ZIEGLER-1839-Haeuserverzeichnis-Leopoldstadt-Hirschenhaus-p.37-768x336.png 768w" sizes="auto, (max-width: 776px) 100vw, 776px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Ziegler, 1839</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:42%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/SCHLESINGER-Kataster-Wien-1885-Auszug-Sperlgasse.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="984" height="293" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/SCHLESINGER-Kataster-Wien-1885-Auszug-Sperlgasse.png" alt="" class="wp-image-3232" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/SCHLESINGER-Kataster-Wien-1885-Auszug-Sperlgasse.png 984w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/SCHLESINGER-Kataster-Wien-1885-Auszug-Sperlgasse-300x89.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/SCHLESINGER-Kataster-Wien-1885-Auszug-Sperlgasse-768x229.png 768w" sizes="auto, (max-width: 984px) 100vw, 984px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Schelling, 1885</em></figcaption></figure>
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</div>



<p>Ich neige daher zur Annahme, dass die Familie Deutsch <em>nicht</em> Besitzerin des Hauses war, was natürlich keinesfalls <em>gegen </em>eine schicksalshafte Begegnung von Johann Strauss und Adele Strauss spricht &#8211; auch wenn die Begegnung in vielen Artikeln erheblich später auf auf das Jahr 1882 datiert wird. </p>



<h5 class="wp-block-heading" id="witwe-mit-21">Witwe mit 21</h5>



<p>Bei der Geburt des Töchterchens Alice am 23.01.1875 finden wir Anton und Adele in der Praterstraße 73, doch 1877 schlägt das Schicksal zu. Anton stirbt mit nur 32 Jahren an einem Herzfehler &#8211; Adele bleibt mit der kleinen Alice als alleinerziehende Witwe zurück.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="2358" height="158" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug.png" alt="" class="wp-image-3254" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug.png 2358w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug-300x20.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug-1024x69.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug-768x51.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug-1536x103.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug-2048x137.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Israelitische-Kultusgemeinde-Sterbebuch-1874-1879-Anton-STRAUSS-1877-A.285-Nr.-3920-Auszug-1320x88.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2358px) 100vw, 2358px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Israelitische Kultusgemeinde &#8211; Sterbebuch (1874-1879) &#8211; Nr. 3920</em></figcaption></figure>



<p>Nach seiner Scheidung im Jahr 1882 vertieften der Komponist und die junge Witwe ihre Bekanntschaft. Im November begleitete Adele Johann Strauss nach Berlin, wo er die 250. Aufführung seiner Operette &#8222;Der lustige Krieg&#8220; dirigierte, und war auch bei seinen darauf folgenden Reisen dabei. Adele wurde nicht nur Lebenspartnerin, sondern auch Mitarbeiterin und Managerin des Komponisten.<sup>6)</sup></p>



<p>Dem neuen Lebensglück fehlte bald nur noch die Legitimierung durch eine Ehe. Doch dieser Wunsch blieb vorerst eine Illusion und brachte auch einige rechtliche Verwicklungen mit sich. Zwar war er von Lili <em>&#8222;von Tisch und Bett&#8220;</em> geschieden, im erzkatholischen Habsburger-Reich war die Ehe rechtlich dennoch unauflösbar so dass eine erneute Verehelichung nicht möglich war. </p>



<h5 class="wp-block-heading" id="ubersiedlung-nach-coburg">Übersiedlung nach Coburg </h5>



<p>Es blieb für das Paar daher nur ein möglicher Weg &#8211; der Austritt aus der katholischen Kirche und eine Übersiedlung in das tolerantere lutheranische Coburg-Sachsen-Gotha . Am 30. April 1883 wird Adele in der reformierten Stadtkirche (Evangelischen Kirche H.B.) getauft.  Als nächsten Schritt übersiedelten Johann und Adele im Jahr 1886 nach Coburg. </p>



<p><a href="https://meinevorfahren.at/prominente/constanze-geiger/" data-type="post" data-id="2940">Constanze Geiger</a>, enge Freundin der Familie Strauss, Baronin von Ruttenstein und Frau von Prinz Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha, die seit ihrer Eheschließung 1862 mit dem Prinzen im Schloss Friedrichsthal in Gotha gewohnt hatte, hatte auch bereits erfolgreich beim kunstsinnigen Herzog Ernst um einen Orden für den Freund Johann Strauss angesucht. Sie selbst wohnte zu dieser Zeit allerdings bereits in Paris.</p>



<p>Am 09.07.1886 trat dann auch Johann Strauss aus der katholischen Kirche aus und wechselte zum evangelisch-lutherischen Glauben.</p>



<p>Die Verleihung der coburg-gothaischen Staatsbürgerschaft ist im Staatsarchiv Coburg Bestand Staatsministerium D Nr. 533 Bl. 116 als Entwurf der entsprechenden Urkunde vom 24. Juni 1886 dokumentiert.</p>



<p>Die Ableistung des Staatsbürgereides, der wohl auch den Bürgereid der Stadt Coburg umfasste, geschah am 28. Januar 1887 in Gotha (Bericht darüber im Stadtarchiv Coburg 7/1186, fol. 87.) </p>



<p>Somit konnte die Ehe des nunmehr evangelischen coburgischen Staatsbürgers geschieden werden (Staatsarchiv Coburg Bestand Staatsministerium L Nr. 32), wodurch der Weg zum Eheglück frei wurde. Zuerst mittels eines Ehevertrags (Amtsgericht Coburg Nr. 13945, Bl. 112 &#8211; 132) und schließlich, am 15. August 1887 durch die standesamtliche Trauung (Standesamt Coburg, Heiratsregister Nr. 120/1887, fol. 64) und die anschließende kirchliche Vermählung in der Coburger Ehrenburg.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Stadtarchiv-Coburg-Trauung-Johann-STRAUSS-1887-Nr.64.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1262" height="1206" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Stadtarchiv-Coburg-Trauung-Johann-STRAUSS-1887-Nr.64.png" alt="" class="wp-image-3386" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Stadtarchiv-Coburg-Trauung-Johann-STRAUSS-1887-Nr.64.png 1262w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Stadtarchiv-Coburg-Trauung-Johann-STRAUSS-1887-Nr.64-300x287.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Stadtarchiv-Coburg-Trauung-Johann-STRAUSS-1887-Nr.64-1024x979.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Stadtarchiv-Coburg-Trauung-Johann-STRAUSS-1887-Nr.64-768x734.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1262px) 100vw, 1262px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Stadtarchiv Coburg &#8211; Trauungsurkunde Johann Strauss + Adele Strauss</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2545" height="898" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/1000000704.jpg" alt="" class="wp-image-3209" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/1000000704.jpg 2545w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/1000000704-300x106.jpg 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/1000000704-1024x361.jpg 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/1000000704-768x271.jpg 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/1000000704-1536x542.jpg 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/1000000704-2048x723.jpg 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/1000000704-1320x466.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2545px) 100vw, 2545px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Trauungsbuch Hofkirche Coburg (1876-1920) &#8211; p.33<br>Landeskirchliches Archiv der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern</em></figcaption></figure>



<p>An dieser Stelle gilt mein herzlichster Dank dem <a href="https://www.gda.bayern.de/coburg" data-type="link" data-id="https://www.gda.bayern.de/coburg" target="_blank" rel="noopener">Staatsarchiv Coburg</a> sowie dem <a href="https://www.coburg.de/vv/oe/202010100000009855.php" data-type="link" data-id="https://www.coburg.de/vv/oe/202010100000009855.php" target="_blank" rel="noopener">Stadtarchiv Coburg</a>, die mir innerhalb weniger Tage eine umfangreiche Auflistung der zu diesem Vorgang verfügbaren Dokumente zu Verfügung stellten.</p>



<p>Insgesamt hielt sich Strauss ungefähr ein Jahr in Coburg auf, nach der Trauung kehrte er sofort nach Wien zurück und kehrte nie wieder nach Coburg zurück. Dennoch gibt es in Briefen recht widersprüchliche Aussagen von Strauss, die zwischen Ablehnung und einer beinahe widerstrebenden Zuneigung zu dieser Stadt oszillieren. </p>



<p>Kaiser Franz-Josef, der schon die revolutionären Sympathien des Musikgenies mit Missfallen quotierte und ihm dafür lange die Verleihung des Titels „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hofball-Musikdirektor" target="_blank" rel="noopener">k.k. Hofball-Musikdirektor</a>“ vorenthielt, soll auch ob der Zurücklegung der Staatsbürgerschaft und des Wechsels zur evangelischen Kirche &#8222;not amused&#8220; gewesen sein.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.34%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Neue-Freie-Presse-1899-06-04-p.5.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="708" height="800" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Neue-Freie-Presse-1899-06-04-p.5.png" alt="" class="wp-image-3264" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Neue-Freie-Presse-1899-06-04-p.5.png 708w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Neue-Freie-Presse-1899-06-04-p.5-266x300.png 266w" sizes="auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Neue Freie Presse, 05.06.1899</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.34%">
<p>Am 3. Juni 1899 verklang für Johann Strauss die letzte Note. </p>



<p>Die Neue Freie Presse zeichnet ein umfangreiches Stimmungsbild aus dem Wohnhaus der Familie Strauss und berichtet auch über Aufbahrung, Kondolenzen und die Schaffung einer Totenmaske. </p>



<p>Das Grazer Volksblatt dagegen gibt die Ereignisse der Nacht im Telegramm-Stil wieder.</p>



<p></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Grazer-Tagblatt-1899-06-03-p.29.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="451" height="647" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Grazer-Tagblatt-1899-06-03-p.29.png" alt="" class="wp-image-3265" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Grazer-Tagblatt-1899-06-03-p.29.png 451w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Grazer-Tagblatt-1899-06-03-p.29-209x300.png 209w" sizes="auto, (max-width: 451px) 100vw, 451px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Grazer Tagblatt, 04.06.1899</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Selbstverständlich verzeichnet auch das Wiener Totenbeschauprotokoll das Ableben des Komponisten. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="2346" height="348" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143.png" alt="" class="wp-image-3267" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143.png 2346w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143-300x45.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143-1024x152.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143-768x114.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143-1536x228.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143-2048x304.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Totenbeschau-Protokolle-Stadt-Wien-Johann-STRAUSS-1899-1899-Lit.-St.-p.858-S.143-1320x196.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 2346px) 100vw, 2346px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;<em>Totden-Protokoll&#8220;, 1899 Lit. &#8222;ST&#8220;, p. 858</em></figcaption></figure>



<h5 class="wp-block-heading" id="verwalterin-des-nachlasses">Verwalterin des Nachlasses</h5>



<p>Seine Frau Adele wurde zur engagierten Verwalterin des Nachlasses und des Rufes des Meisters. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts betrug die Schutzfrist für Werke von Autoren noch 30 Jahre. Es war daher absehbar, dass der Schutz von Johann Strauss Werken im Jahr 1929 auslaufen würde. Adele Strauss kämpfte für eine Verlängerung dieser Frist, und erreichte in diesem Jahr durch eine Gesetzgebung, die <em>&#8222;Lex Johann Strauss&#8220;</em> genannt wurde, eine Ausweitung auf 32 Jahre. Die Verlängerung dieser Schutzfrist auf 50 Jahre im Jahr 1933 sollte sie nicht mehr erleben &#8211; und sie galt auch nicht rückwirkend für die Werke von Strauss.</p>



<p>Als Adele Strauss im Jahr 1930 verstarb widmete die Neue Freie Presse ihrer zur Berufung gewordene Hingabe folgende Zeilen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Man hat die nun heimgegangene Adele Strauss eine Cosima des Wiener Walzers genannt, weil sie gleich Cosima Wagner ihre Lebensaufgabe darin erblickte, dem Lebenswerk des toten Gatten zu dienen. Ihre prunkvoll eingerichtete Wohnung glich einem Museum. Sie trieb mit den Andenken an Johann Strauss einen wahren Reliquienkult, und wenn die auch noch im Alter schöne Frau einem Gaste die seidenen Kissen, die goldenen Lorbeerkränze im Glasschrein, die vergilbten Manuskriptpapiere in der Bibliothek zeigte, so wirkte es ergreifend, mit welchem Feuer, welcher Leidenschaft die Greisin von dem großen Toten sprach.</em></p>
</blockquote>



<h4 class="wp-block-heading" id="tochter-alice">Das bewegte Leben der Tochter Alice </h4>



<p>Ihre Tochter Alice war zum Zeitpunkt der Konvertierung ihrer Mutter gerade 8 Jahre alt. Ich konnte im Taufbuch der reformierten Stadtkirche keinen Eintrag für das Kind finden. Daher gehe ich davon aus, dass sie weiter dem jüdischen Glauben angehörte. </p>



<p>Ihre ersten Ehe schloss sie 1896 mit dem Maler Franz Wilhelm <strong>Marquis de Bayros</strong>, der bekannt wurde als Exlibris-Künstler. Johannes Brahms soll dabei den Trauzeugen gegeben haben. Die Ehe war wohl keine glückliche, denn Zeitungsberichten zufolge wurde der Herr nach der Trennung sogar auf Bildern im Besitz der Familie übermalt.</p>



<p>Am 2. März 1899 ehelichte Alice in der Lutherischen Stadtpfarrkirche den Pianisten <strong>Richard Epstein</strong>, einen Professor am Wiener Konservatorium. Der Ehe entstammten zwei Kinder: Johann Anton Ludwig (1900) und Julius Viktor Stefan (1901). Die notwendigerweise vorangegangene Taufe zum Übertritt konnte ich noch nicht feststellen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Trauungsbuch-23-Adele-STRAUSS-1899-p.99.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="334" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Trauungsbuch-23-Adele-STRAUSS-1899-p.99-1024x334.png" alt="" class="wp-image-3294" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Trauungsbuch-23-Adele-STRAUSS-1899-p.99-1024x334.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Trauungsbuch-23-Adele-STRAUSS-1899-p.99-300x98.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Trauungsbuch-23-Adele-STRAUSS-1899-p.99-768x251.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Trauungsbuch-23-Adele-STRAUSS-1899-p.99-1536x501.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Trauungsbuch-23-Adele-STRAUSS-1899-p.99-1320x431.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Trauungsbuch-23-Adele-STRAUSS-1899-p.99.png 1903w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Lutherische Stadtkirche &#8211; Trauungsbuch 23 &#8211; p.99</em></figcaption></figure>



<p>Das Trauungsbuch enthält noch einen weiteren, interessanten Eintrag: <em>&#8222;Nach einer an das k.k. Ministerium des Inneren gelangten Mitteilung des königl. ungar. Justizministeriums vom 20. März 1911 Z.J.660 ist Frau Elisabet Katharin Marie Strauss Gattin des Richard Epstein von dem in Budapest wohnhaften ungar. Staatsbürger Johann Péchy adoptiert worden und hat der&nbsp;Familiennamen der Adoptierten&nbsp;in Zukunft&nbsp;Strauss-Péchy&nbsp;zu lauten</em>&#8222;.</p>



<p>Nach einer weiteren Heirat 1926 mit <strong>Gustav Seidl</strong>, die wir ebenfalls in der Lutherischen Stadtkirche nachvollziehen können trat sie am 01.04.1929 zum vierten Mal vor den Altar &#8211; mit dem ehemaligen k.&amp;k. Oberst <strong>Rudolf Ferdinand Edler von Meyszner</strong>. Diese Ehe sollte ihr vermutlich das Leben retten, ob wohl August Meyszner, ihr Schwager, als SS Oberführer und Leiter der SS und Polizei-Einheiten in Serbien entscheidend beteiligt an der Ermordung von 15.000 jüdischen Frauen und Kindern war. <sup>7)</sup></p>



<p>Die evangelische Stadtpfarrkirche bietet uns dazu eine andere, seltenere Art des Kirchenbuchs &#8211; ein Verzeichnis der Eheverkündigungen oder Aufgebote. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Eheverkuendigungen-16-Rudolf-MEYSZNER-1929-p.297.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1814" height="389" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Eheverkuendigungen-16-Rudolf-MEYSZNER-1929-p.297.png" alt="" class="wp-image-3332" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Eheverkuendigungen-16-Rudolf-MEYSZNER-1929-p.297.png 1814w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Eheverkuendigungen-16-Rudolf-MEYSZNER-1929-p.297-300x64.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Eheverkuendigungen-16-Rudolf-MEYSZNER-1929-p.297-1024x220.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Eheverkuendigungen-16-Rudolf-MEYSZNER-1929-p.297-768x165.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Eheverkuendigungen-16-Rudolf-MEYSZNER-1929-p.297-1536x329.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lutherische-Stadtkirche-Eheverkuendigungen-16-Rudolf-MEYSZNER-1929-p.297-1320x283.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1814px) 100vw, 1814px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Lutherische Stadtkirche Wien &#8211; Eheverkündigungen Buch 16 &#8211; p.297 </em></figcaption></figure>



<p>Das Aufgebot, die Proklamation oder auch die Verkündigung ist im Kirchenrecht verpflichtend vorgeschrieben, um der kirchlichen Gemeinde eine Möglichkeit zu geben, gegen allfällige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ehehindernis" data-type="link" data-id="https://meinevorfahren.at/prominente/leopold-figl-kontinuitat-vom-land/" target="_blank" rel="noopener">Ehehindernisse</a> Einspruch zu erheben. Das wohl geläufigste Ehehindernis ist das Hindernis der Blutsverwandtschaft (<em>„Impedimentum Consanguinitatis“</em>), das eine Ehe in direkter Linie (Eltern, Kinder) oder zwischen Geschwistern unverrückbar ausschließt, während Ehen in entfernteren Verwandtschaftsverhältnissen durch einen Dispens genehmigt werden können &#8211; wie dies in vielen Fällen geschah, nicht nur in prominenten Familien wie der <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/leopold-figl-kontinuitat-vom-land/" data-type="link" data-id="https://meinevorfahren.at/prominente/leopold-figl-kontinuitat-vom-land/">Familie Figl</a>.</p>



<p>Zumeist finden wir die Absolvierung der geforderten Verkündigungen nur als Randnotiz auf dem Trauungsbuch-Eintrag, nicht selten auch einen Dispens von der zweiten und dritten Verkündigung &#8211; und nur in seltenen Fällen existiert ein eigenes Verkündigungsbuch.  </p>



<h4 class="wp-block-heading" id="vereinnahmung-durch-den-nationalsozialismus">Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus</h4>



<p>Nach dem Tod ihrer Mutter 1930 erbte Alice den größten Teil des Nachlasses und mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste sie die Vereinnahmung des Lebenswerkes ihres Stiefvaters erleben. Nach ihren eigenen Rassengesetzen hätte das NS-Regime zumindest die Musik von Johann Strauss Vater als der eines &#8222;Vierteljuden&#8220; verboten werden müssen. </p>



<p>Das erschien den NS-Machthabern nicht nur undenkbar, es stand in massivem Konflikt zu ihrer Kulturstrategie. Der Operette wurde ein tragende Rolle bei der &#8222;geistigen Umbildung der Nation&#8220; zugedacht und weder jüdische Librettisten, von denen es sehr viele gab, noch eine jüdische Abstammung des Walzerkönigs passten in dieses Konzept.</p>



<p>Bereits 1934 berichtete der &#8222;Reichsdramaturg&#8220; Reinhard Schlösser an Joseph Goebbels:</p>



<p><em>„Bei der Machtübernahme war die Lage auf dem Operettenmarkt so, daß achtzig Prozent der Produktionen sowohl musikalisch wie textlich jüdischen Ursprungs war. Zehn Prozent war der Komposition nach arischen, den Librettisten nach aber ebenfalls jüdischen Ursprungs. Die rein arischen Werke dürften zehn Prozent nicht überstiegen haben. Unter diesen Umständen war es [innerhalb eines Jahres] nicht möglich, die jüdischen Bestandteile der Operette restlos auszumerzen.“</em> <sup>8)</sup></p>



<p>Einen weiteren Einblick, wie wichtig die Massen-Unterhaltung den NS-Machthabern war, geben uns Tagebuch-Einträge des Reichspropagandaministers :<sup>8)</sup> <br><br><em>„Was will denn dieser Furtwängler mit seinen lächerlichen zweitausend Zuhörern in der Philharmonie. </em><br><em>Was wir brauchen, sind die Millionen, und die haben wir mit dem Rundfunk!‘</em></p>



<p>Dies schrieb der selbe Mann, der begeisterte Tagebuch-Notizen über ein Furtwängler-Dirigat von Bruckners 7. Symphonie (samt Johann Strauss Kaiserwalzer als Zugabe) verfasste, das er im Beisein Adolf Hitlers nach der &#8222;Volksabstimmung&#8220; über den Anschluss erlebt hatte.</p>



<p>In diesem Kontext wird klar, dass es dem Regime enorm wichtig war,  jeden jüdischen Bezug der Familie Strauss zu verschleiern. </p>



<h5 class="wp-block-heading" id="der-nachlass-des-genialen-deutschen-walzerkonigs">Der Nachlass des <em>&#8222;genialen deutschen Walzerkönigs</em>&#8222;</h5>



<p>Ab Juni 1939 startete der Stürmer, eine massive Hetzkampagne mit dem Ziel, die Herausgabe des Straussschen Nachlasses zu erpressen. Alice und ihr Sohn Hans Epstein wurden in einer dreiteiligen Artikelserie wüstest beschimpft und bedroht. Die Historikerin Dr. Maria Wirth schreibt darüber:</p>



<p><em>In diesem [Artikel] wurde Alice Meyszner, bei einer vollständigen Angabe ihres Namens und ihrer Adresse als „jüdische Erbschleicherin“ und als &#8222;Volksschädling“ und ihr Sohn Hanns Epstein als „notorischer Nichtstuer“ und „Homosexueller“ denunziert und die Herausgabe der Strauß-Sammlung an die Stadt Wien gefordert. Der Hinweis, dass „die zuständigen Behörden den Weg zu finden wissen, der zweckmäßig ist, um die abgegaunerten Werte an die Allgemeinheit zurückführen zu können“, fehlte nicht und musste als gefährliche Drohung empfunden werden, die dazu führte, dass Alice Meyszner und Hanns Epstein am 19. Juni 1939 ihre Sammlung „schenkungsweise“ in das Eigentum der Stadt Wien übertrugen.</em><sup>9)</sup></p>



<p>Der Artikel im Wortlaut ist so unfassbar hetzerisch und hasserfüllt dass ich uns allen wörtliche Zitate erspare. </p>



<p>Kaum vorstellbar muss auch die Lage für Adele Strauss in der Familie gewesen sein. Ihr Schwager August Meyszner war ein hochrangiger Nazi, als aufstrebender SS-Offizier schon damals kein kleiner Mitläufer. Es wurde ein Verfahren bei der Gestapo eingeleitet und die Sammlung noch vor der zwangsweisen Schenkung &#8222;sichergestellt&#8220;. Als Verwalter des Nachlasses bis zur vollständigen Übergabe an die Städtischen Sammlungen der Stadt Wien wurde ausgerechnet ihr Mann, Oberst Rudolf Meyszner, bestimmt.</p>



<p>Alice überlebte dank der privilegierten Ehe und weil sich ihr Mann nicht von ihr scheiden ließ den Terror der Nazis und starb 1945 eines natürlichen Todes. Die Restitution nach dem Krieg gestaltete sich als ein langer, steiniger und wenig ruhmvoller Weg, der erst 2001 (!) abgeschlossen wurde.</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="stammbaum-bereinigung">Stammbaum-&#8222;Bereinigung&#8220;</h5>



<p>Ein &#8222;Problem&#8220; musste noch gelöst werden. Bereits im Jahr 1938 war bekannt geworden, dass aus dem Trauungsbuch-Eintrag von Johann Strauss Urgroßvater Michael Strauss zweifelsfrei eine jüdische Abstammung erkennbar war, eine Entwicklung, die Joseph Goebbels wenig gelegen kam.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>„Ein Oberschlauberger hat herausgefunden, daß Joh. Strauß ein Achteljude ist. Ich verbiete, das an die Öffentlichkeit zu bringen. Denn erstens ist es noch nicht erwiesen, und zweitens habe ich keine Lust, den ganzen deutschen Kulturbesitz so nach und nach unterhöhlen zu lassen. Am Ende bleiben aus unserer Geschichte nur noch Widukind, Heinrich der Löwe und Rosenberg übrig.</em></p>
<cite><em>Joseph Goebbels Tagebücher, 5. Juni 1938</em> <sup>10</sup>)</cite></blockquote>



<p>Goebbels ordnete daher 1941 eine beispiellose Fälschungsaktion an, in der das Trauungsbuch ins Reichssippenamt verschafft und der Eintrag eliminiert wurde &#8211; wie bereits<a href="https://meinevorfahren.at/prominente/johann-strauss-und-der-opernball/" data-type="post" data-id="837"> in meinem ersten Artikel</a> nachzulesen ist.<sup>11)</sup></p>



<p>In die Vereinnahmung des Komponisten durch die Nationalsozialisten passt schließlich auch die Geschichte des Neujahrskonzertes: Im Jahr 1939 wurde es unter der Leitung von Clemens Krauss, Intimus von Joseph Goebbels, als &#8222;Johann-Strauß-Konzert&#8220; erstmals veranstaltet und sein Reinerlös dem nationalsozialistischen Kriegswinterhilfswerk gewidmet. Zwischen 1941 und 1945 wurde der Erlös der <em>NS-Gemeinschaft „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_durch_Freude" target="_blank" rel="noopener">Kraft durch Freude</a>“</em> zugewandt. Die Wiener Philharmoniker gliederten sich damit widerspruchslos in Goebbels Propagandamaschinerie ein &#8211; eine Tatsache, deren Aufarbeitung erst ab 2011 durch den Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg vorangetrieben wurde.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots"/>



<p>Die drei Ehen des Johann Strauss bieten Ahnenforschern und Biografinnen, wie wir sehen konnten, ein reiches Feld an öffentlich verfügbaren, erforschbaren Quellen. Doch eine Episode im Leben des &#8222;Walzerkönigs&#8220;, der wohl zeit seines Lebens anziehend auf Frauen gewirkt haben dürfte, soll noch beleuchtet werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="die-beinahe-erste-ehe-in-russland">Die &#8222;beinahe erste&#8220; Ehe in Russland</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p>Strauss hätte uns beinahe vor genealogische Aufgaben fern abseits aller Wiener Quellen gestellt: Seine Aufenthalte in Pawlowsk, wo er als Star gefeiert wurde, waren begleitet und umrahmt von Liebesbeziehungen!</p>



<p>Nach einer Beziehung mit Maria Fraenkel, Tochter eines Kaufmanns, die trotz einer bereits vorliegenden Eheerlaubnis des Zaren in letzter Minute noch platzte, durchlebte (und zum Teil auch durchlitt) er in den Jahren 1858 bis 1860 eine Liebesbeziehung mit der russischen Adeligen <strong>Olga Smirnitskaja</strong>. </p>



<p>Olga war, äußerst ungewöhnlich für eine junge russische Adelige, auch als Komponistin tätig und Strauss brachte nicht nur einige ihrer Werke bei seinen Gastspielen in Pawlowsk bei St. Petersburg zur Aufführung, sondern widmete seinem &#8222;Kobold&#8220; auch ein eigenes Werk.</p>



<p>Dokumentiert ist die Beziehung durch Abschriften von 100 (!)(Liebes-)Briefen, die Strauss an Olga schrieb.</p>



<p>Der Historiker <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Aigner_(Historiker)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Aigner_(Historiker)" target="_blank" rel="noopener">Thomas Aigner</a> erforschte in seinem Buch &#8222;<a href="https://www.digital.wienbibliothek.at/download/pdf/5219361.pdf" target="_blank" rel="noopener">Olga Smirnitskaja: die Adressatin von 100 Liebesbriefen</a>&#8220; den Verbleib der Abschriften, überprüfte ihrer Authentizität, recherchierte auch die Vorfahren der Familie Smirnitskji und erzählt in diesem Kontext die Geschichte des Paares, das letztlich nicht zusammen kommen sollte.</p>



<p>Die Eltern der jungen Adeligen erteilten dem Ansinnen des Komponisten eine klare Abfuhr. Neben dem etwas unsteten Leben an der Seite eines (für die damalige Zeit) internationalen &#8222;Superstars&#8220; war es wohl vor allem der Standesunterschied, der ihre apodiktisch ablehnende Haltung begründete.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/STRAUSS-Johann-Polka-Mazur-Der-Kobold-op.226-Deckblatt-Haslinger-v2.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="603" height="884" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/STRAUSS-Johann-Polka-Mazur-Der-Kobold-op.226-Deckblatt-Haslinger-v2.png" alt="" class="wp-image-3369" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/STRAUSS-Johann-Polka-Mazur-Der-Kobold-op.226-Deckblatt-Haslinger-v2.png 603w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/STRAUSS-Johann-Polka-Mazur-Der-Kobold-op.226-Deckblatt-Haslinger-v2-205x300.png 205w" sizes="auto, (max-width: 603px) 100vw, 603px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Polka-Mazur &#8222;Der Kobold&#8220; &#8211; op.226 &#8211; Deckblatt der Erstausgabe</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Mein Engel Olga, ich bin wieder ganz glücklich und möchste Dich millionen Male küssen. Wie es denn auch sein, der Himmel wird eine Liebe wie die unsere beschützen! Dein ewig, Jean.</em></p>



<p><em>Wenn Dein Vater böse, besänftige ihn; ich bitte Dich. Will er nicht, daß ich dich liebe, verlasse ich Rußland in 2 Monaten (doch mit der selben Liebe zu Dir). Kommzu mir, bleibe bei mir, tröste mich, entsage mit mir der Welt, welche keine wahre Liebe mehr begreift. Die Menschen sind verdorben. Johann Strauss</em></p>
<cite><em>Brief #18 &#8211; 18 Juillet matin</em></cite></blockquote>



<p>Doch wie zuvor berichtet&#8230; nach einem weiteren Aufenthalt in Russland 1862, bei dem er auch Olga (die zu dieser Zeit bereits einen regen Briefwechsel mit ihrem künftigen Ehemann unterhielt) und ihre Familie wieder traf, heiratete er in Wien Henriette Treffz. </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li>Österreichisches Biografisches Lexikon: <a href="https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_s/strauss_henriette_1818_1878.xml" target="_blank" rel="noopener">Strauß (Strauss), Henriette (Jetty)</a></li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jetty_Treffz" target="_blank" rel="noopener">Jetty Treffz</a></li>



<li><a href="https://annsbusyworld.wordpress.com/2019/01/05/lili-strauss-the-second-wife-of-johann-strauss-son/" target="_blank" rel="noopener">Lili Strauss. Casting New Light on the Second Wife of Johann Strauss Son | Ann&#8217;s Busy World</a></li>



<li>Wien Geschichtewiki: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Adele_Strauss" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Adele_Strauss" target="_blank" rel="noopener">Adele Strauss</a> </li>



<li>Wien Geschichtewiki: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zum_goldenen_Hirschen_(2)" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zum_goldenen_Hirschen_(2)" target="_blank" rel="noopener">Hirschenhaus</a></li>



<li>Wien Geschichtewiki: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Adele_Strauss" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Adele_Strauss" target="_blank" rel="noopener">Adele Strauss</a>, ebd.</li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/August_Meyszner" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/August_Meyszner" target="_blank" rel="noopener">August Meyszner</a></li>



<li>Ralph Braun: <a href="https://ralph-braun.com/wp-content/uploads/2013/11/NS-Musik-Propaganda-Operette.pdf" data-type="link" data-id="https://ralph-braun.com/wp-content/uploads/2013/11/NS-Musik-Propaganda-Operette.pdf" target="_blank" rel="noopener">NS-Musik-Propaganda</a>, S.</li>



<li>Wirth, Maria &#8211; Die Verhandlungen über die Strauß-Sammlungen in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek &#8211; <a href="https://www.demokratiezentrum.org/wp-content/uploads/2022/10/wirth_strauss.pdf" data-type="link" data-id="https://www.demokratiezentrum.org/wp-content/uploads/2022/10/wirth_strauss.pdf" target="_blank" rel="noopener">Vortrag 2003</a></li>



<li>Ralph Braun, ebd. S.22</li>



<li>Wiener Institut für Johann Strauss Forschung: <a href="https://www.johann-strauss.at/forschung/forschungssplitter/faelschungsgeschichte/" data-type="link" data-id="https://www.johann-strauss.at/forschung/forschungssplitter/faelschungsgeschichte/" target="_blank" rel="noopener">Fälschung 1941</a></li>
</ol>



<p></p>
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		<title>&#8222;As tears go by&#8220; &#8211; Von Marianne Faithfull zu Sacher-Masochs &#8222;Venus in Furs&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 01:19:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
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					<description><![CDATA[Marianne Faithful &#8222;The morning sun touched lightly onThe eyes of Lucy JordanIn a white suburban bedroomIn a white suburban town At the age of 37She realised she&#8217;d never rideThrough Paris in a sports carWith the warm wind in her hair&#8220; 1979 singt auf dem Album &#8222;Broken English&#8220; eine junge Frau mit fragiler Stimme über zerbrochene [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#marianne-faithful">Marianne Faithful</a></li><li><a href="#eva-alexander-sacher-masoch">Eva &amp; Alexander Sacher-Masoch</a></li><li><a href="#arthur-von-sacher-masoch">Arthur von Sacher-Masoch</a></li><li><a href="#carl-von-sacher-masoch">Carl von Sacher-Masoch</a></li><li><a href="#leopold-franz-johann-von-sacher-masoch">Leopold Franz Johann von Sacher-Masoch</a></li><li><a href="#leopold-franz-stephan-ritter-von-sacher">Leopold Franz Stephan Ritter von Sacher</a></li></ul></nav></div>



<h4 class="wp-block-heading" id="marianne-faithful">Marianne Faithful</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>&#8222;The morning sun touched lightly on<br>The eyes of Lucy Jordan<br>In a white suburban bedroom<br>In a white suburban town</em></p>
</blockquote>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>At the age of 37<br>She realised she&#8217;d never ride<br>Through Paris in a sports car<br>With the warm wind in her hair&#8220;</em></p>
</blockquote>
</div>
</div>



<p>1979 singt auf dem Album &#8222;Broken English&#8220; eine junge Frau mit fragiler Stimme über zerbrochene Träume und vielleicht auch Abgründe im Leben einer 37-Jährigen. Man spürt, dass die Tochter eines englischen Offiziers und einer österreichischen Adeligen, gerade mal 33 Jahre alt, selbst bereits Abgründe erlebt hat.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large" style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--40);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--40)"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Marianne-Faithful-Galerie.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="335" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Marianne-Faithful-Galerie-1024x335.png" alt="" class="wp-image-3065" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Marianne-Faithful-Galerie-1024x335.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Marianne-Faithful-Galerie-300x98.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Marianne-Faithful-Galerie-768x251.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Marianne-Faithful-Galerie-1536x502.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Marianne-Faithful-Galerie-2048x669.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Marianne-Faithful-Galerie-1320x431.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Es waren die Abgründe der Drogen und des Rock&#8217;n&#8217;Roll . Marianne Faithfull erlebte eine kurze und sehr steile Karriere, eine glamouröse Beziehung mit einem der damals exzentrischsten Rock-Stars, Drogenexzesse, Fehlgeburt und Suizidversuch inklusive. <sup>1)</sup></p>



<p>Bekannt wurde sie durch den Song <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/As_Tears_Go_By_(Lied)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/As_Tears_Go_By_(Lied)" target="_blank" rel="noopener">As Tears Go By</a> aus der Feder von Mick Jagger und Keith Richards, den sie mit der unschuldigen Stimme einer Klosterschülerin vortrug. Doch während ihrer Beziehung mit Jagger nahm die Bedeutung von Drogen in ihrem Leben rasch zu. Sie schrieb mit den beiden Rock-Stars den Hit <em>&#8222;Sister Morphine&#8220;</em>, der 1971 in einer Variante ohne ihren Gesang auf dem Album &#8222;Sticky Fingers&#8220; (mit dem legendären Reißverschluß auf dem Cover!) veröffentlicht wurde. Im Februar 1967 wurde sie im Zuge einer Drogenrazzia auf dem Landhaus von Keith Richards mit nichts als einer Pelzdecke bekleidet von der Polizei verhaftet &#8211; ein Skandal ersten Ranges und beinahe eine Referenz auf Sacher-Masochs &#8222;Venus im Pelz&#8220; &#8211; die jedoch musikalisch von Lou Reed und Velvet Underground bearbeitet wurde.</p>



<p>Nach zwei Jahren auf der Straße fasste sie 1979 mit <em>&#8222;Broken English&#8220;</em>  und dem Hit <em>&#8222;The Ballad of Lucy Jordan&#8220;</em> wieder Fuß, doch es sollte mehr als 10 Jahre dauern, bis Marianne Faithfull ihre Heroinabhängigkeit überwinden und eine zweite Karriere starten konnte, die sie erst 2021 aufgrund von Lungenschäden beendete. Sie starb letzte Woche, am 30. Jänner 2025.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots"/>



<p>Das Verhältnis von Marianne Faithfull zu ihrer Mutter, Eva (&#8222;Baroness Erisso&#8220; von) Sacher-Masoch (1912-1991), wird als schwierig beschrieben. &#8222;At the age of thirtyseven&#8220; war die Mutter gerade 3 Jahre mit dem englischen Offizier Robert Glynn-Faithful verheiratet und Marianne ebenso alt. Eine Ehe, begründet in den Wiener Nachkriegstagen der &#8222;Vier im Jeep&#8220;, die nur sechs Jahre später wieder zerbrechen sollte.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="eva-alexander-sacher-masoch">Eva &amp; Alexander Sacher-Masoch</h4>



<p>Auch ihre Mutter hatte in Abgründe geblickt. Geboren wurde sie in Budpest im Jahre 1912 &#8211; in der noch intakten Welt des Habsburger Reiches und in eine Familie, die beinahe prototypisch im gesamten Raum der habsburgischen Kronländer verankert war &#8211; von Graz über Lemberg und Prag bis ins heute rumänische Karansebes im damaligen Banat. Im Berlin der 20er-Jahre hatte sie als blutjunge Tänzerin in der Compagnie Max Reinhardts gearbeitet und für Produktionen von Bert Brecht und Kurt Weill getanzt &#8211; eine politisch linke Positionierung, die nach der Matchergreifung der Nazis rasch gefährlich wurde.<sup>2)</sup> Ihre Rückkehr nach Wien sollte nur kurzfristige Sicherheit bieten.</p>



<p>An dieser Stelle ist es angebracht, erstmals die Brille des Ahnenforschers aufzusetzen. Die online verfügbare Quellenlage ist für den Raum Galizien, aber auch für Budapest und das Banat nicht ganz vergleichbar mit Österreich, Böhmen oder Mähren. Das Erforschen der Familie anhand einer durchgehenden Kette von Tauf- und Hochzeits-Matriken gestaltet sich hier zum Teil etwas schwieriger. </p>



<p>Mariannes Mutter <strong>Eva </strong>ist laut Wikipedia 1912 in Budapest geboren, bislang konnte ich allerdings noch keine Dokumente über sie finden. Die Geburt ihres Bruders, <strong>Alexander Sacher-Masoch</strong>, ist dagegen mit Datum vom 18.11.1901 in den Matriken von Wittkowitz (Vítkovice), einem Stadtteil von Ostrava zu finden. In seinem Nachlass ist zudem ein Geburts- &amp; Taufschein aus dem Jahre 1941 überliefert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Pfarre-Wittkowitz-Taufbuch-4-Alexander-SACHER-MASOCH-1901-p.139.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="140" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Pfarre-Wittkowitz-Taufbuch-4-Alexander-SACHER-MASOCH-1901-p.139-1024x140.png" alt="" class="wp-image-2529" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Pfarre-Wittkowitz-Taufbuch-4-Alexander-SACHER-MASOCH-1901-p.139-1024x140.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Pfarre-Wittkowitz-Taufbuch-4-Alexander-SACHER-MASOCH-1901-p.139-300x41.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Pfarre-Wittkowitz-Taufbuch-4-Alexander-SACHER-MASOCH-1901-p.139-768x105.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Pfarre-Wittkowitz-Taufbuch-4-Alexander-SACHER-MASOCH-1901-p.139-1536x210.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Pfarre-Wittkowitz-Taufbuch-4-Alexander-SACHER-MASOCH-1901-p.139-2048x281.png 2048w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Pfarre-Wittkowitz-Taufbuch-4-Alexander-SACHER-MASOCH-1901-p.139-1320x181.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Vitkovice, Taufbuch 4, p. 139</em></figcaption></figure>



<p>Die Rückkehr nach Wien hatte alle Mitglieder der Familie mit Abgründen unterschiedlicher Art konfrontiert. Alexander wurde, als prononcierter Gegner des NS-Regimes und persönlicher Feind von Ernst Kaltenbrunner aus Grazer Tagen, als Hochverräter gesucht. Er emigrierte 1938 nach Belgrad, 1940 holte ihn auch dort die Weltpolitik in Form deutscher Bombardierungen ein und er wurde für 3 Jahre auf der unter italienischer Kontrolle liegenden Insel Korcula interniert. Dort schloss er sich der 1. dalmatinischen Partisanenbrigade an. In letzter Minute konnte er mit seiner künftigen Frau Milica dem deutschen Angriff auf einem Boot nach Bari entkommen. <sup>3)</sup></p>



<p>Alexander wurde in der Nachkriegszeit zu einem nicht unbekannten aber auch nicht berühmten Verfasser von Unterhaltungs-Literatur und 1947 zum Mitbegründer des wiedererstandenen österreichischen PEN Clubs sowie dessen erster Generalsekretär. Er verstand sich zu einem gewissen Grad als Epigone seines deutlich prominenteren Großonkels &#8211; auf den wir noch zurückkommen werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="arthur-von-sacher-masoch">Arthur von Sacher-Masoch</h4>



<p>Über das Schicksal von Eva und ihre Mutter ist weniger dokumentiert. Die Verfolgung der Familie Sacher-Masoch durch die Nationalsozialisten war nicht nur in ihrer politisch eindeutig linken Verortung begründet. Evas und Alexanders Vater, Artur Wolfgang, Ritter von Sacher-Masoch, war ein k.u.k. Offizier aus Graz, der im Laufe seiner militärischen Karriere an verschiedensten Dienstorten stationiert war und 1901 im damals noch zu Ungarn gehörigen Temesvar Flora Ziprisz, die Tochter eines jüdischen Arztes aus der Kleinstadt Karansebes, geheiratet hatte. Eva und Alexander wurden daher gemäß der Rassenlogik der Nazis als Halbjuden betrachtet. Ihre Mutter Flora genoss allerdings bedingten Schutz durch die adelige und arische Abstammung ihres Mannes sowie seine Auszeichnung als Kriegsheld. Marianne schildert aus den Erinnerungen ihrer Mutter, dass Artur persönlich beim Wiener Gestapo-Chef die Befreiung ihrer Großmutter Flora vom Davidstern durchsetzte. <sup>4)</sup></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Caransebes-Israelitisches-Taufbuch-Flora-ZIPRISZ-1881-p.30.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="357" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Caransebes-Israelitisches-Taufbuch-Flora-ZIPRISZ-1881-p.30-1024x357.png" alt="" class="wp-image-2531" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Caransebes-Israelitisches-Taufbuch-Flora-ZIPRISZ-1881-p.30-1024x357.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Caransebes-Israelitisches-Taufbuch-Flora-ZIPRISZ-1881-p.30-300x104.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Caransebes-Israelitisches-Taufbuch-Flora-ZIPRISZ-1881-p.30-768x267.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Caransebes-Israelitisches-Taufbuch-Flora-ZIPRISZ-1881-p.30-1536x535.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Caransebes-Israelitisches-Taufbuch-Flora-ZIPRISZ-1881-p.30-1320x460.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/06/Caransebes-Israelitisches-Taufbuch-Flora-ZIPRISZ-1881-p.30.png 1878w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Taufbuch der Israelischen Kultusgemeinde Karansebes (1881) &#8211; p.30</em></figcaption></figure>



<p>Ein Dokument zur Hochzeit des Paares konnte ich noch nicht finden, sie ist aber im Taufbuch-Eintrag des Sohnes Alexander dokumentiert.</p>



<p>Auch Artur von Sacher-Masoch entkam dem Abgrund nicht. Das britische Genealogie-Magazin &#8222;Who do you think you are?&#8220; berichtet in einer Story über Marianne Faithfull mit Bezug auf deren Erinnerungen, dass sich die Familie in Wien dem Widerstand zuwandte und ihr Großvater Artur von den Nazis verhört und gefoltert wurde. Eva und Flora überlebten den Krieg in Wien und wurden Opfer von Vergewaltigung durch die einrückende Rote Armee.<sup>5)</sup> In den Nachkriegstagen in Wien sollte Eva schließlich den britischen Major Glynn-Faithfull kennen und lieben lernen, den sie im Jahr 1946 heiratete.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:55%">
<p>Artur Wolfgang von Sacher-Masoch, wurde 1875 als Sohn des Grazer Rechtsanwaltes Karl von Sacher-Masoch geboren (zu dieser Zeit noch <em>&#8222;Advokaturs-Candidat&#8220;</em>). Die Familie lebte in der Goethestraße in im Bezirk St. Leonhard. Eine militärische Erziehung war wohl standesgemäß und so besuchte Artur die Infanterie-Cadettenschule in Graz Liebenau. </p>



<p>Das Grazer Tagblatt verzeichnet am 31.08.1896 die Ernennung zum <em>Cadet-Offiziers-Stellvertretern</em> und listet <em>Arthur, Ritter v. Sacher-Masoch</em> nur ein Jahr später am 31.10.1897 in einer langen Reihe von <em>Cadet-Offiziers-Stellvertretern</em>, die im Zuge einer <em>November-Beförderung</em> zu Lieutenants promoviert wurden.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:45%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="651" height="422" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/11/Grazer-Tagblatt-1896-08-19-Ernennung-Cadetten-Offiziers-Stv.-Artur-SACHER-MASOCH.png" alt="" class="wp-image-2934" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/11/Grazer-Tagblatt-1896-08-19-Ernennung-Cadetten-Offiziers-Stv.-Artur-SACHER-MASOCH.png 651w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/11/Grazer-Tagblatt-1896-08-19-Ernennung-Cadetten-Offiziers-Stv.-Artur-SACHER-MASOCH-300x194.png 300w" sizes="auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Ernennung zum Cadet-Officiers-Stellvertreter (1896)</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Wie uns der Taufbuch-Eintrag seines Sohnes Alexander verrät, arbeitete er im Jahr 1901 als <em>&#8222;Stations-Vorstand der Werksbahn in Witkowitz&#8220;</em>, <sup>6)</sup> doch bald darauf finden wir Artur auch erstmals im k.+k. Militär-Schematismus als Lieutenant des 60. Ungarischen Infanterie-Regiments. Erstmals dekoriert mit der bronzenen Jubiläums-Medaille (1904) diente er ab 1908 an seiner Ausbildungs-Stätte in der Infanterie-Kadettenschule Liebenau. Ab 1909 avancierte er zum Ober-Leutnant.und erhielt das Militär-Jubiläumskreuz &#8211; im Jahr 1914 erfolgte schließlich sein ultimativer Karrieresprung &#8211; er wurde dem Generalstab der 68. Infanterie-Brigade in Fehertemplom zu geteilt.</p>



<p>Nach seiner militärischen Karriere begann er als freier Schriftsteller unter dem Pseudonym <em><strong>Michael Zorn</strong></em> zu arbeiten. Im Jahr 1938 dürfte seine Haltung dem Regime noch akzeptabel erschienen sein. Vielleicht war aber auch sein Werk &#8222;Zwischen Strom und Steppe&#8220; (1936), gefüllt mit Mord und Totschlag, einem ungarischen Landstreicher, Pußta und Stromschnellen sowie einer Zigeunerin mit Hexenkünsten, ein Sujet, an dem die NS-Film-Maschinerie nicht vorbei konnte. Es wurde 1938/1939 mit Attila Hörbiger in der Hauptrolle verfilmt.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="carl-von-sacher-masoch">Carl von Sacher-Masoch</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p>Mit Arthurs Vater Karl machen wir einen weiteren Schritt zurück in der Geschichte der Familie und es treten damit die Wurzeln der Familie im damals habsburgischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Galizien" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Galizien" target="_blank" rel="noopener">Galizien</a>, genauer in Lemberg, zutage. </p>



<p>Karl und seine älteren Brüder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Sacher-Masoch" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Sacher-Masoch" target="_blank" rel="noopener">Leopold</a> und Johann wurden alle in römisch-katholischen Kirchen der Erzeparchie <strong>Lemberg </strong>getauft. </p>



<p>Die Bevölkerung Galiziens war im 18., 19. und bis ins 20. Jahrhundert ein sehr buntes Gemisch an Sprachen, Volksgruppen und Religionen.</p>



<p>Polen, Ukrainer &amp; Ruthenen, Juden, Deutsche Siedler &#8211; und das nicht notwendigerweise linear auf Religionen aufgeteilt, auch ukrainisch-sprachige römisch-katholische Gläubige sowie&nbsp;griechisch-katholische Polen waren zu finden.<sup>8)</sup></p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td><strong>Religion</strong></td><td class="has-text-align-right" data-align="right"><strong>1846</strong></td></tr><tr><td>Römisch-katholisch</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">2.205.237&nbsp;(46,58&nbsp;%)</td></tr><tr><td>Griechisch-katholisch</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">2.183.112&nbsp;(46,11&nbsp;%) </td></tr><tr><td>Evangelisch A.&nbsp;B.  </td><td class="has-text-align-right" data-align="right">24.552&nbsp;(0,51&nbsp;%)</td></tr><tr><td>Israelitisch   </td><td class="has-text-align-right" data-align="right">317.225&nbsp;(6,70&nbsp;%)</td></tr><tr><td><strong>Gesamt</strong></td><td class="has-text-align-right" data-align="right"><strong>4.734.427&nbsp;(100,00&nbsp;%)</strong></td></tr></tbody></table></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="794" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Leopold-von-SACHER-MASOV-1836-p.78-1024x794.png" alt="" class="wp-image-3081" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Leopold-von-SACHER-MASOV-1836-p.78-1024x794.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Leopold-von-SACHER-MASOV-1836-p.78-300x233.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Leopold-von-SACHER-MASOV-1836-p.78-768x596.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Leopold-von-SACHER-MASOV-1836-p.78.png 1311w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Lemberg &#8211; Taufbuch St. Andreas &#8211; Leopold Sacher-Masoch (1836)</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="276" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Metropolitan-Taufbuch-618-2-1139-Karl-SACHER-MASOCH-1845-p.88-1024x276.png" alt="" class="wp-image-3080" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Metropolitan-Taufbuch-618-2-1139-Karl-SACHER-MASOCH-1845-p.88-1024x276.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Metropolitan-Taufbuch-618-2-1139-Karl-SACHER-MASOCH-1845-p.88-300x81.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Metropolitan-Taufbuch-618-2-1139-Karl-SACHER-MASOCH-1845-p.88-768x207.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Metropolitan-Taufbuch-618-2-1139-Karl-SACHER-MASOCH-1845-p.88-1536x414.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Metropolitan-Taufbuch-618-2-1139-Karl-SACHER-MASOCH-1845-p.88-1320x356.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Metropolitan-Taufbuch-618-2-1139-Karl-SACHER-MASOCH-1845-p.88.png 1680w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Lemberg &#8211; Taufbuch Basilika Mariä Himmelfahrt </em><br><em>Karl Sacher-Masoch (1845)</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:60%">
<h4 class="wp-block-heading" id="leopold-franz-johann-von-sacher-masoch">Leopold Franz Johann von Sacher-Masoch </h4>



<p>Karls Bruder, und damit Urgroß-Onkel von Marianne Faithfull, wurde als Schriftsteller bereits zu Lebzeiten berühmt. Bekanntestes und stilgebendes Werk ist der Roman <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Venus_im_Pelz" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Venus_im_Pelz" target="_blank" rel="noopener">Venus im Pelz</a></em> (1870), musikalisch aufgegriffen von Lou Reed als <em>&#8222;Venus in Furs&#8220;.</em></p>



<p>Er wäre wohl für sein schriftstellerisches Werk, in dem er triebhaftes Unterwerfungsverhalten und eine Obsession, sich in der Liebe demütigen und quälen zu lassen, zum Antrieb seiner Protagonisten machte, kaum bis in die heutige Zeit bekannt geblieben. </p>



<p>Doch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Krafft-Ebing" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Krafft-Ebing" target="_blank" rel="noopener">Richard von Krafft-Ebing</a> prägte in seiner &nbsp;<em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathia_sexualis_(Krafft-Ebing)" target="_blank" rel="noopener">Psychopathia sexualis</a></em> (1886) für diese Sexualpräferenzen den Begriff des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Masochismus" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Masochismus" target="_blank" rel="noopener">Masochismus</a>, gegen den sich der Schriftsteller ebenso heftig wie erfolglos zu wehren versuchte.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="769" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Leopold-Sacher-Masoch-Venus-im-Pelz-1024x769.png" alt="" class="wp-image-3109" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Leopold-Sacher-Masoch-Venus-im-Pelz-1024x769.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Leopold-Sacher-Masoch-Venus-im-Pelz-300x225.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Leopold-Sacher-Masoch-Venus-im-Pelz-768x577.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Leopold-Sacher-Masoch-Venus-im-Pelz.png 1207w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>
</div>



<p>Nach seiner Schulbildung in Lemberg und Prag studierte er in Graz, wo er im Jahr 1871 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wanda_von_Sacher-Masoch" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Wanda_von_Sacher-Masoch" target="_blank" rel="noopener">Angelika Aurora Rümelin</a> (1845–nach 1906) kennenlernte, zu der er 1872 – wie schon 1869 zu einer anderen Frau – ein auf einige Monate befristetes &#8222;Sklavenverhältnis&#8220; einging. 1873 heiratete er sie; er lebte mit ihr, was er in „Venus im Pelz“ beschrieben hatte,<sup>9)</sup> die Ehe zerbrach jedoch letztlich. <em>Wanda von Sacher-Masoch</em> publizierte unter dem Pseudonym <em>&#8222;Wanda von Dunajew&#8220;</em>, der weiblichen Hauptfigur der Venus im Pelz.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Graz-Hl.Blut-Trauungsbuch-24-Leopold-SACHER-MASOCH-1873-p.11.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="348" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Graz-Hl.Blut-Trauungsbuch-24-Leopold-SACHER-MASOCH-1873-p.11-1024x348.png" alt="" class="wp-image-3099" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Graz-Hl.Blut-Trauungsbuch-24-Leopold-SACHER-MASOCH-1873-p.11-1024x348.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Graz-Hl.Blut-Trauungsbuch-24-Leopold-SACHER-MASOCH-1873-p.11-300x102.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Graz-Hl.Blut-Trauungsbuch-24-Leopold-SACHER-MASOCH-1873-p.11-768x261.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Graz-Hl.Blut-Trauungsbuch-24-Leopold-SACHER-MASOCH-1873-p.11-1536x522.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Graz-Hl.Blut-Trauungsbuch-24-Leopold-SACHER-MASOCH-1873-p.11-1320x449.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Pfarre-Graz-Hl.Blut-Trauungsbuch-24-Leopold-SACHER-MASOCH-1873-p.11.png 1892w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Graz &#8211; Hl.Blut &#8211; Trauungsbuch 24 &#8211; p.11</em></figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading" id="leopold-franz-stephan-ritter-von-sacher">Leopold Franz Stephan Ritter von Sacher</h4>



<p>Der Vater von Leopold, Johannes und Karl war k.&amp;k. Beamter. Zum Zeitpunkt seiner Hochzeit mit Anna Carolina Masoch bekleidete er den Rang eines Kreiskommissars von Tarnopol. Drei Jahr später sollte er Polizeidirektor von Lemberg werden. Im Trauungsbuch sind noch die getrennten Nachnamen der Eheleute Sacher und Masoch zu erkennen. Angeblich auf  Wunsch des Schwiegervaters wurde um eine Änderung des Familiennamens auf &#8222;von Sacher-Masoch&#8220; angesucht, die schließlich 1838 mit kaiserlicher Genehmigung erteilt wurde. </p>



<p>Wir finden daher Leopold, den Schriftsteller, noch als Leopold Sacher, seine beiden Brüder Johann und Karl bereits als geborene Sacher-Masoch in den Lemberger Taufbüchern.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Trauungsbuch-618-2-1021-Leopold-Franz-Stephan-von-SACHER-1827-p.62.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="747" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Trauungsbuch-618-2-1021-Leopold-Franz-Stephan-von-SACHER-1827-p.62-1024x747.png" alt="" class="wp-image-3102" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Trauungsbuch-618-2-1021-Leopold-Franz-Stephan-von-SACHER-1827-p.62-1024x747.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Trauungsbuch-618-2-1021-Leopold-Franz-Stephan-von-SACHER-1827-p.62-300x219.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Trauungsbuch-618-2-1021-Leopold-Franz-Stephan-von-SACHER-1827-p.62-768x560.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Trauungsbuch-618-2-1021-Leopold-Franz-Stephan-von-SACHER-1827-p.62-1536x1120.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Trauungsbuch-618-2-1021-Leopold-Franz-Stephan-von-SACHER-1827-p.62-1320x962.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/02/Lemberg-Sv.-Andre-Apostol-Trauungsbuch-618-2-1021-Leopold-Franz-Stephan-von-SACHER-1827-p.62.png 1757w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Lemberg &#8211; St. Andreas &#8211; Trauungsbuch 1827 &#8211; p.62</em></figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li>Urs Mursfeld, &#8222;Zeitlupe&#8220; &#8211;<a href="https://zeitlupe.ch/panorama/kultur/musik/the-ballad-of-lucy-jordan-von-marianne-faithfull/" target="_blank" rel="noopener">Ballad of Lucy Jordan</a></li>



<li><a href="https://www.whodoyouthinkyouaremagazine.com/tv-series/episodes/marianne-faithfull" data-type="link" data-id="https://www.whodoyouthinkyouaremagazine.com/tv-series/episodes/marianne-faithfull" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Whodoyouthinkyouare&#8220; Magazine</a></li>



<li>Cyprian Jens-Peter, Alexander Sacher-Masoch, Leben und Werk, S. 39ff.</li>



<li>Cyprian Jens-Peter, Alexander Sacher-Masoch, Leben und Werk, S. 19.</li>



<li>Vgl. Marianne Faithfull: Memories. München: Blanvalet 2009, S. 74f. <br>(zitiert nach Cyprian Jens-Peter, Alexander Sacher-Masoch, Leben und Werk, S. 56)</li>



<li><em>Pfarre Vitkovice, Taufbuch 4, p. 139</em></li>



<li>Filmportal.de: <a href="https://www.filmportal.de/film/zwischen-strom-und-steppe_e7ab3e819c65484bae9bac75d3fca8" data-type="link" data-id="https://www.filmportal.de/film/zwischen-strom-und-steppe_e7ab3e819c65484bae9bac75d3fca8" target="_blank" rel="noopener">Zwischen Strom und Steppe</a></li>



<li>Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Galizien" target="_blank" rel="noopener">Galizien</a></li>



<li>Österreichisches Biografisches Lexikon: <a href="https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Sacher-Masoch_Leopold_1836_1895.xml" target="_blank" rel="noopener">Sacher-Masoch, Leopold von; Ps. Charlotte Arand, Zoë v. Rodenbach</a></li>
</ol>



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		<title>Constanze Geiger &#8211; Ein vergessenes Wunderkind im Neujahrskonzert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2025 23:53:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Neujahrskonzert Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker darf wohl als eine österreichische Institution bezeichnet werden. Mit ca. 50 Mio. Zusehern und Zuseherinnen aus 90 oder mehr Ländern stellt es einen der bedeutendsten Kulturexporte unseres Landes dar. Der Ursprung dieses Konzerts fällt in den düstersten Abschnitt der Geschichte Österreichs und des Orchesters. Inmitten von Barbarei, Diktatur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#das-neujahrskonzert">Das Neujahrskonzert</a></li><li><a href="#wunderkind-und-universaltalent">&#8222;Wunderkind&#8220; und Universaltalent</a></li><li><a href="#zwischen-begeisterung-und-spott">Zwischen Begeisterung und Spott</a></li><li><a href="#das-goldene-lamm">Das goldene Lamm</a></li><li><a href="#grillenbanner-morganatischen-ehe">Grillenbanner + morganatische Ehe</a></li><li><a href="#ruckzug-aus-der-offentlichkeit">Rückzug aus der Öffentlichkeit</a></li><li><a href="#wiederentdeckung">Wiederentdeckung</a></li></ul></nav></div>



<h4 class="wp-block-heading" id="das-neujahrskonzert">Das Neujahrskonzert</h4>



<p>Das <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neujahrskonzert_der_Wiener_Philharmoniker" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Neujahrskonzert_der_Wiener_Philharmoniker" target="_blank" rel="noopener">Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker</a></strong> darf wohl als eine österreichische Institution bezeichnet werden. Mit ca. 50 Mio. Zusehern und Zuseherinnen aus 90 oder mehr Ländern stellt es einen der bedeutendsten Kulturexporte unseres Landes dar.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Der Ursprung dieses Konzerts fällt in den düstersten Abschnitt der Geschichte Österreichs und des Orchesters. Inmitten von Barbarei, Diktatur und Krieg, in einer Phase ständigen Bangens um das Leben einzelner Mitglieder oder deren Angehöriger setzten die Philharmoniker am 31. Dezember 1939 einen ambivalenten Akzent: Der Reinertrag eines der Strauß-Dynastie gewidmeten außerordentlichen Konzerts unter der Leitung von Clemens Krauss wurde zur Gänze der nationalsozialistischen Spendenaktion „Kriegswinterhilfswerk“ gewidmet. 1941 wurde die Philharmonische Akademie „Johann Strauss-Konzert“ am 1. Jänner veranstaltet und inmitten des Krieges von vielen Menschen als „echt wienerisches Freudenfest“ verstanden, aber auch von der nationalsozialistischen Propaganda im „Großdeutschen Rundfunk“ vereinnahmt</em></p>
<cite><em><a href="https://www.wienerphilharmoniker.at/de/neujahrskonzert/tradition-und-geschichte" data-type="link" data-id="https://www.wienerphilharmoniker.at/de/neujahrskonzert/tradition-und-geschichte" target="_blank" rel="noopener">Tradition und Geschichte &#8211; Die Wiener Philharmoniker</a></em></cite></blockquote>



<p>So gibt sich die Homepage der Philharmoniker redlich Mühe, den klar nationalsozialistischen Kontext der Entstehungsgeschichte nicht zu beschönigen, ihn aber auch nicht in der schonungslosen Direktheit zu offenbaren, die man z.B. auf der Wikipedia-Seite über das Neujahrskonzert nachlesen kann.</p>



<p>Der Fokus des Konzertes liegt stark auf der Musik der Familie Strauss. Dies geht einerseits stark auf den ersten Dirigenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Krauss_(Dirigent)" target="_blank" rel="noopener">Clemens Krauss</a> zurück, andererseits wohl auch auf die Zielsetzung der Nationalsozialisten, mittels gefälliger Unterhaltungsmusik in Kriegszeiten die Moral in der Heimat hochzuhalten.</p>



<p>Die Familie Strauss bildet den Konnex zu einer zweiten österreichischen Tradition: dem Opernball. Sie bietet uns auch aus Sicht der Ahnenforschung jede Menge interessantes Material. Dieser in musikalischer Hinsicht für Wien und Österreich so prägenden Familie widmet sich dieser Beitrag: <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/johann-strauss-und-der-opernball/" data-type="post" data-id="837">Alles Walzer! Johann Strauss und der Opernball</a>.</p>



<p>Traditionsreiche Institutionen haben manchmal eine recht überschaubare Bereitschaft zu Veränderung und Wandel. Doch im heurigen Jahr gibt das Neujahrskonzert ein Debut zum Besten.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:75%">
<p>Mit dem <em>Ferdinandus-Walzer (op.10)</em> präsentierten die Philharmoniker unter dem Dirigat von Riccardo Muti erstmals in der Geschichte des Neujahrskonzertes das Werk einer Komponistin und Musikerin &#8211; der zum Zeitpunkt der Schaffung des Werkes 12-jährigen <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Constanze_Geiger" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Constanze_Geiger" target="_blank" rel="noopener">Constanze Therese Adelheid Geiger</a>.</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading" id="wunderkind-und-universaltalent">&#8222;Wunderkind&#8220; und Universaltalent</h4>



<p>Am 16. Oktober 1835 wurde <em>Konstantine Adelheid Theresia</em> (so weist sie das Taufbuch ungeachtet späterer Namensschreibungen aus) als Tochter des Komponisten Joseph Geiger und der Hofmodistin und Hutmacherin Theresia Rziha geboren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-St.-Peter-Taufbuch-3-Constanze-GEIGER-p.249.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="194" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-St.-Peter-Taufbuch-3-Constanze-GEIGER-p.249-1024x194.png" alt="" class="wp-image-2943" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-St.-Peter-Taufbuch-3-Constanze-GEIGER-p.249-1024x194.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-St.-Peter-Taufbuch-3-Constanze-GEIGER-p.249-300x57.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-St.-Peter-Taufbuch-3-Constanze-GEIGER-p.249-768x145.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-St.-Peter-Taufbuch-3-Constanze-GEIGER-p.249-1536x291.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-St.-Peter-Taufbuch-3-Constanze-GEIGER-p.249-1320x250.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-St.-Peter-Taufbuch-3-Constanze-GEIGER-p.249.png 1887w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Wien St.Peter &#8211; Taufbuch 3 &#8211; p.249</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:25%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Constanze-Geiger-Litho-Gabriel-Decker-1849.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="676" height="1023" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Constanze-Geiger-Litho-Gabriel-Decker-1849.jpg" alt="Constanze Geiger, Lithografie von Gabriel Decker, 1849" class="wp-image-2945" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Constanze-Geiger-Litho-Gabriel-Decker-1849.jpg 676w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Constanze-Geiger-Litho-Gabriel-Decker-1849-198x300.jpg 198w" sizes="auto, (max-width: 676px) 100vw, 676px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Gabriel Decker, Lithografie 1849</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Joseph Geiger war nicht nur Komponist sondern auch Musiklehrer des späteren Kaisers Franz Joseph. Constanze schien vom Vater erhebliches musikalisches Talent geerbt zu haben, sie galt als Wunderkind und wurde entsprechend nicht nur gefördert sondern auch vermarktet.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Der Vater, <em>&#8222;geprüfter Tonkünstler und Organist, gebürtig zu Fischamend im V U WW (Viertel unter dem Wiener Wald)&#8220;</em> hatte drei Jahre vor Constanzes Geburt Theresia Rziha, ihres Zeichens <em>&#8222;Putzarbeiterin allhier&#8220;</em>  geheiratet. </p>



<p>Die Trauung der Eltern fand in der Peterskirche statt und damit im Pfarrbezirk der Braut, die an der Adresse <em>Bauernmarkt #589</em> wohnte. Die Geburt der Tochter ist an der Adresse <em>Bauernmarkt #575</em> verzeichnet, in einem direkt an den Petersplatz angrenzenden Gebäude.</p>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:60%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/WIEN-Stadtplan-1858-Innere-Stadt-Auszug-Bauernmarkt.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="974" height="634" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/WIEN-Stadtplan-1858-Innere-Stadt-Auszug-Bauernmarkt.png" alt="" class="wp-image-2948" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/WIEN-Stadtplan-1858-Innere-Stadt-Auszug-Bauernmarkt.png 974w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/WIEN-Stadtplan-1858-Innere-Stadt-Auszug-Bauernmarkt-300x195.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/WIEN-Stadtplan-1858-Innere-Stadt-Auszug-Bauernmarkt-768x500.png 768w" sizes="auto, (max-width: 974px) 100vw, 974px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Stadtplan Wien 1858 &#8211; Auszug Innere Stadt</em></figcaption></figure>
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<p>Mit sechs Jahren gab sie ihre ersten Pianokonzerte, ab ihrem neunten Lebensjahr machte sie mit eigenen Kompositionen auf sich aufmerksam. Schon im Jahr 1844 wurde ihr op.1 bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Diabelli" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Diabelli" target="_blank" rel="noopener">Anton Diabelli</a> gedruckt und verlegt. 1845 erregte sie mit einer <em>Preghiera für Militärmusik</em>, die vom Artillerie-Musikcorps in der Kirche der Rennweg-Kaserne aufgeführt wurde, einiges Aufsehen. Positives, weil das Werk des jungen Mädchens gefiel und bewundert wurde, aber auch negatives, weil die Komposition von Militärmusik für eine Frau, geschweige denn ein Mädchen, als &#8222;unschicklich&#8220; galt.</p>



<p>Ähnlich wie Wolfgang Amadeus Mozart mit Vater Leopold ging auch sie schon als Mädchen auf Konzertreisen. 1847 unternahm sie mit ihrem Vater eine Reise nach Paris und London, wofür sie den &#8222;Abschieds-Walzer&#8220; komponierte, der unter anderem auch von <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Johann_Strauss_(Sohn)" target="_blank" rel="noopener">Johann Strauss (Sohn)</a> aufgeführt wurde. Nicht nur Wien, auch die Pariser Musikwelt war begeistert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large wp-duotone-unset-2"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Revue-et-Gazette-Musicale-Paris-1847-09-07.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="390" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Revue-et-Gazette-Musicale-Paris-1847-09-07-1024x390.png" alt="" class="wp-image-3010" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Revue-et-Gazette-Musicale-Paris-1847-09-07-1024x390.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Revue-et-Gazette-Musicale-Paris-1847-09-07-300x114.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Revue-et-Gazette-Musicale-Paris-1847-09-07-768x292.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Revue-et-Gazette-Musicale-Paris-1847-09-07.png 1237w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Revue et Gazette Musicale, Paris, 07. September 1845</figcaption></figure>



<div class="wp-block-columns has-border-color has-ast-global-color-6-border-color is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-5c8fb865 wp-block-columns-is-layout-flex" style="border-radius:4px">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Une charmante enfant de neufans, jeune pianiste qui quitte sa poupée pour se mettre au piano, vient d&#8217;arriver de Vienne. Nous avons entendu ma demoiselle Constance Geiger; nous avons vu des valses et même un Ave Maria de sa composition,et il est juste et facile de prédire un très grand avenir à cette enfant merveilleusement douée par la nature.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Ein reizendes neunjähriges Kind, eine junge Pianistin, die ihre Puppe verlässt um sich selbst ans Klavier zu setzen, ist gerade aus Wien eingetroffen. Wir haben das Fräulein Constance Geiger gehört, wir haben Walzer und sogar ein Ave Maria von ihr gesehen, und es ist richtig und leicht, diesem von der Natur wunderbar begabten Kind eine sehr große Zukunft zu prophezeien.</p>
</div>
</div>



<p></p>



<p>1848 folgte eine weitere Auszeichnung: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Maria_Anna" target="_blank" rel="noopener">Kaiserin Maria Anna von Österreich</a> nahm die Widmung ihrer Komposition &#8222;Ave Maria&#8220; an.<sup>1)</sup></p>



<p>Die Familie Geiger war mit der Familie Strauss gut bekannt. Johann Strauss (Vater) widmete Constanze 1845 sein op. 177, die Flora-Quadrille. Etliche ihrer Kompositionen wurden von Strauss Vater und Sohn aufgeführt und so entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung über viele Jahre.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="zwischen-begeisterung-und-spott">Zwischen Begeisterung und Spott</h4>



<p>Ab den 1850er Jahren ergänzte sie Komposition und Klavierspiel auch durch Auftritte als Schauspielerin. Die junge Frau trat hier auch als Pianistin auf und präsentierte dabei u. a. eigene Kompositionen. Sie gastierte damit auf weiteren Reisen u.A. in Krakau (1854), Berlin (1858), Hamburg (1859) und Frankfurt a. M. (1860). <sup>2)</sup> <br>Nicht nur in ihrer Heimatstadt wurde sie immer mehr als Universal-Talent geschätzt.</p>



<p>Doch die musikalische Rezeption Constanzes war zu ihrer Zeit durchaus zwiespältig. Eine Anerkennung als &#8222;große&#8220; Komponistin blieb ihr verwehrt &#8211; und das sicher nicht nur, weil sie keine &#8222;großen&#8220; Orchesterwerke wie Sinfonien, Sonaten oder Opern schrieb sondern sicherlich auch, weil sie eine Frau war. Dennoch erreichte sie erhebliche mediale Prominenz. Von beinahe andächtiger Würdigung ihres kindlichen Talentes bis hin zu Spottgedichten sind sehr unterschiedliche Reaktionen dokumentiert. Vor allem der Herausgeber der satirischen Zeitschrift &#8222;Der Humorist&#8220;,&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Gottlieb_Saphir" target="_blank" rel="noopener">Moritz Gottlieb Saphir</a>, nahm das &#8222;Wunderkind&#8220; und seine, in mancher Augen über die Maßen auf die Karriere des Sprösslings bedachte, Familie aufs Korn.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:38.1%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Allgemeine-Theaterzeitung-1844-12-07-Constanze-GEIGER-Wiener-Tagesblatt.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="429" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Allgemeine-Theaterzeitung-1844-12-07-Constanze-GEIGER-Wiener-Tagesblatt-1024x429.png" alt="" class="wp-image-2954" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Allgemeine-Theaterzeitung-1844-12-07-Constanze-GEIGER-Wiener-Tagesblatt-1024x429.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Allgemeine-Theaterzeitung-1844-12-07-Constanze-GEIGER-Wiener-Tagesblatt-300x126.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Allgemeine-Theaterzeitung-1844-12-07-Constanze-GEIGER-Wiener-Tagesblatt-768x322.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Allgemeine-Theaterzeitung-1844-12-07-Constanze-GEIGER-Wiener-Tagesblatt.png 1319w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Allgemeine Theaterzeitung &#8211; Originalblatt für Kunst, Literatur, Mode und geselliges Leben<br>Wien, Sonnabend den 7. December 1844</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:26%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Oesterreichische-Illustrirte-Zeitung-1854-02-06-Constanze-GEIGER-p.1135-7.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="506" height="685" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Oesterreichische-Illustrirte-Zeitung-1854-02-06-Constanze-GEIGER-p.1135-7.png" alt="" class="wp-image-2955" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Oesterreichische-Illustrirte-Zeitung-1854-02-06-Constanze-GEIGER-p.1135-7.png 506w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Oesterreichische-Illustrirte-Zeitung-1854-02-06-Constanze-GEIGER-p.1135-7-222x300.png 222w" sizes="auto, (max-width: 506px) 100vw, 506px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Österr. Illustrirte Zeitung<br>6. Februar 1854</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Der-Humorist-1850-05-16-Constanze-GEIGER-p.468.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="777" height="548" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Der-Humorist-1850-05-16-Constanze-GEIGER-p.468.png" alt="" class="wp-image-2956" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Der-Humorist-1850-05-16-Constanze-GEIGER-p.468.png 777w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Der-Humorist-1850-05-16-Constanze-GEIGER-p.468-300x212.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Der-Humorist-1850-05-16-Constanze-GEIGER-p.468-768x542.png 768w" sizes="auto, (max-width: 777px) 100vw, 777px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Der Humorist, 16. Mai 1850</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Die nachfolgende (unvollständige) Liste ihrer Werke konnte ich anhand von Ankündigungen und Veröffentlichungen in der zeitgenössischen Presse zusammenstellen:</p>



<p>op. 0x &#8211; Preghiera für Militärmusik<br>op. 04 &#8211; Ave Maria (1845) &#8211; Solo für Sopran mit Begleitung der Orgel<br>op. 05 &#8211; Meine liebste Blume (1846) &#8211; Lied für eine Singstimme mit Begleitung des Piano<br>op. 06 &#8211; Schlummerlied () &#8211; Gedicht von Grillparzer<br>op. 08 &#8211; Frühlingsträume (1847) &#8211; Walzer für Pianoforte<br>op. 09 &#8211; Abschieds-Walzer (1848) &#8211; Walzer für Pianoforte<br>op. 10 &#8211; Ferdinandus-Walzer <br>op. 14 &#8211; Radetzky-Marsch (1849)<br>op. 15 &#8211; Sehnsucht (1850) &#8211; Romanze<br>op. 17 &#8211; Ein Besuch in Maxing (1851) &#8211; Tongemälde<br>op. 18 &#8211; An meinen Stern (1851) &#8211; Romanze für Tenor<br>op. 21 &#8211; Einsame Fahrt (1852) &#8211; Gedicht von P. Palme<br>op. 22 &#8211; Nandl-Polka (1852)<br>op. 23 &#8211; Oberländler (1852)<br>op. 24 &#8211; Lanckoronsky-Marsch (1853)<br>op. 26 &#8211; Chinesen-Polka (1854)<br>op. 27 &#8211; Unbefriedigte Sehnsucht (1856) &#8211; Nocturne<br>op. 29 &#8211; Herzklopfer (1856) &#8211; Walzer <br>op. 31- An mein Gnadenbild (1858) &#8211; Gebet für die Zither<br>op. 3x &#8211; Der kaiserlichen Yacht &#8222;Fantasie&#8220; zum Geleite (1858) &#8211; Gebet</p>



<p>Mit ein Grund für den Spott dürfte neben einer medialen Omnipräsenz das energische Betreiben der Eltern gewesen sein, Zukunft und Karriere ihrer Tochter voranzutreiben.<sup>3)</sup> Selbst der <em>Aussiger Anzeiger</em>, angesiedelt fern der Habsburger-Metropole im heute tschechischen Usti nad Labem, nahe der Grenze zu Sachsen, zitierte anlässlich des Todes der Mutter wenig feinfühlig ein anderes Blatt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Es gab wol wenig Kreise in Wien, in denen man nicht, zum Mindesten dem Namen und den Thaten nach, die drastische Frau kannte, welche durch den Fanatismus ihrer Mutterliebe &#8211; freilich der verzeihlichste &#8211; zu einer förmlichen Berühmtheit gelangt war. Der Anekdoten über die &#8222;Mutter der Debütantin&#8220; gab es in Hülle und Fülle. Wie sie einen Theaterdirector um 1 Uhr nachts wecken ließ, weil ihre Tochter am nächsten Abend absolut auf seiner Bühne spielen müsse, wie sie eine sehr hohe Dame einmal allen Ernstes um ihren Schmuck blos für eine Vorstellung anging, in welcher ihre Tochter eine Fürstin zu spielen hätte, und deshalb fürstlicher Kleinoden bedürfe u. dergl. m.</em></p>
<cite><em>Aussiger Anzeiger, 11.03.1865</em></cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading" id="das-goldene-lamm">Das goldene Lamm</h4>



<p>Zum Bestreben der Mutter dürfte auch die bestmögliche Verheiratung ihrer künstlerisch so vielfältig begabten Tochter gehört haben. Gegen Ende der 1850er Jahre sollte sich Constanzes Leben in vieler Hinsicht ändern. Eine zentrale Rolle spielte darin das <em>Gasthaus zum goldenen Lamm</em>.</p>



<p>Das Gebäude mit der Konskriptionsnummer 581 beherbergt heute an der Adresse Praterstraße 1-7 in einem von Jean Nouvel errichteten Gebäude das Sofitel Vienna. Zu seiner Zeit war es eine der angesehensten Unterkünfte Wiens und <em>&#8222;beherbergte des öfteren illustre Gäste (so&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Heinrich_Laube" target="_blank" rel="noopener">Heinrich Laube</a>,&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Otto_von_Bismarck" target="_blank" rel="noopener">Otto von Bismarck</a>, Hoffmann von Fallersleben).&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Adolf_B%C3%A4uerle" target="_blank" rel="noopener">Adolf Bäuerle</a>, der Herausgeber der „Theater-Zeitung&#8220;, war Stammgast,&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Josefine_Gallmeyer" target="_blank" rel="noopener">Josefine Gallmeyer</a>&nbsp;veranstaltete in den 60er Jahren hier ihre Abendgesellschaften (zu denen auch&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Jacques_Offenbach" target="_blank" rel="noopener">Jacques Offenbach</a>,&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Anton_Ascher" target="_blank" rel="noopener">Anton Ascher</a>,&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Eduard_von_Bauernfeld" target="_blank" rel="noopener">Eduard von Bauernfeld</a>&nbsp;und später&nbsp;<a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Franz_Jauner" target="_blank" rel="noopener">Franz Jauner</a>&nbsp;kamen)&#8220;</em> <sup>4)</sup></p>



<p>Auch Frederic Chopin wohnte im Jahr 1830 kurz im Goldenen Lamm (nachdem ihm das Essen im Hotel &#8222;Zur Stadt London&#8220; zu salzig war) bevor er am Kohlmarkt eine neue Residenz fand. <sup>5)</sup></p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:55%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wien-Stadtplan-1858-Ausschnitt-Praterstrasse.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="859" height="445" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wien-Stadtplan-1858-Ausschnitt-Praterstrasse.png" alt="" class="wp-image-2965" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wien-Stadtplan-1858-Ausschnitt-Praterstrasse.png 859w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wien-Stadtplan-1858-Ausschnitt-Praterstrasse-300x155.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wien-Stadtplan-1858-Ausschnitt-Praterstrasse-768x398.png 768w" sizes="auto, (max-width: 859px) 100vw, 859px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Stadtplan Wien (1858, auf wien.gv.at</em>)<br><em>Auszug Donaukanal / Praterstraße /  Taborstraße</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:45%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Alt-Rudolf-von-Zum-goldenen-Lamm-1850.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="702" height="479" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Alt-Rudolf-von-Zum-goldenen-Lamm-1850.jpg" alt="" class="wp-image-2967" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Alt-Rudolf-von-Zum-goldenen-Lamm-1850.jpg 702w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Alt-Rudolf-von-Zum-goldenen-Lamm-1850-300x205.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 702px) 100vw, 702px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Gasthaus zum goldenen Lamm, Lithographie 1850</em><br><em>Franz Xaver Sandmann, Rudolf von Alt</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Die Familie Strauss, mit der Constanze und ihre Familie sehr verbunden war, entstammte der Leopoldstadt und wohnte mehr oder weniger um die Ecke im <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/johann-strauss-und-der-opernball/" data-type="post" data-id="837">&#8222;Hirschenhaus&#8220;</a> in der Taborstraße. Auch das Carl-Theater in der Jägerzeile (Praterstraße) war für die Schauspielerin und Musikerin sicherlich von Interesse. Ob sie auch Johann Strauss im Goldenen Lamm getroffen hat ist nicht überliefert, doch ein Besuch in diesem Gasthof sollte Folgen haben: Es wird überliefert, dass Constanze dort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha" target="_blank" rel="noopener">Leopold Prinz von Sachen-Coburg-Gotha-Koháry</a> getroffen hat.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="grillenbanner-morganatischen-ehe">Grillenbanner + morganatische Ehe</h4>



<p>Aus Constanze und Leopold wurde irgendwann in der zweiten Hälfte der 1850er Jahre ein Paar, wobei ich weder zur ersten Begegnung noch zum Beginn der Liebesbeziehung präzisere Quellen finden konnte. </p>



<p>Was Familie, Stand und Namen betraf erfüllte dieser Mann wohl die kühnsten Träume der Mutter. Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_II._(Portugal)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_II._(Portugal)" target="_blank" rel="noopener">Bruder</a>: Titularkönig von Portugal. Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_I._(Belgien)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_I._(Belgien)" target="_blank" rel="noopener">Onkel</a>: König von Belgien. Der Vater: Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha-Koháry und hochdekorierter Offizier der k&amp;k Armee. Er selbst war von der Mutter der spanischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isabella_II._(Spanien)" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Isabella_II._(Spanien)" target="_blank" rel="noopener">Königin Isabella II</a> als deren Ehemann vorgeschlagen worden &#8211; ein Arrangement dass nur durch politische Turbulenzen verhindert wurde.</p>



<p>Im Jahr 1859 verzeichnet der k.&amp;k. Militärschematismus die Ernennung des 35-jährigen zum Generalmajor beim Infanterieregiment Nr. 59 Erzherzog Rainer (mit Station in Salzburg). In diesem Rang quittierte er auch den aktiven Militärdienst. </p>



<p>Die Beziehung zwischen Constanze und Leopold soll schon Jahre bestanden haben als in der Pfarre Unsere liebe Frau zu den Schotten am 12.10.1860 die Geburt des Sohnes <em>Franz Ferdinand Leopold</em> am Wohnort Hohe Brücke #145 dokumentiert wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Taufbuch-4-Franz-Assis-GEIGER-1860-p.69.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="126" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Taufbuch-4-Franz-Assis-GEIGER-1860-p.69-1024x126.png" alt="" class="wp-image-2973" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Taufbuch-4-Franz-Assis-GEIGER-1860-p.69-1024x126.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Taufbuch-4-Franz-Assis-GEIGER-1860-p.69-300x37.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Taufbuch-4-Franz-Assis-GEIGER-1860-p.69-768x95.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Taufbuch-4-Franz-Assis-GEIGER-1860-p.69-1536x190.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Taufbuch-4-Franz-Assis-GEIGER-1860-p.69-1320x163.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Taufbuch-4-Franz-Assis-GEIGER-1860-p.69.png 1831w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Wien 01 &#8211; Unsere Liebe Frau zu den Schotten &#8211; Taufbuch 54 &#8211; p.69</em></figcaption></figure>



<p>Leopold von Sachsen-Coburg-Gotha ist im Eintrag als Vater vermerkt, ebenfalls findet sich die Legitimierung durch die spätere Heirat. Auffällig ist jedoch, dass die Einträge zu Vater, Legitimierung UND MUTTER mit einer anderen Handschrift erfolgten als Datum, Name des Kindes und Wohnort &#8211; und dass im Feld Mutter ursprünglich ein anderer Name eingetragen war, der in Folge durchgestrichen wurde. </p>



<p>So erfreut wohl das Mutterherz gewesen sein mag &#8211; die hochadelige Familie hatte mit der nicht-standesgemäßen Beziehung wenig Freude. </p>



<p>Die weitere Entwicklung entbehrt nicht einer gewissen Komik. Anfang Februar 1861 widmete Johann Strauss dem Prinzen sein op. 247, den &#8222;Grillenbanner-Walzer&#8220;.  </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:60%">
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="669" height="335" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Fremdenblatt-1861-02-06-Johann-Strauss-Grillenbanner-Walzer-p.11.png" alt="" class="wp-image-2977" style="width:712px;height:auto" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Fremdenblatt-1861-02-06-Johann-Strauss-Grillenbanner-Walzer-p.11.png 669w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Fremdenblatt-1861-02-06-Johann-Strauss-Grillenbanner-Walzer-p.11-300x150.png 300w" sizes="auto, (max-width: 669px) 100vw, 669px" /></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="480" height="372" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/STRAUSS-Johann-1861-Deckblatt-Grillenbanner-Walzer-mit-Dedikation.png" alt="" class="wp-image-2978" style="width:556px;height:auto" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/STRAUSS-Johann-1861-Deckblatt-Grillenbanner-Walzer-mit-Dedikation.png 480w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/STRAUSS-Johann-1861-Deckblatt-Grillenbanner-Walzer-mit-Dedikation-300x233.png 300w" sizes="auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px" /></figure>
</div>
</div>



<blockquote class="wp-block-quote has-small-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>&#8230;Die Wortbedeutung hat nichts mit den gleichnamigen Insekten (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Grillen" target="_blank" rel="noopener">Grillen</a>) zu tun; sie bezieht sich auf die zweite Wortbedeutung, nämlich Ärger oder Laune.&nbsp;Ebenso bezieht sich der zweite Wortteil nicht auf ein&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Banner_(Fahne)" target="_blank" rel="noopener">Banner</a>&nbsp;im Sinne einer Flagge, sondern ist die Substantivierung von&nbsp;(ver-)bannen. Mit dem Walzer sollte dem Namen nach also Ärger vertrieben werden. Konkret handelte es sich hierbei um den Ärger, den sich&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha" target="_blank" rel="noopener">Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha</a>&nbsp;(1824–1884) durch seine nicht standesgemäße Heirat mit&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Constanze_Geiger" target="_blank" rel="noopener">Constanze Geiger</a>&nbsp;(1835–1890) einhandelte. Constanze, selbst Musikerin, war eine gute Bekannte von Johann Strauss. Dieser unterstützte die Hochzeit und widmete den Walzer demonstrativ dem Prinzen Leopold. Durch ein Einlenken der Familie des Prinzen wurde dieser Streit im Hause Sachsen-Coburg und Gotha dann beigelegt</em></p>
<cite><em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grillenbanner" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Grillenbanner" target="_blank" rel="noopener">Wikipedia &#8211; Grillenbanner-Walzer</a></em></cite></blockquote>



<p>Ob die demonstrative Widmung einen entscheidenden Einfluss auf die Geschicke von Constanze und Leopold hatte ist wohl kaum zu sagen. Das Stück kam jedenfalls sowohl beim Publikum als auch beim Prinzen gut an. Johann Strauss und der Verleger, Carl Haslinger, wurden vom Prinzen, <em>&#8222;der die Dedikation des Werkes anzunehmen geruhte&#8220;</em> mit edelstein-besetzten Tuchnadeln beschenkt. Nachdem nur 2 Monate nach der Uraufführung die Hochzeit des Paares bei den Schotten stattfand, ist anzunehmen, dass im Februar die Heirat schon in Vorbereitung war. Vielleicht war die subtile Botschaft von Johann Strauss auch mehr für die Familie des Prinzen gedacht. </p>



<p>Die Trauung fand am 23. April 1861 bei in der Pfarre &#8222;Unsere liebe Frau zu den Schotten&#8220; statt &#8211; als Trauzeugen fungierten der Musikverleger <em>Carl Haslinger</em> sowie ein <em>J.B. Streicher, Hof und Kammer Pianoforte Verfertiger</em>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Trauungsbuch-2-Constanze-GEIGER.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="373" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Trauungsbuch-2-Constanze-GEIGER-1024x373.png" alt="" class="wp-image-2983" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Trauungsbuch-2-Constanze-GEIGER-1024x373.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Trauungsbuch-2-Constanze-GEIGER-300x109.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Trauungsbuch-2-Constanze-GEIGER-768x280.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Trauungsbuch-2-Constanze-GEIGER-1536x560.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Trauungsbuch-2-Constanze-GEIGER-1320x481.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-01-Schotten-Trauungsbuch-2-Constanze-GEIGER.png 1870w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Wien 01 &#8211; Unsere Liebe Frau zu den Schotten &#8211; Trauungsbuch 48 &#8211; p.14</em></figcaption></figure>



<p>Bei Constanze ist als frühere Wohnadresse noch die Hohe Brücke #145 zu finden, die auch im Taufbuch-Eintrag ihres Sohnes eingetragen war. Anderseits weist das Trauungsbuch für die beiden bereits den gleichen Wohnsitz aus: <em>&#8222;Melkerbastei #1166 seit Micha. 1860&#8220;</em> <br>Michaeli (29.09.) wäre allerdings noch VOR der Geburt des kleinen Franz am 12.10. gelegen&#8230;</p>



<p>In der Familie Sachsen-Coburg-Gotha war der Ärger groß. Je nach Quelle erfuhr das Familienoberhaupt derer von Sachen-Coburg-Gotha von der Trauung erst aus der Zeitung oder blieb die Familie demonstrativ der Hochzeit fern. Prinzgemahl Albert von Großbritannien (1819-1861) schrieb jedenfalls an seinen im Wiener Palais Coburg lebenden Cousin (und Bruder Leopolds) Prinz August von Sachsen-Coburg und Gotha im Mai 1861:<sup>6)</sup></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>»Lieber August<br>Ich schicke dir hiermit die Listen von einigen kleinen Gegenständen, welche Victoria von dem Nachlasse deiner seeligen Tante [Mutter von Queen Victoria: Victoire Herzogin von Kent, 1786-1861, geb. Prinzessin v. Sachsen-Coburg-Saalfeld] für dich und die deinigen ausgesucht hat und dich bittet als Andenken an die theure Verewigte annehmen und … vertheilen zu wollen. Die Gegenstände selbst werden, hoffe ich, bald in deine Hände kommen. –<br><br>Deinem Bruder Leopold hatten wir (ich muss es gestehen) das Herz nicht in diesem Augenblicke ein Andenken an die … der Familie zu schicken, welche die Ehre und Stellung des Hauses gehoben und werth gehalten haben, da wir wissen dass der unüberlegte Schritt den er gethan zu haben scheint, der armen seeligen Mama sehr weh gethan haben würde, wie seinem Vater, wenn er noch lebte. – Bitte sage ihm nichts hiervon, denn wir möchten lieber ganz ignoriren, was wir so sehr mißbilligen müssen. <br><br>Dir wird das Ignoriren der Nähe halber schwerer fallen. &#8211;<br><br>Ewig Dein treuer Vetter Albert<br>Buckingham Palace<br>May 17. 1861«</em></p>
</blockquote>



<p>Doch letztlich rang sich die Familie zur Versöhnung und zur Akzeptanz einer morganatischen Ehe durch und Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha erhob Constanze 1862 in den Rang einer Freifrau von Ruttenstein (einem Besitz der Familie bei Grein/OÖ.), womit der Standesunterschied etwas ausgeglichen oder kaschiert wurde.</p>



<p>Eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Morganatische_Ehe" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Morganatische_Ehe" target="_blank" rel="noopener">morganatische Ehe</a> bezeichnete in europäischen Fürstenhäusern eine eheliche Verbindung, in der ein Teil als nicht &#8222;standesgemäß&#8220; oder &#8222;ebenbürtig&#8220; angesehen wurde. Die aus ihr hervorgegangenen Kinder waren legitime Nachkommen des &#8222;höherrangigen&#8220; Elternteils (häufig des Vaters), waren jedoch wie dieser selbst zumeist nicht erbberechtigt für vom Kaiser vergebene Lehen bzw. nicht thronfolgeberechtigt. Privates Vermögen und die Versorgung der Hinterbliebenen konnte unabhängig davon testamentarisch geregelt werden. <sup>7)</sup></p>



<h4 class="wp-block-heading" id="ruckzug-aus-der-offentlichkeit"> Rückzug aus der Öffentlichkeit</h4>



<p>Nach der Heirat zog sich Constanze aus dem Musik- und Theaterleben zurück. Ihre Werke wurden zwar weiterhin aufgeführt (zumeist unter Verwendung ihres Mädchennamens) doch neue Kompositionen sind nicht mehr belegt.<sup>8)</sup> Die freundschaftliche Verbindung zur Familie Strauss bestand jedoch weiter und Constanze bewirkte bei Herzog Ernst auch die Verleihung eines Ordens für Johann Strauss.</p>



<p>Das Paar lebte im Schloss Friedrichsthal bei Gotha, in Paris in der neu erbauten »Villa Constance« in der Rue Pergolese und in Wien immer im »Gasthof Zum Goldenen Lamm«, Praterstraße 7 in der Leopoldstadt am Donaukanal mit Blick zur Wiener Innenstadt, nur wenige hundert Meter vom »Palais Coburg« entfernt. <sup>9)</sup></p>



<p>In der Wohnung Hohe Brücke #145 lebten nach ihrer Vermählung offenbar ihre Eltern, denn ihr Vater verstarb an eben dieser Adresse am 09.12.1861 an <em>&#8222;Erschöpfung der Kräfte&#8220;</em>.</p>



<p>Im Jahr 1884 verstarb Leopold, offenbar bei einem Besuch in Wien, genau im Gasthof zum goldenen Lamm. Im Unterschied zu ländlichen Gemeinden, in denen das Sterbebuch der Pfarre zumeist die einzige verfügbare Quelle ist, stehen in Wien den Forschenden gleich mehrere Quellen zur Verfügung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Totenbeschauprotokolle</li>



<li>Das daraus konsolidierte Verzeichnis der Verstorbenen (&#8222;Totenverzeichnis&#8220;)</li>



<li>Die Sterbebücher der Pfarren</li>
</ul>



<p>Zu Leopold finden wir korrespondierende Einträge aus allen drei Quellen. Das Totenbeschauprotkoll verrät uns in der letzten Spalte, dass eine Überführung nach Coburg geplant war. Dies passt zum Sterbebuch, in dem das Begräbnis mit dem 23. Mai 1884 angegeben ist mit dem Vermerk: <em>&#8222;Beigesetzet bis zur Transportierung in der Todtenkammer ehem. Barmh. Schwestern allhier.&#8220;</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Totenbeschauprotokoll-P-Sch-1884-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-p.365.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="215" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Totenbeschauprotokoll-P-Sch-1884-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-p.365-1024x215.png" alt="" class="wp-image-2994" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Totenbeschauprotokoll-P-Sch-1884-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-p.365-1024x215.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Totenbeschauprotokoll-P-Sch-1884-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-p.365-300x63.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Totenbeschauprotokoll-P-Sch-1884-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-p.365-768x161.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Totenbeschauprotokoll-P-Sch-1884-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-p.365-1536x322.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Totenbeschauprotokoll-P-Sch-1884-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-p.365-1320x277.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Totenbeschauprotokoll-P-Sch-1884-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-p.365.png 1563w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Totenbeschauprotokoll 1884 (P-Sch) &#8211; p.164</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wiener-Totenverzeichnisse-1868-1942-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-1884-p.164.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="228" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wiener-Totenverzeichnisse-1868-1942-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-1884-p.164-1024x228.png" alt="" class="wp-image-2995" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wiener-Totenverzeichnisse-1868-1942-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-1884-p.164-1024x228.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wiener-Totenverzeichnisse-1868-1942-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-1884-p.164-300x67.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wiener-Totenverzeichnisse-1868-1942-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-1884-p.164-768x171.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wiener-Totenverzeichnisse-1868-1942-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-1884-p.164-1320x293.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Wiener-Totenverzeichnisse-1868-1942-Leopold-Sachsen-Coburg-Gotha-1884-p.164.png 1444w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-02-St.-Josef-Sterbebuch-7-Leopold-SACHSEN-COBURG-GOTHA-p.223-Auszug.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="175" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-02-St.-Josef-Sterbebuch-7-Leopold-SACHSEN-COBURG-GOTHA-p.223-Auszug-1024x175.png" alt="" class="wp-image-2998" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-02-St.-Josef-Sterbebuch-7-Leopold-SACHSEN-COBURG-GOTHA-p.223-Auszug-1024x175.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-02-St.-Josef-Sterbebuch-7-Leopold-SACHSEN-COBURG-GOTHA-p.223-Auszug-300x51.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-02-St.-Josef-Sterbebuch-7-Leopold-SACHSEN-COBURG-GOTHA-p.223-Auszug-768x131.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-02-St.-Josef-Sterbebuch-7-Leopold-SACHSEN-COBURG-GOTHA-p.223-Auszug-1536x263.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-02-St.-Josef-Sterbebuch-7-Leopold-SACHSEN-COBURG-GOTHA-p.223-Auszug-1320x226.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Pfarre-Wien-02-St.-Josef-Sterbebuch-7-Leopold-SACHSEN-COBURG-GOTHA-p.223-Auszug.png 1904w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Wien 02 &#8211; St. Josef &#8211; Sterbebuch 7 &#8211; p.223 (Auszug)</em></figcaption></figure>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p>Kleines Detail in der Rubrik  &#8222;Name des Gestorbenen&#8220;: <br>Hier wurde dem ursprünglichen Eintrag, der den Stand als &#8222;Verehelicht&#8220; angab, noch mit Bleistift ein Fragezeichen hinzugefügt. Von wem und wann auch immer.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p><em>Se. Hoheit Prinz Leopold von<br>Sachsen &#8211; Coburg &#8211; Gotha, k.k. Ge<br>neralmajor a.D. von Wien <br>gebürtig u. zuständig<br>Verehelicht</em></p>
</div>
</div>



<p>Die morganatische Ehe zwischen Leopold und Constanze hat mit Sicherheit ihren Sohn von der Thronfolge das Hauses Sachsen-Coburg und Gotha ausgeschlossen und umfasste möglicherweise auch keine besondere finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen des Prinzen.</p>



<p>Doch Vereinbarungen kann man auch bestreiten und das scheint der junge Franz von Ruttenstein nach dem Ableben seines Vaters auch getan zu haben. So gibt es im Staatsarchiv Gotha Signatureinträge zur<em> &#8222;Strittige(n) Führung des Titels Prinz durch Frhr. Franz<br>von Ruttenstein sowie weitere Ansprüche auf das Erbe seines Vaters Prinz Leopold von Sachsen-Coburg-Koháry (unstandesgemäße Ehe mit Konstanze Geiger&#8220;</em>. Ich konnte diese Akten bisher nicht einsehen &#8211; R. Braun schreibt dazu:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-small-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>Das aufwendige Leben hatte das Vermögen weitgehend aufgebraucht. Constanze und Sohn Franz baten in Coburg um Unterstützung. Sie besaßen keinerlei Erbansprüche an das Haus Coburg. Nach längeren Auseinandersetzungen zwischen den Parteien setzte der Wiener Prinz Philipp von Sachsen-Coburg und Gotha seinem Vetter Franz Ruttenstein eine lebenslängliche Rente von jährlich 10.000 Gulden aus</em></p>
<cite><em>Braun, Ralf &#8211; <a href="http://ralph-braun.com/wp-content/uploads/2011/06/kulturaustausch.pdf" data-type="link" data-id="http://ralph-braun.com/wp-content/uploads/2011/06/kulturaustausch.pdf" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Prinz Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha (Wien) &#8211; Constanze Freifrau von Ruttenstein, geb. Geiger, und Johann Strauss&#8220;</a> (2007)</em></cite></blockquote>



<p>Constanze lebte nach dem Tod ihres Mannes in Paris und verstarb im Jahr 1890 in Dieppe. In Frankreich wurde bereits sehr früh damit begonnen, die offizielle Personenstandsführung von staatlichen Stellen vornehmen zu lassen. Damit finden sich nicht nur in Großstädten wie Paris <em>Registres Etat Civil</em>, die für die Ahnenforschung herangezogen werden können. Der Sterbe-Eintrag enthält sowohl ihre Pariser Adresse (Rue de Pergolese #48) als auch ihre Anschrift in Dieppe (Rue Aquado &#8211; Hotel Royal),</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/DIEPPE-Registration-civile-Acte-Deces-Constanze-GEIGER-1890-481-p.267.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="735" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/DIEPPE-Registration-civile-Acte-Deces-Constanze-GEIGER-1890-481-p.267-735x1024.png" alt="" class="wp-image-3022" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/DIEPPE-Registration-civile-Acte-Deces-Constanze-GEIGER-1890-481-p.267-735x1024.png 735w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/DIEPPE-Registration-civile-Acte-Deces-Constanze-GEIGER-1890-481-p.267-215x300.png 215w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/DIEPPE-Registration-civile-Acte-Deces-Constanze-GEIGER-1890-481-p.267-768x1070.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/DIEPPE-Registration-civile-Acte-Deces-Constanze-GEIGER-1890-481-p.267.png 816w" sizes="auto, (max-width: 735px) 100vw, 735px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Dieppe &#8211; Registres Etat Civil &#8211; Décès &#8211; #481</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:38%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="681" height="961" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Cimitiere-Montmartre-Grab-von-Constanze-GEIGER-div.16.png" alt="" class="wp-image-3056" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Cimitiere-Montmartre-Grab-von-Constanze-GEIGER-div.16.png 681w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2025/01/Cimitiere-Montmartre-Grab-von-Constanze-GEIGER-div.16-213x300.png 213w" sizes="auto, (max-width: 681px) 100vw, 681px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Grabmal von Constanze Geiger am Friedhof Montmartre, Paris</em></figcaption></figure>



<p>Die Komponistin liegt in einer Gruft am Friedhof Montmarte begraben, dem gleichen Friedhof, auf dem auch Edgar Degas liegt, über den ich <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/auf-den-spuren-von-edgar-degas/" data-type="post" data-id="1491">an anderer Stelle</a> bereits berichtet habe.</p>
</div>
</div>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading" id="wiederentdeckung">Wiederentdeckung</h4>



<p>Die Wiederentdeckung der vergessenen Künstlerin geht wohl zu einem großen Teil auf das Konto von <a href="https://raimundlissy.at/" data-type="link" data-id="https://raimundlissy.at/" target="_blank" rel="noopener">Raimund Lissy</a>, Vorgeiger der zweiten Violinen der Wiener Philharmoniker. Zeitgerecht zum Neujahrskonzert 2024 erschien von ihm auch die Biografie &#8222;Es liegt ein Zauber über diesem Wunderkinde&#8220; über Constanze Geiger. Darüber hinaus hat er auch mehrere Werke der Künstlerin aufgenommen und auf Youtube publiziert.<sup>10)</sup></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wien Geschichte Wiki &#8211; <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Constanze_Geiger" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Constanze_Geiger" target="_blank" rel="noopener">Constanze Geiger</a></li>



<li>Sophie Drinker Institut: <a href="https://www.sophie-drinker-institut.de/geiger-constanze" data-type="link" data-id="https://www.sophie-drinker-institut.de/geiger-constanze" target="_blank" rel="noopener">Constanze Geiger</a></li>



<li>Braun, Ralf &#8211; <a href="http://ralph-braun.com/wp-content/uploads/2011/06/kulturaustausch.pdf" data-type="link" data-id="http://ralph-braun.com/wp-content/uploads/2011/06/kulturaustausch.pdf" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Prinz Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha (Wien) &#8211; Constanze Freifrau von Ruttenstein, geb. Geiger, und Johann Strauss&#8220;</a> (2007) in &#8222;Zwanzig Jahre internationale Coburger Begegnungen&#8220;</li>



<li>Wien Geschichte Wiki &#8211; <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zum_goldenen_Lamm_(2)" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zum_goldenen_Lamm_(2)" target="_blank" rel="noopener">Zum goldenen Lamm</a></li>



<li>Michael Lorenz: <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zum_goldenen_Lamm_(2)" data-type="link" data-id="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zum_goldenen_Lamm_(2)" target="_blank" rel="noopener">A Godson of Frédéric Chopin</a></li>



<li>Braun, Ralf &#8211; ebd., p.31</li>



<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Morganatische_Ehe" target="_blank" rel="noopener">Morganatische Ehe – Wikipedia</a></li>



<li>Sophie Drinker Institut: ebd.</li>



<li>Braun, Ralf &#8211; ebd., p.33</li>



<li>Drehpunkt Kultur: <a href="https://www.drehpunktkultur.at/index.php/literatur/buchbesprechungen/18293-wiederentdeckte-universalkuenstlerin" data-type="link" data-id="https://www.drehpunktkultur.at/index.php/literatur/buchbesprechungen/18293-wiederentdeckte-universalkuenstlerin" target="_blank" rel="noopener">Buchbesprechung</a> </li>
</ol>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-default"/>



<p></p>



<details class="wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow" open><summary>Neugierig geworden? </summary>  
  
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		<title>Gertrud Ederle &#8211; &#8222;Trudy&#8220;, die junge Frau und das Meer</title>
		<link>https://meinevorfahren.at/prominente/gertrud-trudy-ederle/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2024 00:31:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Prominente]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Die junge Frau und das Meer&#8220; oder &#8222;queen of the waves&#8220; Der erst im Mai erstmals ausgestrahlte Film &#8222;Die junge Frau und das Meer&#8220; (USA, 2024) erzählt die Geschichte einer jungen Sportlerin, die sich allen Widerständen und Geschlechterklischees zum Trotz in den 1920er-Jahren in den Kopf gesetzt hat, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Sie wird diese [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-rank-math-toc-block" id="rank-math-toc"><h2>Inhalt</h2><nav><ul><li><a href="#die-junge-frau-und-das-meer-oder-queen-of-the-waves">&#8222;Die junge Frau und das Meer&#8220; oder &#8222;queen of the waves&#8220;</a></li><li><a href="#kirchengemeinschaften-in-new-york">Kirchengemeinschaften in New York</a></li><li><a href="#das-ende-von-kleindeutschland">Das Ende von &#8222;Kleindeutschland&#8220;</a></li><li><a href="#einwanderung-einburgerung-reisepass">Einwanderung, Einbürgerung, Reisepass</a><ul><li><a href="#exkurs-das-geburtsjahr">Exkurs: Das Geburtsjahr</a></li></ul></li><li><a href="#bissingen-an-der-teck">Bissingen an der Teck</a></li><li><a href="#konfirmandenregister">Konfirmandenregister</a></li><li><a href="#familienregister">Familienregister</a></li><li><a href="#fazit">Fazit</a></li></ul></nav></div>



<h4 class="wp-block-heading" id="die-junge-frau-und-das-meer-oder-queen-of-the-waves">&#8222;Die junge Frau und das Meer&#8220; oder &#8222;queen of the waves&#8220;</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ein junges Mädchen schwimmt Anfang des vorigen Jahrhunderts rund um einen Steg am Strand von Coney Island</li>



<li>Eine Jugendliche schaufelt Kohlen, um am Schwimmunterricht für Frauen teilnehmen zu dürfen</li>



<li>Eine junge Frau mit roter Badekappe wirft sich, eingefettet mit Olivenöl, Fett und Schmalz, ins Wasser des Ärmelkanals</li>



<li>Eine völlig erschöpfte Athletin mobilisiert ihre letzten Reserven, als sie die Leuchtfeuer an der britischen Küste erkennt, <br>die ihr den Weg zum Überleben und zu einem unglaublichen  Rekord weisen.</li>
</ul>



<div class="wp-block-columns has-ast-global-color-6-background-color has-background is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p>Der erst im Mai erstmals ausgestrahlte Film <strong>&#8222;Die junge Frau und das Meer&#8220;</strong> (USA, 2024) erzählt die Geschichte einer jungen Sportlerin, die sich allen Widerständen und Geschlechterklischees zum Trotz in den 1920er-Jahren in den Kopf gesetzt hat, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Sie wird diese Leistung, die in der damaligen Zeit für eine Frau für unmöglich gehalten wurde, mit einer Schwimmstrecke von 56 km in 14,5 Stunden schaffen &#8211; 2h schneller als der bis dahin schnellste Mann &#8211; und in der Heimat mit einer Konfettiparade von geschätzt 2 Mio. Menschen empfangen.</p>



<p>Doch was kümmert einen österreichischen Ahnenforscher die Geschichte einer amerikanischen Schwimmerin?</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="559" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Gertrud-Trudy-Ederle-Die-Zeit-1-1024x559.png" alt="" class="wp-image-2901" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Gertrud-Trudy-Ederle-Die-Zeit-1-1024x559.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Gertrud-Trudy-Ederle-Die-Zeit-1-300x164.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Gertrud-Trudy-Ederle-Die-Zeit-1-768x420.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Gertrud-Trudy-Ederle-Die-Zeit-1.png 1124w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Gertrud &#8222;Trudy&#8220; Ederle &#8211; (C) Sammlung Eggers</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Der Film erzählt die Geschichte von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Gertrude_Ederle" data-type="link" data-id="https://en.wikipedia.org/wiki/Gertrude_Ederle" target="_blank" rel="noopener">Gertrud Caroline Ederle</a>, Tochter deutscher Auswanderer, geboren in New York und hier ist der Punkt, an dem das Trüffelschwein im Forscher beginnt, an der Leine zu zerren. Welche Dokumente findet man zu dieser jungen Frau und ihren Eltern? Welche unterschiedlichen Quellen und welche Arten von Nachweisen belegen die Geschichte ihrer Familie?</p>



<p>Wikipedia nennt mir als Geburtsdatum den 23. Oktober 1905, das gleiche Datum, das ich in einigen Zeitungsartikeln über &#8222;Trudy&#8220; finde. Doch es wird sich herausstellen, dass exakt das Geburtsdatum mir die größten Probleme bereiten wird.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="kirchengemeinschaften-in-new-york">Kirchengemeinschaften in New York</h4>



<p>Sehr häufig sind es die kirchlichen Aufzeichnungen der Religionsgemeinschaften, die uns die Grundlage für die Ahnenforschung bieten. In weiten Teilen Österreichs ist es dabei keine große Frage, wo man suchen muss, weil die erste Anlaufstelle üblicherweise die Matriken der katholischen Kirche sind (und andere zumeist auch gar nicht existent waren) . In anderen Gegenden Europas gestaltet sich das nicht so klar und eindeutig, und dort ist zumeist die erste Frage, die geklärt werden muss, welcher Kirche die gesuchte Person angehörte. </p>



<p>Neben der Zugehörigkeit zu einer Religion bestimmte der Wohnort &#8211; und dort die zuständige Pfarre &#8211; wo die kirchlichen Aufzeichnungen geführt wurden. In Großstädten wie z.B. Wien ist es ohne zusätzliche Hilfsmittel wie genealogische Datenbanken, die Geburten, Trauungen und Sterbefälle über Pfarrgrenzen hinweg durchsuchbar machen, eine extrem mühsame Aufgabe, ein einzelnes Ereignis zu finden, wenn man nicht zumindest den Bezirk oder die Pfarre weiß &#8211; selbst wenn das genaue Datum bekannt ist!</p>



<p>Was in Wien ein Problem ist, wird in New York zur Mammutaufgabe. Eine <em>große Anzahl</em> an Kirchen und Pfarren gab und gibt es auch in europäischen Städten.</p>



<p>Aber während in Wien die räumliche Zuständigkeit der Pfarrsprengel (trotz einiger Veränderungen) zumeist klar abgegrenzt war, finden sich in Manhattan rund 120 Pfarren, die im weiteren Sinn der Kategorie &#8222;deutsche Kirchen&#8220; zuzurechnen sind, zum Teil in nächster Nähe zueinander sowie eine ähnliche Anzahl an katholischen Kirchen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="805" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/HABERSTROH-Richard-German-Churches-of-Metropolitan-New-York-Church-Locations-p.118-119-1024x805.png" alt="" class="wp-image-2784" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/HABERSTROH-Richard-German-Churches-of-Metropolitan-New-York-Church-Locations-p.118-119-1024x805.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/HABERSTROH-Richard-German-Churches-of-Metropolitan-New-York-Church-Locations-p.118-119-300x236.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/HABERSTROH-Richard-German-Churches-of-Metropolitan-New-York-Church-Locations-p.118-119-768x604.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/HABERSTROH-Richard-German-Churches-of-Metropolitan-New-York-Church-Locations-p.118-119-1320x1038.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/HABERSTROH-Richard-German-Churches-of-Metropolitan-New-York-Church-Locations-p.118-119.png 1535w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Haberstroh, Richard (2000) &#8211; The German churches of metropolitan New York: a research guide</em></figcaption></figure>



<p>Selbst der Begriff &#8222;deutsche Kirchen&#8220; ist nicht klar zu umreißen, weil es neben Kirchen mit ausschließlich deutschsprachigem Ritus, Pastor und Gemeindemitgliedern jede Form von Abstufung gab &#8211; bis hin zu rein englischsprachigen Kirchen, die einfach einen hohen Anteil an deutscher Bevölkerung hatten.<sup>1)</sup> </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="710" height="487" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/St.-Pauls-Lutheran-Church-Manhattan-15th-Str.-6th-Ave.-1842-1860.png" alt="" class="wp-image-2783" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/St.-Pauls-Lutheran-Church-Manhattan-15th-Str.-6th-Ave.-1842-1860.png 710w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/09/St.-Pauls-Lutheran-Church-Manhattan-15th-Str.-6th-Ave.-1842-1860-300x206.png 300w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Haberstroh, Richard (2000) </em><br><em>The German churches of metropolitan New York: a research guide</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="741" height="771" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Guide-to-Vital-Statistics-in-the-City-of-New-York-ToC.png" alt="" class="wp-image-2825" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Guide-to-Vital-Statistics-in-the-City-of-New-York-ToC.png 741w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Guide-to-Vital-Statistics-in-the-City-of-New-York-ToC-288x300.png 288w" sizes="auto, (max-width: 741px) 100vw, 741px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Guide to vital statistics in the City of New York</em><br><em>Borough Manhattan &#8211; Churches</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Holländische, Schwedische, Böhmische, Reformierte und Episkopale Kirchen &#8211; die Vielfalt der protestantischen Kirchen im Schmelztiegel New York ist beinahe unüberschaubar. Der &#8222;Guide to vital statistics in the City of New York&#8220; aus dem Jahr 1942 benötigte für den Borough Manhattan mehr als 55 Seiten, um die Kirchen aller Glaubensgemeinschaften aufzulisten!</p>



<p>Die Entwicklung der Bevölkerung von Manhattan verläuft ähnlich explosionsartig wie die von Wien. Doch während der Bevölkerungszuwachs von Manhattan ab der Jahrhundertwende &#8211; ähnlich wie derjenige Wiens &#8211; bei einem Level von knapp 2,2 Mio. Einwohner zu stagnieren begann, wuchs die Bevölkerung von New York insgesamt massiv weiter.   </p>



<p>Die Bevölkerungszahlen für Manhattan beziehen sich allerdings auf eine relativ konstante Landfläche von ca. 59 km<sup>2</sup>, während die Fläche von Wien, die mit den Eingemeindungen der Vorstädte 55,4 km<sup>2</sup> erreichte, in den Jahren bis 1934 weiter bis auf 275,88 km<sup>2</sup> anwuchs!</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-ast-global-color-6-background-color has-background has-fixed-layout"><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Jahr</th><th class="has-text-align-right" data-align="right">Manhattan </th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Veränderung in %</th><th class="has-text-align-right" data-align="right">New York</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1790</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">33.131</td><td class="has-text-align-left" data-align="left"></td><td class="has-text-align-right" data-align="right">33.131</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1800</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">60.489 </td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+82,6%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">60.515</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1810</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">96.373</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+59,3%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">96.373</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1820</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">121.706</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+28,4%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">123.706</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1830</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">202.589</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+63,8%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">202.589</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1840</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">312.710</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+54,4%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">312.710</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1850</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">515.547</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+64,9%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">515.547</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1860</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">805.658</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+57,8%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">813.669</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1870</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">942.292</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+15.8%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">942.292</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1880</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">1.164.674</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+23,6%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">1.206.299</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1880</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">1.441.216</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+23,7%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">1.515.301</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1900</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">1.850.093</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+28,4%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">3.437.202</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1910</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">2.331.542</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">+26,0%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">4.766.883</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1920</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">2.284.103</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">-2,0%</td><td class="has-text-align-right" data-align="right">5.620.048</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption"><em>Bevölkerungsentwicklung Manhattan und New York</em> <sup>2)</sup></figcaption></figure>



<p>Einzelne Personen anhand der Kirchenbücher von New York zu identifizieren stößt daher auf noch größere Schwierigkeiten als wir sie in europäischen Städten vorfinden. Im ausgehenden 19. Jahrhundert siedelten sich die meisten deutschen Einwanderer noch an der Lower East Side an, wo bereits ein großer Anteil an deutschsprachiger Bevölkerung lebte. </p>



<h4 class="wp-block-heading" id="das-ende-von-kleindeutschland">Das Ende von &#8222;Kleindeutschland&#8220; </h4>



<p>Die Gegend der Lower Eastside wurde landläufig &#8222;Kleindeutschland&#8220; genannt. In diesem Teil von Manhattan siedelten besonders viele deutschsprachige Einwanderer. Der jährliche &#8222;Umschlag&#8220; an Menschen, die frisch eingewandert waren, und denen, die in andere Bundesstaaten weiterzogen, muss enorm gewesen sein. Ohne nähere Quellen dafür zu zitieren werden für manche Jahre mehrere hundertausende Einwanderer genannt! Allein aus Hamburg starteten in vielen Jahren mehr als 100.000 Menschen in die neue Welt!</p>



<p>Doch ein Ereignis wird wesentlich mit dafür verantwortlich gemacht, dass sich diese regionale Konzentration auflöste und &#8211; im Unterschied zu <em>Little Italy</em> und <em>Chinatown</em> &#8211; keine lokal fokussierte deutschsprachige Community mehr exisitiert.</p>



<p><strong>Der Untergang des Raddampfers General Slocum</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Die „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/General_Slocum" target="_blank" rel="noopener">General-Slocum</a>“-Katastrophe traf Kleindeutschland am 15. Juni 1904. Die&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelisch-Lutherische_Kirchen" target="_blank" rel="noopener">evangelisch-lutherische Kirche</a>&nbsp;veranstaltete ihr 17. jährliches&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Picknick" target="_blank" rel="noopener">Picknick</a>, um das Schuljahresende zu feiern, und&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Charter" target="_blank" rel="noopener">charterte</a>&nbsp;einen Schaufelraddampfer, die „General Slocum“, für eine Vergnügungsfahrt auf dem New Yorker&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/East_River_(New_York)" target="_blank" rel="noopener">East River</a>&nbsp;zur Picknick-Stelle auf&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Long_Island" target="_blank" rel="noopener">Long Island</a>. Über 1.300 Passagiere, die meisten davon Frauen und Kinder, nahmen an dem Ereignis teil. Kurz nach dem Ablegen brach ein Feuer in einem Lagerraum im Bug des Schiffes aus. <br>Zwar war das Schiff mit Rettungsbooten und -ringen ausgestattet; sie befanden sich jedoch in einem schlechten Zustand. Einige Rettungsringe waren sogar morsch und nicht schwimmfähig. Das Fehlen von hinreichend Rettungsausrüstung in Verbindung mit dem schlechten Führungsverhalten von Captain&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/William_van_Schaick" target="_blank" rel="noopener">William van Schaick</a>&nbsp;führte zu geschätzten 1.021 Toten. Während etwa ein Prozent der Bevölkerung von Kleindeutschland bei dem Unglück ums Leben kam, waren gerade diese Opfer Mitglieder der etabliertesten Familien, dem sozialen Oberbau der Gemeinschaft; die übrige, frisch eingewanderte Bevölkerung hatte meist nicht das Geld, um sich solche Vergnügungsfahrten leisten zu können</em>. <sup>3)</sup></p>
</blockquote>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:70%">
<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="645" height="424" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/PS_General_Slocum.jpg" alt="" class="wp-image-2821" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/PS_General_Slocum.jpg 645w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/PS_General_Slocum-300x197.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:30%">
<p>Der Film nimmt Bezug auf dieses Ereignis und kreiert aus dieser Katastrophe die Motivation von Gertrude Haberstroh, der Mutter von Gertrud Ederle, ihre Töchter zum Schwimmunterricht anzumelden.</p>



<p>Tatsächlich waren die drei ältesten Mädchen der Familie, Helene (1903), Margaretha (1904) und Gertrude (1905), zum Zeitpunkt der Katastrophe noch Babies bzw. ungeboren, doch diese künstlerische Freiheit tut der Erzählung keinen Abbruch.</p>
</div>
</div>



<p>Die deutsche Community verteilte sich danach auf andere Stadtviertel und ab dem ersten Weltkrieg waren es auch politische Ressentiments, die gegen ein (Wieder-)Erstarken einer deutschsprachigen Community wirkten.</p>



<p>Obwohl familysearch.org &#8211; das weltweit wohl umfangreichste Archiv von genealogischen Dokumenten &#8211; auch jede Menge Kirchenbücher aus New York anbietet&#8230; ich konnte bislang im online verfügbaren Bestand gerade <em>einen</em> Eintrag zur Familie Ederle finden. Und auch dieser dokumentiert kein Ereignis aus dem direkten Leben der Familie sondern eine Taufe, bei der Gertrudes Vater als Taufpate fungierte.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="einwanderung-einburgerung-reisepass">Einwanderung, Einbürgerung, Reisepass</h4>



<p>Doch einige der mächtigsten Quellen bei der Recherche von Vorfahren in den USA helfen uns auch bei Familie Ederle:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Einwanderungslisten</strong></li>
</ol>



<p>Für die USA existieren Listen der ankommender Passagiere und Besatzungen zwischen 1820 und den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ellis_Island" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Ellis_Island" target="_blank" rel="noopener">Ellis Island</a>, dem wichtigsten Ankunftszentrum für New York und New Jersey. Diese Listen spiegeln zumindest einen Teil der Massenmigration wider, die sich aus den Übersee-Häfen von Rotterdam, Hamburg, Antwerpen und Bremen in die neue Welt ergoß.</p>



<p>Einen Einblick, wie sich die Welt der Auswanderer in Hamburg gestaltete und wer daran verdiente, bietet ein Beitrag des NDR<sup>4)</sup>.</p>



<p>Diesen Passagierlisten können wir auch entnehmen, dass die Familie Ederle eine rege Reisetätigkeit zwischen den USA und Europa entwickelte. Wenn man Schätzungen heranzieht, die eine Schiffspassage von Europa nach Amerika mit einem Jahresgehalt eines Arbeiters veranschlagen, so spricht das zum Einen sehr dafür, dass die Geschäfte des Fleischhauers Henry Ederle gut liefen, zum Anderen aber auch dafür, dass die Familie die Schwimm-Karrieren ihrer Töchter Trudy und Margaret mit großem, auch finanziellen Einsatz unterstützte. Trudy stellte sich als das größere Talent heraus, stellte mit zwölf Jahren den ersten&nbsp;Weltrekord&nbsp;über 800&nbsp;m&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Freistilschwimmen" target="_blank" rel="noopener">Freistil</a> auf und brach in den folgenden Jahren weitere Weltrekorde.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="255" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1922-George-EDERLE-SS-Rotterdam-p.68-1024x255.png" alt="" class="wp-image-2881" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1922-George-EDERLE-SS-Rotterdam-p.68-1024x255.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1922-George-EDERLE-SS-Rotterdam-p.68-300x75.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1922-George-EDERLE-SS-Rotterdam-p.68-768x191.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1922-George-EDERLE-SS-Rotterdam-p.68-1536x383.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1922-George-EDERLE-SS-Rotterdam-p.68-1320x329.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1922-George-EDERLE-SS-Rotterdam-p.68.png 1869w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Passagierliste der SS Rotterdam, September 1922</em></figcaption></figure>



<p>Gertrude findet sich daher auf vielen Passagier-Listen. Die Einreise im Jahr 1924 entspricht mutmaßlich ihrer Rückreise von den Olympischen Spielen in Paris, wo die junge Sportlerin eine Goldmedaille in der 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel und zwei Bronzemedaillen über 100 und 400 Meter Freistil errang. Für die Rückreise nach ihrer erfolgreichen Überquerung des Ärmelkanals konnte ich noch keinen Beleg finden.</p>



<figure class="wp-block-table"><table><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">Jahr</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Namen</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Schiff</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Hafen</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">Datum</th></tr></thead><tbody><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1896</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Heinrich Ederle</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">SS Havel</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Bremen</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">25.05.1892</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1909</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Heinrich Ederle</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">SS Cincinnati</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Hamburg</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">05.08.1909</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1914</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Gertrude (Mutter)<br>Helene<br>Margaretha<br>Gertrud</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">SS Ryndam</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Rotterdam</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">07.10.1914</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1922</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Henry<br>Gertrud<br>George</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">SS Rotterdam</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Rotterdam</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">22.09.1922</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1922</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Gertrude</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">SS Fort Victoria</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Hamilton, Bermuda</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">12.10.1922</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1923</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Gertrude</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">SS Berengaria</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Cherbourg</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">01.06.1923</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1923</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Margret <br>Gertrude</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">SS Arcadian</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Bermuda</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">13.12.1923</td></tr><tr><td class="has-text-align-left" data-align="left">1924</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Gertrude</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">SS America</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">Southampton</td><td class="has-text-align-left" data-align="left">06.08.1924</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption"><em>Einreisevermerke der Familie Ederle auf Ellis Island zwischen 1896 und 1924</em></figcaption></figure>



<p>Geburtsdatum oder Alter, kombiniert mit einer Angabe der Herkunft, erlauben üblicherweise die korrekte Zuordnung zur Person. <br>In einem Fall hilft uns auch der Beruf <em>&#8222;butcher&#8220;</em> weiter, sowie die gemeinsame Nennung von Heinrich Ederle mit einem Hr. Johann Gölz, der offenkundig aus einer im Herkunftsort von Henry Ederle sehr prominenten Familie stammte.</p>



<ol start="2" class="wp-block-list">
<li><strong>Volkszählungen / US Census</strong></li>
</ol>



<p>Die alle 10 Jahre durchgeführten Volkszählungen der USA sind ebenfalls online verfügbar &#8211; und auch darin finden wir Familie Ederle.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="314" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Census-1910-Manhattan-Ward-22-District-1375-Familie-EDERLE-sw-Auszug-1024x314.png" alt="" class="wp-image-2876" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Census-1910-Manhattan-Ward-22-District-1375-Familie-EDERLE-sw-Auszug-1024x314.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Census-1910-Manhattan-Ward-22-District-1375-Familie-EDERLE-sw-Auszug-300x92.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Census-1910-Manhattan-Ward-22-District-1375-Familie-EDERLE-sw-Auszug-768x236.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Census-1910-Manhattan-Ward-22-District-1375-Familie-EDERLE-sw-Auszug-1536x472.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Census-1910-Manhattan-Ward-22-District-1375-Familie-EDERLE-sw-Auszug-1320x405.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Census-1910-Manhattan-Ward-22-District-1375-Familie-EDERLE-sw-Auszug.png 1736w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h5 class="wp-block-heading" id="exkurs-das-geburtsjahr">Exkurs: Das Geburtsjahr </h5>



<p>An diesem Punkt wird es interessant, ein wenig über das tatsächliche Geburtsdatum von Gertrud Ederle zu spekulieren. Wikipedia nennt uns den 23. Oktober 1905. Der 23. Oktober als Tag ihrer Geburt ist wohl unbestritten, doch in den Zeitungsberichten über ihre sportliche Großtat findet sich sowohl das Jahr 1905 als auch das Jahr 1906!</p>



<p>Der US Census erfasst im April 1910 als  &#8222;Age at last birthday&#8220; 4 Jahre, das entspricht ebenfalls dem Oktober 1905. <br>Bei den Einwanderungslisten wird es erst wirklich interessant.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<ul class="wp-block-list">
<li>Bei der Reise im Jahr 1914, am 07.10. &#8211; wenige Tage vor ihrem Geburtstag &#8211; wird sie mit 8 Jahren angegeben (korrekt für 1905), das Geburtsjahr allerdings als 1907 genannt, was sicherlich falsch ist.</li>



<li>Bei der Einreise von den Bermudas im Jahr 1922 lautet das Geburtsjahr 1906</li>



<li>Auf der SS Arcadian im Jahr 1923 ist das Geburtsjahr ihrer älteren Schwester als 1905 angegeben, Gertrudes ist korrigiert und kaum lesbar, müsste folgerichtig aber 1906 lauten. <br>Das Alter der beiden (18 bzw. 17) deutet aber wiederum auf 1904 und 1905 als Geburtsjahr hin</li>



<li>Im Juli 1924 auf der SS America findet man den 23.10.1906, das Alter ist allerdings völlig widersinnig mit &#8222;16&#8220; angegeben.</li>
</ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="199" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1914-Gertrud-EDERLE-SS-Rijndam-p.402-1024x199.png" alt="" class="wp-image-2838" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1914-Gertrud-EDERLE-SS-Rijndam-p.402-1024x199.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1914-Gertrud-EDERLE-SS-Rijndam-p.402-300x58.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1914-Gertrud-EDERLE-SS-Rijndam-p.402-768x150.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1914-Gertrud-EDERLE-SS-Rijndam-p.402-1320x257.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1914-Gertrud-EDERLE-SS-Rijndam-p.402.png 1427w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>SS Rijndam 1914</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="883" height="74" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1923-Gertrude-EDERLE-SS-Arcadian-p.4-a.529-Auszug.png" alt="" class="wp-image-2840" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1923-Gertrude-EDERLE-SS-Arcadian-p.4-a.529-Auszug.png 883w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1923-Gertrude-EDERLE-SS-Arcadian-p.4-a.529-Auszug-300x25.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1923-Gertrude-EDERLE-SS-Arcadian-p.4-a.529-Auszug-768x64.png 768w" sizes="auto, (max-width: 883px) 100vw, 883px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>SS Arcadian 1923</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="762" height="47" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1924-Gertrude-EDERLE-SS-America-p.10-a.396-Auszug.png" alt="" class="wp-image-2841" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1924-Gertrude-EDERLE-SS-America-p.10-a.396-Auszug.png 762w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passagierlisten-1924-Gertrude-EDERLE-SS-America-p.10-a.396-Auszug-300x19.png 300w" sizes="auto, (max-width: 762px) 100vw, 762px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>SS America 1924</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<ol start="3" class="wp-block-list">
<li><strong>Einbürgerungs-Unterlagen</strong></li>
</ol>



<p>Viele der eingewanderten Europäer beantragten die US Citizenship und auch dazu sind umfangreiche Materialien online verfügbar.  </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Henry Ederle, der 1892 in New York angekommen war, ist im Jahr 1906 darin zu finden.</p>



<p>Seinem Antrag liegt auch sein Reisepass bei, der uns den ersten brauchbaren Hinweis darauf gibt, woher er tatsächlich stammte: Aus Bissingen im Königreich Würtemberg.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="624" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Index-p.361-1024x624.png" alt="" class="wp-image-2833" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Index-p.361-1024x624.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Index-p.361-300x183.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Index-p.361-768x468.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Index-p.361-1536x936.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Index-p.361-1320x805.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Index-p.361.png 1870w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Indexeintrag des Einbürgerungsantrags</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:35%">
<figure class="wp-block-image size-full is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="545" height="851" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Reisepass-Auszug-Vol.-82-p.776.png" alt="" class="wp-image-2834" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Reisepass-Auszug-Vol.-82-p.776.png 545w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Einbuergerungsregister-DC-Eastern-NY-Henry-EDERLE-1906-Reisepass-Auszug-Vol.-82-p.776-192x300.png 192w" sizes="auto, (max-width: 545px) 100vw, 545px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Kopie Reisepasses von Henry Ederle</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Zum Zeitpunkt der Einbürgerung wohnte Henry Ederle an der Adresse 110 Amsterdam Avenue, also doch ein erhebliches Stück außerhalb von <em>Little Germany.</em> Die Familie muss allerdings noch einmal übersiedelt sein, denn auf den Schiffslisten spätere Jahre finden wir die Familie auf 108 Amsterdam Avenue. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Manhattan-1901-Amsterdam-Avenue-Little-Germany.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="519" height="782" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Manhattan-1901-Amsterdam-Avenue-Little-Germany.png" alt="" class="wp-image-2892" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Manhattan-1901-Amsterdam-Avenue-Little-Germany.png 519w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Manhattan-1901-Amsterdam-Avenue-Little-Germany-199x300.png 199w" sizes="auto, (max-width: 519px) 100vw, 519px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Amsterdam Avenue + Little Germany im Überblick</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="560" height="753" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Kleindeutschland.png" alt="" class="wp-image-2894" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Kleindeutschland.png 560w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Kleindeutschland-223x300.png 223w" sizes="auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px" /></figure>
</div>
</div>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/New-York-108-Amsterdam-Avenue.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="597" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/New-York-108-Amsterdam-Avenue-1024x597.png" alt="" class="wp-image-2893" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/New-York-108-Amsterdam-Avenue-1024x597.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/New-York-108-Amsterdam-Avenue-300x175.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/New-York-108-Amsterdam-Avenue-768x448.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/New-York-108-Amsterdam-Avenue-1320x770.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/New-York-108-Amsterdam-Avenue.png 1342w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wohnung der Familie Ederle &#8211; Amsterdam Avenue 108</em></figcaption></figure>



<ol start="4" class="wp-block-list">
<li><strong>Reisepass-Antrag</strong></li>
</ol>



<p>Für die Reisen zu den internationalen Schwimmbewerben benötigte Trudy Ederle natürlich einen Reisepass. Ihr erster dürfte 1914 ausgestellt worden sein, doch ein Antrag zur Ausstellung eines neuen Reisepasses zeigt, dass sie dieses Dokument verloren haben dürfte.</p>



<p>Der Antrag ist datiert mit 10. Mai 1923, und in der mütterlichen Einverständnis-Erklärung verweist diese darauf, dass die Reise am 15. Mai auf der SS Berengaria angetreten werden sollte. Die Familie dürfte also einigen Stress damit gehabt haben, kurzfristig einen neuen Reisepass zu erhalten! Nachdem Trudy allerdings am 26.05.1923 in Cherbourg wieder auf der SS Berengaria die Heimreise antrat, dürfen wir annehmen, dass der Antrag erfolgreich war.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.499.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="1024" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.499-600x1024.png" alt="" class="wp-image-2905" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.499-600x1024.png 600w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.499-176x300.png 176w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.499.png 633w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Reisepass-Antrag von Gertude Ederle (1923)</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.500.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="879" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.500-1024x879.png" alt="" class="wp-image-2906" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.500-1024x879.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.500-300x257.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.500-768x659.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/US-Passport-Applications-Gertrude-EDERLE-1923-Roll-2254-Certificate-284678-p.500.png 1219w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Zeugenaussage von Charlotte Epstein + Einverständnis-Erklärung der Mutter</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>In diesem Dokument findet sich vielleicht der entscheidende Hinweis, warum wir immer wieder auch 1906 als Geburtsjahr finden. Trudy hat in ihrem Antrag das Geburtsdatum 23.10.1906 genannt und auch das angegebene Alter von 16 Jahren würde zu diesem Geburtsjahr passen.<br>Letztlich lässt sich aber das korrekte Geburtsjahr wohl nicht ohne eine Urkunde klären, die tatsächlich ihre Geburt dokumentiert &#8211; also z.B. eine Geburtsurkunde oder ein Taufbuch-Eintrag.</p>



<p>Mit folgenden Informationen können wir uns nun in Europa auf die Suche nach den Vorfahren von &#8222;Trudy&#8220; Ederle machen:<br>&#8211; <em>Vater: Jakob Heinrich EDERLE, <br>&#8211; geboren am 30.12.1875 in <br>&#8211; Bissingen, Baden-Würtemberg</em></p>



<h4 class="wp-block-heading" id="bissingen-an-der-teck">Bissingen an der Teck</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:65%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Teck" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="387" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Burg-Teck-1024x387.jpg" alt="" class="wp-image-2848" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Burg-Teck-1024x387.jpg 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Burg-Teck-300x113.jpg 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Burg-Teck-768x290.jpg 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Burg-Teck-1536x580.jpg 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Burg-Teck-1320x499.jpg 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Burg-Teck.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Teck" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Teck" target="_blank" rel="noopener">Burg Teck</a>, Owen</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:40%">
<p>To cut the long story short&#8230; Bissingen sollte sich als <em>Bissingen an der Teck</em> herausstellen, eine Kleinstadt im Landkreis Esslingen, südöstlich von Stuttgart gelegen. </p>



<p>Und Bissingen hat uns, neben der knapp außerhalb der Gemeinde liegenden Burg Teck, auch in punkto Ahnenforschung einiges zu bieten!</p>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading" id="konfirmandenregister">Konfirmandenregister</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p>Das Herzogtum Würtemberg führte ab 1534 die Reformation ein, einzelne Reichsstädte wie z.B. Esslingen, sogar schon früher.  Eine Gegenreformation und einen dreißigjährigen Krieg später hatte das 1806 gegründete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_W%C3%BCrttemberg" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_W%C3%BCrttemberg" target="_blank" rel="noopener">Königreich Würtemberg</a>, aus dem die Ederles auswandern sollten, nach wie vor eine überwiegend protestantische Bevölkerung.</p>



<p>So finden wir in der Pfarre Bissingen auch <em>Confirmandenregister</em>, in denen die zu den evangelischen Feiertagen (Judica, Misericordia, Quasimodogeniti/Weißer Sonntag, Jubilate, Kantate, etc.) Konfirmierten unter Angabe ihres Geburtsdatums gelistet werden.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="443" height="382" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Confirmandenregister.png" alt="" class="wp-image-2850" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Confirmandenregister.png 443w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Confirmandenregister-300x259.png 300w" sizes="auto, (max-width: 443px) 100vw, 443px" /></figure>
</div>
</div>



<p>Mit diesen Dokumenten können wir daher sowohl <strong><em>Jakob Heinrich</em></strong> Ederles Taufe im Jahr 1875 als auch seine Konfirmation im Jahr 1889 nachvollziehen und erfahren seine Eltern: Johann Georg EDERLE und Ursula Margarete GÖLZ.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Taufbuch-Jakob-Heinrich-EDERLE-1875-p.235.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="277" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Taufbuch-Jakob-Heinrich-EDERLE-1875-p.235-1024x277.png" alt="" class="wp-image-2851" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Taufbuch-Jakob-Heinrich-EDERLE-1875-p.235-1024x277.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Taufbuch-Jakob-Heinrich-EDERLE-1875-p.235-300x81.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Taufbuch-Jakob-Heinrich-EDERLE-1875-p.235-768x208.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Taufbuch-Jakob-Heinrich-EDERLE-1875-p.235-1536x416.png 1536w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Taufbuch-Jakob-Heinrich-EDERLE-1875-p.235-1320x357.png 1320w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Ev.-Taufbuch-Jakob-Heinrich-EDERLE-1875-p.235.png 1995w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Bissingen an der Teck &#8211; Taufbuch 1875</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="691" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Konfirmandenverzeichnis-Jakob-Heinrich-EDERLE-1889-a.505-1024x691.png" alt="" class="wp-image-2853" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Konfirmandenverzeichnis-Jakob-Heinrich-EDERLE-1889-a.505-1024x691.png 1024w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Konfirmandenverzeichnis-Jakob-Heinrich-EDERLE-1889-a.505-300x203.png 300w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Konfirmandenverzeichnis-Jakob-Heinrich-EDERLE-1889-a.505-768x519.png 768w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Konfirmandenverzeichnis-Jakob-Heinrich-EDERLE-1889-a.505.png 1047w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Pfarre Bissingen an der Teck &#8211; Confirmandenregister 1889</em></figcaption></figure>



<p>Doch Würtemberg bietet uns, aufgrund einer 1807 durch König Friedrich I. von Würtemberg erlassenen Verordnung, ein noch viel praktischeres Hilfsmittel, das in dieser Form in katholisch geprägten Gegenden nicht zu finden ist, das wir jedoch bei den <a href="https://meinevorfahren.at/prominente/dr-eduard-suess/" data-type="post" data-id="2549">Vorfahren von Eduard Suess</a> in Sachsen bereits vorgefunden haben.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="familienregister">Familienregister</h4>



<p>Familienregister, ursprünglich <em>&#8222;Seelenregister&#8220;</em>,  später auch <em>&#8222;Familienbücher&#8220;</em>, geben Auskunft über die verwandtschaftlichen Zusammenhänge einer Familie. Sie wurden meist anlässlich einer Eheschließung angelegt. Der Eintrag in einem Familienregister umfasst drei Generationen, nämlich das Paar selbst, dessen Eltern und Kinder. Er fasst dabei Personenstandsfälle aus den anderen Personenstandsregistern (Geburts-, Heirats-, Sterberegister) zusammen.<sup>5)</sup></p>



<p>Dieses Register erlaubt uns recht einfach, mehrere Generationen der Familie Ederle zu erforschen. Zu Heinrich Ederles Vater <em>Johann Georg</em> konnte ich noch keinen Eintrag finden, doch die Generationen davor erschließen sich beinahe auf einen Blick:</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="662" height="1000" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Familienbuch-Tom.-1-EDERLE-ALTINGER-p.134b-a.922.png" alt="" class="wp-image-2857" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Familienbuch-Tom.-1-EDERLE-ALTINGER-p.134b-a.922.png 662w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Familienbuch-Tom.-1-EDERLE-ALTINGER-p.134b-a.922-199x300.png 199w" sizes="auto, (max-width: 662px) 100vw, 662px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="869" height="1068" src="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Familienbuch-Tom.-1-EDERLE-WEBER-p.137-a.924.png" alt="" class="wp-image-2856" srcset="https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Familienbuch-Tom.-1-EDERLE-WEBER-p.137-a.924.png 869w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Familienbuch-Tom.-1-EDERLE-WEBER-p.137-a.924-244x300.png 244w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Familienbuch-Tom.-1-EDERLE-WEBER-p.137-a.924-833x1024.png 833w, https://meinevorfahren.at/wp-content/uploads/2024/10/Pfarre-Bissingen-ad-Teck-Evang.-Familienbuch-Tom.-1-EDERLE-WEBER-p.137-a.924-768x944.png 768w" sizes="auto, (max-width: 869px) 100vw, 869px" /></figure>



<p>Links: Johann Jakob, Johann Georg sen. (1782), Philipp Jakob (1818)<br>Rechts: Philipp Jakob (1818), Johann Georg jun. (1844)</p>
</div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading" id="fazit">Fazit</h4>



<p>Die USA bieten für die Ahnenforschung einen unglaublichen Schatz an unterschiedlichen Datenquellen, die in dieser Form in europäischen Landen oft nicht verfügbar sind. Vieles davon auch in indexierter Form, so dass direkt nach Nach- und Vornamen gesucht werden kann, Manches davon allerdings auch hinter Paywalls, die einem privaten Engagement deutlich im Wege stehen.</p>



<p>Auch die protestantischen Quellen in deutschen Landen bieten zum Teil sehr interesssante Einblicke jenseits der katholischen Dreifaltigkeit von Taufe, Trauung und Tod. Wir werden sicherlich weiter darauf zurückgreifen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size"><em>Haberstroh, Richard (2000) &#8211; The German churches of metropolitan New York: a research guide</em>, p. 17ff.</li>



<li class="has-small-font-size"><a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https://www.nyc.gov/assets/planning/download/pdf/data-maps/nyc-population/historical-population/nyc_total_pop_1900-2010.pdf&amp;ved=2ahUKEwjM0dTciZmJAxXTA9sEHYApFcQQFnoECBQQAQ&amp;usg=AOvVaw0l7VyeMWD5GGixhsWumdPs" target="_blank" rel="noopener">NYC Historical population</a>, <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/275926/umfrage/bevoelkerung-von-new-york/" data-type="link" data-id="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/275926/umfrage/bevoelkerung-von-new-york/" target="_blank" rel="noopener">Statista.com</a>, US Census zitiert nach <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Manhattan" data-type="link" data-id="https://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Manhattan" target="_blank" rel="noopener">Wikipedia, Demographics of Manhattan</a></li>



<li class="has-small-font-size">Wikipedia, Kleindeutschland</li>



<li class="has-small-font-size"><a href="https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Von-Hamburg-nach-Amerika-1913-so-viele-Auswanderer-wie-nie,auswanderunghamburg101.html" target="_blank" rel="noopener">NDR: Von Hamburg nach Amerika</a></li>



<li class="has-small-font-size"><a href="https://www.leo-bw.de/themenmodul/sudwestdeutsche-archivalienkunde/archivaliengattungen/register/familienregister" data-type="link" data-id="https://www.leo-bw.de/themenmodul/sudwestdeutsche-archivalienkunde/archivaliengattungen/register/familienregister" target="_blank" rel="noopener">Landeskundliches Informationssystem Baden-Würtemberg</a></li>
</ol>



<p></p>
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